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Jubiläum

Trachtler feiern ihren 90. Geburtstag

Am 21. Juli 1929 gründeten Freunde der Heimatkunde den Trachtenverein Schmidmühlen. Daran erinnert jetzt ein großes Fest.
Von Josef Popp

Der Trachtenverein ist auch im Jahr 2019 immer noch eine große Familie. Am Wochenende wird das 90-jährige Jubiläum gefeiert. Foto: Josef Popp
Der Trachtenverein ist auch im Jahr 2019 immer noch eine große Familie. Am Wochenende wird das 90-jährige Jubiläum gefeiert. Foto: Josef Popp

Schmidmühlen.Für eine rührige Vereinsarbeit und vorbildliche Jugendarbeit, für Brauchtumspflege und gepflegte Trachten, nicht zuletzt für tolle Feste-dafür steht der Heimat- und Volkstrachtenverein seit seiner Vereinsgründung. Viele große Trachtenfeste wurden gefeiert, zuletzt im Rahmen der 1000-Jahr-Feier im Jahr 2010. Neun Jahrzehnte haben heuer die Mitglieder des Trachtenvereins mittlerweile das Gemeindeleben geprägt. Und dieses Jubiläum wird am kommenden Wochenende gefeiert.

„Einmal Trachtler, immer Trachtler“ könnte man den Trend der letzten Jahrzehnte deuten. Das zeigt die Verbundenheit der Mitglieder mit ihrem Verein. Diese Entwicklung war vor 90 Jahren so wohl nicht zu erwarten, als sich am 21. Juli 1929 „beim Espach“ erstmals mehrere Freunde der Heimatkunde trafen, um den Trachtenverein zu gründen. Zu dieser Versammlung waren auch Trachtler aus Amberg gekommen, um ihre Solidarität mit dem Verein auszudrücken. Noch am gleichen Tag traten 18 Männer und zwei Frauen dem neuen Heimat- und Volkstrachtenverein bei. Der Blick in die Chronik zeigt, dass hier nicht nur Vereins-, sondern auch Ortsgeschichte geschrieben wurde.

Im Umzug zum Oktoberfest

Bei großen Festumzügen war der Trachtenverein immer vertreten, so wie 1967 in Trisching. Foto: Archiv Trachtenverein / Josef Popp
Bei großen Festumzügen war der Trachtenverein immer vertreten, so wie 1967 in Trisching. Foto: Archiv Trachtenverein / Josef Popp

Bereits im Jahr 1930 beteiligte sich der neu gegründete Verein mit ersten Figurentänzen am Heimatfest. 1935 wurde die Trachtler erstmals zum Schützen- und Trachtenumzug nach München zum Oktoberfest eingeladen. Der zweite Weltkrieg stoppte die Entwicklung des Vereins zu nächst jäh. Doch ein Jahr nach Kriegsende 1946 wurde der Verein wieder zu einem neuen Leben erweckt. In den darauffolgenden drei Jahrzehnten erlebte der Trachtenverein seine große Blütezeit. Regelmäßig wurden Vereinsfeste und Theaterabende abgehalten; bei vielen Festumzügen repräsentierte der Verein in ganz Bayern den Markt Schmidmühlen.

Unvergessen und eigentlich schon legendär war im Juli 1969 das 40. Vereinsjubiläum. Es dürfte rückblickend wohl das größte und bedeutendste Fest in den Nachkriegsjahren im Markt Schmidmühlen gewesen sein. Schirmherr war damals der bayerische Ministerpräsident Dr. h. c. Alfons Goppel sowie Regierungspräsident Ernst Emmerig. Eine besondere Ehre war es auch für die Mitglieder des Jubelvereins, Prinzessin Hella von Bayern zum Festzug begrüßen zu können. Beim Heimatabend traten der unvergessene Roider Jackl und Erni Singerl auf.

1979 stiftete der Verein dem Markt ein kleines Heimatmuseum. In den 90er-Jahren wurde es etwas ruhiger um den Verein. Dies ist vor allem auf das Fehlen eines geeigneten Vereinsheimes zurückzuführen. Nach einer einjährigen Umbauzeit konnte im Jahr 2003 das neue Trachtenheim bezogen werden. Mittlerweile stehen Heimatabende, Gartenfeste, Musikveranstaltungen und Tanzabende wieder auf dem Jahresprogramm.

Das 75-jährige Vereinsjubiläum wurde ebenfalls gebührend gefeiert, damals noch unter Leitung des Vorsitzenden Sepp Kalteis. Mittlerweile haben Gerald Stauber und Markus Mehringer als Vereinsvorstände die Verantwortung übernommen. Für das 90-jährige Jubiläum fungiert Markus Mehringer als Festleiter. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen.

Geschichte

Das Café Walbert ist schon legendär

1948 haben Guste und Wenzel Walbert in Schmidmühlen ihr Café eröffnet. Auf dem ersten Fernseher im Ort lief die Tagesschau.

Nach wie vor ist der Trachtenverein eine große Familie. Trotz der einmaligen Verankerung im Markt muss sich der Verein immer wieder auf das Neue beweisen. Zu groß ist die „Konkurrenz“ mit modernen Trends, der Schnelllebigkeit der Zeit und der Flexibilität, die das Berufsleben erfordert.

Auch wenn es die Tradition, das Bewahren der dörflichen Geschichte, ist, was man sich in die Satzung und auf die Fahne geschrieben hat, muss sich auch ein Trachtenverein immer wieder neu erfinden und neue Wege gehen, ohne die alten zu verlassen. Dies ist sicher ein Spagat, den der Verein immer wieder schafft. Sicher ein Grund, Samstag und Sonntag mit vielen Gästen kräftig zu feiern.

Programm am Wochenende

Samstag, 29. Juni, 16.30 Uhr Eintreffen der Vereine; 17.45 Uhr gemeinsamer Marsch zur Totenehrung am Kriegerdenkmal, danach Rückmarsch zum Festgelände, 20 Uhr festlicher Heimatabend mit der Festkapelle Neukirchener Blasmusik, Begrüßung, Ehrungen, Auftritte der Gastvereine, 23 Uhr Ausklang des Heimatabends

Sonntag, 30. Juni, 8 Uhr Empfang der Vereine am Festplatz, 8.30 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug, 9 Uhr Abmarsch zur Kirche, 9.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche, anschließend Frühschoppen und Mittageessen mit der Blaskapelle St. Ägidius, 14 Uhr Kaffee und Kuchen, 15 Uhr Unterhaltungsmusik mit der Jurablaskapelle Pilsheim, 19 Uhr Festausklang.

Eine Ausstellung im Hammerschloss ist an beiden Tagen während des Festbetriebes geöffnet. Am Sonntagnachmittag werden Klöppelvorführungen angeboten.

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