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Glaube

Wallfahrt zur Dreifaltigkeitskirche

Eine Viehseuche und das Militärgelände lenkten die Geschichte der Kirche in Schmidmühlen. Pilger feiern dort eine Messe.
von Johann Bauer

Viele Gläubige werden am Dreifaltigkeitssonntag wieder auf den Kreuzberg pilgern. Foto: Bauer
Viele Gläubige werden am Dreifaltigkeitssonntag wieder auf den Kreuzberg pilgern. Foto: Bauer

Schmidmühlen.Der Dreifaltigkeitssonntag wird auch in diesem Jahr wieder Anlass für die Pfarrgemeinde Schmidmühlen sein, zur Dreifaltigkeitskirche auf dem Kreuzberg zu pilgern – unbestritten das Wahrzeichen des Marktes. Prediger und Hauptzelebrant ist in diesem Jahr Diakon Dr. Wolfgang Holzschuh.

Am 16. Juni findet um 9 Uhr der Festgottesdienst vor der Grotte am Kreuzberg statt. Die Blaskapelle St. Ägidius übernimmt die musikalische Umrahmung. Die Prozession zur Kreuzbergkirche beginnt um 8.30 Uhr vor der Pfarrkirche. Bei Regenwetter findet der Gottesdienst ebenfalls bereits um 9 Uhr in der Pfarrkirche statt. Eine Auffahrt zum Kreuzberg ist mit dem Privatauto nur von 8 bis 10 Uhr möglich. Die Verköstigung übernimmt wieder die Kirwagemeinschaft.

Der Kreuzberg ist 469 Meter hoch. Inmitten eines frühgeschichtlichen Ringwalls steht dort die barocke Wallfahrtskirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Über Jahrtausende war der Kreuzberg Zufluchtsort und Hoffnung für viele Menschen aus den umliegenden Dörfern und Höfen, getrieben von Kriegen und Seuchen.

Kreuzbergfest

  • Datum:

    Der Dreifaltigkeitssonntag, an dem das Kreuzbergfest traditionell stattfindet, fällt heuer auf den 16. Juni.

  • Zeit:

    Um 9 Uhr findet der Festgottesdienst auf dem Kreuzberg statt. Die Prozession beginnt um 8.30 Uhr vor der Pfarrkirche Schmidmühlen.

Ihre Entstehung verdankt die Kirche einem Gelübde der Menschen aus den umliegenden Ortschaften und Gehöften. Grund war eine verheerende Viehseuche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Kirche wurde 1697 erbaut und 1897 von Grund auf renoviert. Den Holzaltar ziert die Gruppe der Heiligen Dreifaltigkeit, eingerahmt vom heiligen Antonius. Links vor der Kirche kann man zwischen Sträuchern und Bäumen noch Reste des Mesneranwesens erkennen. Die Kirche hatte von 1703 bis 1939 einen eigenen Mesner. Als der Truppenübungsplatz 1939 errichtet wurde, musste der Kreuzberg geräumt werden. Nach dem Krieg wurde das Mesneranwesen noch bis 1951 bewohnt, musste dann aber bei der Wiederinbetriebnahme des Truppenübungsplatzes durch die US-Armee endgültig geräumt werden. Das Mesneranwesen verfiel langsam zur Ruine und wurde schließlich 1953 geschleift.

1969 konnte die Kreuzbergkirche durch Pfarrer Otto Gillitzer nach Zustimmung der US-Streitkräfte zurückerworben werden. Die meisten und die schönsten Votivbilder sind leider seit der Ablösung und durch Kirchendiebstähle verschwunden. Dies ist auch der Grund, warum alle wertvollen Bilder und Heiligenfiguren in der Pfarrkirche oder im Pfarrheim gelagert werden. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist sie bis heute ein weiteres Schmuckstück Schmidmühlens und erfreut sich vieler Besucher aus nah und fern. (abu)

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