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Jubiläum

Tracht ist mehr als ein Gewand

Der Schmidmühlener Trachtenverein hat sehenswerte Stücke und Fotos zusammengetragen. Die Ausstellung erntet viel Lob.
Von Josef Popp

Bereits kurz nach der Ausstellungseröffnung durch Bürgermeister Peter Braun (Dritter von rechts, neben ihm stellvertretender Landrat Hans Kummert) drängten sich die Besucher im Hammerschloss, um die Exponate, teilweise mehr als 100 Jahre alt, zu sehen.  Foto: Josef Popp
Bereits kurz nach der Ausstellungseröffnung durch Bürgermeister Peter Braun (Dritter von rechts, neben ihm stellvertretender Landrat Hans Kummert) drängten sich die Besucher im Hammerschloss, um die Exponate, teilweise mehr als 100 Jahre alt, zu sehen. Foto: Josef Popp

Schmidmühlen.Mit Kaiserwetter, vielen bunten Trachten und jeder Menge gut gelaunter Gäste nahm die Festwoche des Heimat- und Volkstrachtenvereins mit der Eröffnung einer Ausstellung im Hammerschloss ihren überaus gelungenen Auftakt. Höhepunkt wird am kommenden Wochenende die zweitägige Feier zum 90-jährigen Bestehen des Vereins sein.

„Wenn nicht der Heimat- und Volkstrachtenverein – wer sonst“: Diese Grundidee war der Impuls für diese einzigartige Ausstellung im Hammerschloss, die bereits bei der Eröffnung die Gäste begeisterte. „Wia’s früher glebt hom – Augenblicke und Momentaufnahmen aus dem Leben in Schmidmühlen um 1929“ ist das Motto der Ausstellung.

Tracht hat sich entwickelt

„Gut nachgefragt“ war die Fotoausstellung. Die Bilder vieler längst verstorbener Trachtler lassen die Heimatgeschichte wieder lebendig werden. Foto: Josef Popp
„Gut nachgefragt“ war die Fotoausstellung. Die Bilder vieler längst verstorbener Trachtler lassen die Heimatgeschichte wieder lebendig werden. Foto: Josef Popp

Vorsitzender Gerald Stauber freute sich bei der Begrüßung nicht nur über zahlreiche Vereinsabordnungen aus der Gemeinde Schmidmühlen, sondern auch, dass alle vier Patenvereine zur Eröffnung gekommen sind. Mit Blick auf die Ausstellung dankte er allen Mitdenkern und Helfern, allen voran Ilona Reheis und Michaela Mehringer, die in unzähligen Stunden diese Schau aufgebaut haben. Bürgermeister Peter Braun, selbst „eingefleischter“ Trachtler, erinnerte an die Geschichte und an die Traditionen, die der Verein pflegte.

„Wer nicht weiß, wie arm damals die Menschen lebten, kann es nicht schätzen, wie gut es uns heute geht.“

Hans Kummert, Stellvertretender Landrat

Zu einem aktiven Trachtler, so Peter Braun, gehört natürlich die Tracht. Diese jetzt einheitliche Tracht sei die Entwicklung vieler Jahre. In den Gründungsjahren und noch später nach dem Zweiten Weltkrieg, waren die Trachten des Vereins quasi ein Sammelsurium aus verschiedensten Gegenden, wusste er. Ein einheitliches Gewand zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen, „man konnte oftmals ein Zähneknirschen hören“, erinnerte sich Braun. Nach und nach habe sich jedoch das Bewusstsein für die originale Oberpfälzer Tracht entwickelt – und der blieben die Schmidmühlener auch treu, als über die Heimatpflege des Bezirks eine Erneuerung propagiert wurde.

Brauchtum

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Auch heute noch, so der Bürgermeister in seiner geschichtlichen Würdigung, werden viele Traditionen wach gehalten. Die christlichen Wurzeln und Werte seien den Trachtlern aus der Lauterachtalgemeinde viel Wert. Erinnerungen kämen aber auch auf, wenn man die Fotodokumentation betrachtet. Namen wie da Pfeifferl, Kollermoh, Fischeropa, Muck, Flenk, Fochtner Rettl, Schwanzl oder auch die Ramsauer-Tante kommen wieder ins Bewusstsein und lassen die Heimatgeschichte wieder lebendig werden, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Eintauchen in die Geschichte

  • Öffnungszeiten:

    Die Ausstellung „Wia’s früher glebt hom“ ist morgen, Sonntag, 23. Juni, von 14 bis 17 Uhr im Hammerschloss zu sehen. Geöffnet ist sie auch am kommenden Festwochenende (29. und 30. Juni). Am Sonntag, 30. Juni, können die Besucher nachmittags beim Klöppeln zuschauen.

  • Inhalt:

    Die Ausstellung präsentiert nicht nur Trachten, sondern auch Arbeitsgeräte und eine ausführliche Fotodokumentation der vergangenen 90 Jahre. Es ist eine umfassende und interessante Ausstellung, wie man sie in dieser Form wohl nur in Schmidmühlen sehen kann, lobten viele bei der Eröffnung.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Amberg Sulzbach, Hans Kummert, gratulierte zum Jubiläum und zu der äußerst informativen und gelungenen Ausstellung. Mit einem prägnanten Zitat ordnete er der Ausstellung einen besonderen Stellenwert in der modernen Wohlstandsgesellschaft zu: „Wer nicht weiß, wie hart früher die Arbeit war und wie arm damals die Menschen lebten, kann es nicht schätzen, wie gut es uns heute doch geht.“

Vereinen muss es gut gehen

Er zeigte sich beeindruckt, dass es in der Gemeinde Schmidmühlen zahlreiche Vereine gibt, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern können. „Den Vereinen muss es in Schmidmühlen wirklich gut gehen“, resümierte Hans Kummert mit einem Schmunzeln. Trachtengauvorsitzender Peter Kurzwart dankte den Trachtlern für die vielen Mühen, die sie aufgebracht haben, um diese Ausstellung zu konzipieren.

Ilona Reheis stellte dann die Präsentation im Hammerschloss vor. Sie ging in erster Linie auf die Trachten ein, die nicht nur das Gefühl von Zusammengehörigkeit schaffen würden, sondern auch ein bestimmtes Lebensgefühl. Wie Ilona Reheis betonte, gelte auch heute noch: „Tracht zu tragen ist eine Ehre.“ (ajp)

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