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Jubiläum

Faszination Jesu stärkt Pfarrer Sulzer

Pfarrer Werner Sulzer wurde vor 25 Jahren zum Priester geweiht. Bei den Schmidmühlenern ist der Seelsorger hoch geschätzt.
Von Johann Bauer

Die Kindergartenkinder gratulierten Pfarrer Werner Sulzer mit einem Blumenstrauß und Versen.  Foto: Johann Bauer
Die Kindergartenkinder gratulierten Pfarrer Werner Sulzer mit einem Blumenstrauß und Versen. Foto: Johann Bauer

Schmidmühlen.Pfarrer Werner Sulzer feierte mit der ganzen Pfarrgemeinde Schmidmühlen sein 25. Priesterjubiläum mit einem Festgottesdienst, der von der Blaskapelle St. Ägidius und der Gruppe „Corde vobiscum“ umrahmt wurde. Als der Seelsorger in die Pfarrkirche einzog, begrüßten die Kindergartenkinder ihn mit dem Lied „Dieser Tag soll fröhlich sein“. Natürlich überreichten sie auch einen Blumenstrauß. „Ich kann mich noch genau an den Tag der Priesterweihe erinnern“, sagte der Geistliche. Der Tag sei eine Freude gewesen, „ich hatte Herzklopfen wie ein Brautpaar“.

In der Predigt betonte der Geistliche, eine Primiz sei ein unvergessliches Erlebnis, das selbst nach 25 Jahren noch nachwirke. „Da trägt einen eine Welle der Euphorie.“ Relativ schnell und mit den Jahren stelle sich aber immer drängender die Frage: „Woher beziehe ich die Kraft für den pastoralen Dienst?“ Mehr noch: „Woher beziehe ich die Motivation dazu?“

Nur eine Quelle für die Kraft

Was in anderen Beruf vielleicht motivierend wirke, entfalle meist, meinte Sulzer. Ob man viel oder wenig arbeite – das Gehalt bleibe dasselbe. Die Anerkennung der Vorgesetzten? „In den vergangenen 25 Jahren habe ich von ihnen nur etwas gehört, wenn eine Versetzung ansteht“, machte der Pfarrer deutlich. Und zum Aspekt Lob der Gemeinde zitierte er den Oberpfälzer Satz: „Niat g’schimpft, is g’lobt genug“ – 98 Prozent der Schmidmühlner seien in diesem Punkt „reinrassige Oberpfälzer“. Der Erfolg pastoraler Arbeit schließlich sei kaum zu messen.

Eigentlich gebe es nur eine Quelle, sich immer wieder an die Arbeit zu machen: „Jesus selbst, die Faszination, die er ausübt, die stille Freude, die sich in seiner Nähe einstellt, die Kraft, die er schenkt“, betonte Werner Sulzer.

Pfarrer Werner Sulzer dirigierte einen Marsch.  Foto: Johann Bauer
Pfarrer Werner Sulzer dirigierte einen Marsch. Foto: Johann Bauer

Bürgermeister Peter Braun meinte augenzwinkernd, Pfarrer Sulzer hätte statt dieser kleinen Feierstunde wohl lieber Ewige Anbetung angesetzt. „Aber so ist es nun mal in einer wenn auch kleinen, aber feinen Gemeinde wie Schmidmühlen.“ Es gelte, Danke zu sagen bei einem solchen Jubiläum. Würde Pfarrer Sulzer darüber erzählen, was ihn in diesen 25 Jahren beeindruckt habe, wären wohl viele glückliche Momente dabei. „Hoffentlich auch einige von ihrem jetzigen Dienstsitz in Schmidmühlen“, so Braun.

Der Bürgermeister verriet, dass er nach Werner Sulzer gegoogelt habe. Dabei habe er erfahren, dass dieser 1991 auf den kontemplativen Weg gestoßen sei. Dazu gehöre der Begriff „Grieser Weg“, abgeleitet vom Mutterhaus der kontemplativen Exerzitien, dem Haus Gries, das der Jesuiten-Pater Franz Jalics 1984 gegründet hat. Die Definition dieses „Grieser Weges“ umschreibe das seelsorgerische Wirken von Pfarrer Werner Sulzer in der Pfarrei Schmidmühlen sehr treffend. „Ihre Auslegung und Interpretation des Evangeliums in der Predigt zeigt eine sehr überzeugte, in sich ruhende Sicherheit in Glaubensfragen. Sie wirken nicht aufdringlich, nein, Sie überzeugen durch ihre Worte“, betonte der Rathauschef.

Pfarrgemeinderatssprecher Ernst Lesser gratulierte stellvertretend für die ganze Pfarrgemeinde. Er zeigte sich überzeugt, dass der Weg des Priesters die richtige Berufung für Werner Sulzer gewesen sei. „25 Jahre Priester sein, Sorge tragen für verschiedene Pfarrgemeinden ist viel Arbeit und Einsatz und kostet nicht nur körperliche Kraft, sondern auch Nerven. Gerade in der heutigen Zeit, in der das Schiff Kirche gewaltig ins Schlingern geraten ist und die vielen Steuerleute anscheinend auch noch ihren eigenen Kurs steuern wollen“, meinte er. Und nicht nur die Steuerleute, auch die Menschen würden sich ändern.

Viel Lob für die Seelsorge

„In dieser Zeit Priester zu sein und zu bleiben, ist eine wahre Herkules-Aufgabe“, so Lesser. Und er gratulierte auch „uns, weil wir Sie erwischt haben oder Sie uns“. Wo finde man einen Priester, der überall mit anpacke, ob Tische zu schleppen, Stühle aufzustellen oder Zelt und Weihnachtsbuden aufzubauen sind. Sulzer könne mit Kindern und Jugendlichen, beziehe aber auch die Erwachsenen mit ein.

„Sie sind kein Professor, aber Ihre Predigten sind tiefgründiger und verständlicher als die manch eines Kardinals“, betonte Lesser weiter. Dank sagte er für die verständliche Auslegung des Wort Gottes, auch für die schönen Gottesdienste mit Kindern oder Familien, für meditative Wanderungen, Wallfahrten und die einfühlsame Begleitung bei Krankheit oder Schicksalsschlägen. Mit kräftigem Applaus dankten die Menschen ihrem Pfarrer.

Nach dem festlichen Gottesdienst gab es einen Stehempfang am Kirchplatz. Die Menschen wurden zu einem Glas Sekt eingeladen und die Blaskapelle St. Ägidius gab ein Standkonzert. Natürlich durfte Pfarrer Werner Sulzer auch bei einem Marsch mit dem Dirigentenstab den Takt angeben. Anlässlich des Priesterjubiläums hatte die Kolpingfamilie einen Blumenteppich angefertigt. Viele Schmidmühlner nutzten die Gelegenheit, um ihrem Pfarrer persönlich zu gratulieren. (abu)

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