MyMz
Anzeige

Brandschutz

Schaum hilft, wo das Wasser versagt

Eine Pilotausbildung mit dem Schwerpunkt „Schaumeinsatz bei Bränden“ starteten die Landkreisfeuerwehren in Schmidmühlen.
Von Josef Popp

  • Die Aktiven der Feuerwehren Schmidmühlen und Winbuch beim „Pilotlehrgang – Schaum“ Foto: ajp
  • Bei den Übungen konnte man deutlich die Wirkung des Schaums auf verschiedene „Brandherde“ sehen. Foto: ajp

Schmidmühlen.Ohne Zweifel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten das Einsatzspektrum für die Feuerwehren deutlich verändert. Dies dokumentiert sich nicht nur in der Zunahme der Technischen Hilfeleistungen, sondern auch die Brandbekämpfungen werden immer differenzierter und diffiziler. Hier sei nur an die Solaranlagen auf Hausdächern oder an Zunahme an Elektroautos erinnert.

Diese Veränderungen fordern auch immer wieder neue Ausbildungsschwerprogramme für die Landkreisfeuerwehren. Eine Pilotausbildung mit Schwerpunkt „Schaumeinsatz bei Bränden“ starteten die Landkreisfeuerwehren des Landkreises Amberg-Sulzbach in Schmidmühlen. Zum Auftakt kam auch Kreisbrandrat Fredi Weiß in die Lauterachtalgemeinde, um sich über das Konzept und den Übungsablauf zu informieren.

So wird Schaum zum Löschmittel

Die bayerischen Feuerwehren werden durchschnittlich zu rund 20 000 Brandeinsätzen pro Jahr gerufen. Bei 90 Prozent der Brände handelt es sich um Brände der Klasse A („feste“ Stoffe“), die ganz herkömmlich mit Wasser gelöscht werden können. In den restlichen zehn Prozent gibt es spezielle Anforderungen an das verwendete Löschmittel, da Wasser zur gefährlichen Ausbreitung führt, keine ausreichende Löschwirkung besitzt oder nachteilige Effekte erzeugt. Dazu gehört auch das Löschmittel Schaum.

Damit Löschschaum effektiv zum Einsatz gebracht werden kann, erläuterte der Kreisbrandrat am Rande der Übung, müssen verschiedene Faktoren von den Einsatzleitern und Einsatzkräften vorab geprüft werden. Für die Feuerwehren stehen verschiedene Schaumarten zur Verfügung, die je nach Brandgeschehen eingesetzt werden können. Nun können die Landkreisfeuerwehren den Schaumeinsatz im „Miniaturformat“ praktisch üben: Sie besitzen einen Schaumtrainer. Die Versicherungskammer Bayern hat ein neues Sponsoring-Programm aufgelegt, durch das jeder Regierungsbezirk sowie zusätzlich jeder Landkreis bis 2018 einen Schaumtrainer erhält.

Mit diesem können dann Schaumübungen in verkleinertem Maßstab durchgeführt werden. Die zur Verfügung gestellte „Schaumbox“ ist in der Lage, Netzmittel, Schwerschaum und Mittelschaum zu erzeugen, und sie gibt die Möglichkeit, die Applikationsarten und die Löschwirkung verschiedener Schaummittel zu zeigen.

Übung mit Übungsschaummittel

Soll die Übung in realem Maßstab durchgeführt werden oder der Umgang mit den für die Schaumerzeugung notwendigen Geräten geübt werden, besteht da auch die Möglichkeit, die Übung mit einem Übungsschaummittel durchzuführen.

Um den Schaumtrainer zu transportieren, kaufte der Landkreis einen Anhänger. Als Ausbilder stehen für die Landkreisfeuerwehren Kreisbrandmeister (KBM) Armin Daubenmerkl (Freudenberg), KBM Christoph Strobl (Vilseck) und KBM Johann Sperber (Achtel) zur Verfügung.

Interessant zu wissen

  • Netzmittel

    Sie werden bei Feststoffbränden zur Verringerung der Oberflächenspannung des Wassers eingesetzt, um eine größere Eindringtiefe des Löschmittels ins Brandgut zu erreichen.

  • Leichtschaum

    Er ist geeignet bei Bränden in Kellern, Hallen und Gebäuden, weil er sich durch die gute Stapelbarkeit sehr gut zum vollständigen Fluten von großen Räumen eignet.

  • Mittelschaum

    Er wird bei Flüssigkeitsbränden alleine aufgebracht oder als Schutzschicht auf den Schwerschaum gegeben, um durch größere Schichtdicke eine Rückzündung zu verhindern

  • Schwerschaum

    Er wird bei sehr heißen Flüssigkeitsbränden, wie etwa durch Öl/Diesel, eingesetzt. (ajp)

Hauptverantwortlich ist Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl. Der Schaumtrainer ist in Freudenberg stationiert. Er steht jeder Landkreiswehr zur Verfügung. Bei der Vorstellung wirkten die beiden Feuerwehren aus Schmidmühlen und Winbuch mit. Nicht nur die Ausbilder, sondern auch Schmidmühlens 1. Kommandant KBM Jürgen Ehrnsberger zog eine positive Bilanz der Ausbildungseinheit. Es gab viel Neues zu lernen – und vor allem bei den praktischen Übungen konnte man deutlich die Wirkung des Schaums auf verschiedene „Brandherde“ sehen.

Mehr Nachrichten aus Schmidmühlen lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht