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SPD zu Besuch in der Metzgerei Reif

In dem Betrieb mit Gasthof in Ursensollen klagte Metzgermeister Konrad Reif über übermäßige Bürokratie im Handwerk.

Kreisvorstandschaft besucht Handwerk vor Ort. Foto: Norbert Mitlmeier
Kreisvorstandschaft besucht Handwerk vor Ort. Foto: Norbert Mitlmeier

Amberg.Der SPD-Kreisvorstand Amberg-Sulzbach besuchte den Gasthof und Metzgerei Reif in Ursensollen, um sich ein Bild von den Sorgen und Nöten des Handwerks zu machen. Michael Rischke hatte als SPD- Ortsvorsitzender von Ursensollen und Kreisvorstandsmitglied den Termin geplant. Das Gasthaus und die Metzgerei Reif seien eine wichtige Institution im Ort, ohne die das Vereinsleben in seiner jetzigen Form schlecht denkbar sei, so Rischke.

Konrad Reif ging in der Vorstellung seines Betriebes auf die Geschichte des Betriebs ein, der aktuell in der dritten Generation geführt werde. Reif betonte ausdrücklich die enorme Bedeutung der Vereine im Dorf. An fast jedem Wochenende seien im Dorf Feste geplant, die er in irgendeiner Form unterstütze, sei es in Form von Getränken, Fleisch und Wurstwaren oder der Kühlung verderblicher Speisen. Es sei zwischen Gastwirtschaft, Metzgerei und Vereinen ein Geben und Nehmen – nur so könne man gut miteinander auskommen und den Gasthof am Leben halten.

Konrad Reif beklagte jedoch die immer mehr ausufernde Bürokratie. Diese sei auf große Betriebe zugeschnitten und für kleine Betriebe nur noch schwer zu handhaben. So erfordere beispielsweise die Buchhaltung für die Steuer einen immer größeren Aufwand. Erheblicher Aufwand müsse betrieben werden für die Dokumentation des Warenverkehrs zwischen Metzgerei und Gastwirtschaft. Tagesabrechnungen müssten noch am gleichen Abend handschriftlich fertiggestellt werden. Sein Arbeitstag, so Reif, gehe manchmal von vier bis 24 Uhr.

Weitere Themen

  • Kandidaten:

    Kreisvorsitzender Uwe Bergmann berichtete vom geplanten Ablauf der Nominierungen des Landratskandidaten der SPD und der Kandidaten für die Kreistagsliste. Die Vertreter der jeweiligen Ortsvereine berichteten zum Stand der Kandidatensuche für die kommende Kommunalwahl und Bürgermeisterwahl in 2020.

  • Zukunft:

    Im Weiteren gab es eine emotionale Diskussion über die aktuelle Situation der SPD und dem Ringen nach verstärkter Akzeptanz bei den Wählern. Hierzu müsse die Programmatik der SPD verständlich in die Breite getragen werden so die Meinung von Norbert Mitlmeier.

In seinen Betrieb habe er in den zurückliegenden Jahren massiv investiert. So wurden Küche, Gastwirtschaft und Fremdenzimmer mit erheblichen Mitteln modernisiert. Diesen Betrieb unter Pachtbedingungen zu führen wäre nicht denkbar. Personal zu finden, das bereit sei auch an den Wochenenden zu arbeiten, werde immer schwieriger. Für seine Gastwirtschaft suche er aktuell einen Koch. Der Mindestlohn sei für seinen Betrieb noch nie ein Thema gewesen. Aktuell bilde er einen Metzgerlehrling in seinem Betrieb aus, so Reif.

Die Metzgerei schlachtet aktuell auch für zwei weitere Betriebe mit. Die Anforderungen an seine verhältnismäßig kleine Metzgerei stiegen jährlich und seien aus seiner Sicht an die Großbetriebe angepasst. In seiner Metzgerei könne es nicht vorkommen, dass ein Schwein noch halb lebendig im Brühtrog landen würde, wie dies in den Massenschlachtereien vorkomme. Bei ihm würden die Tiere stets unter Einhaltung des Tierwohles geschlachtet. Seine Tiere stammten allesamt aus dem Landkreis und die Züchter seien ihm alle persönlich bekannt.

Letztlich entscheide jedoch der Verbraucher mit seinem Kaufverhalten darüber, ob das Fleisch von einem Tier stammt, das artgerecht gehalten und geschlachtet wurde. Die ständig steigenden Auflagen seien zum Teil nur deshalb erforderlich, weil in den Großschlachtereien immer wieder Beanstandungen zu beklagen seien, die in seinem Betrieb undenkbar wären, so Reif.

Der Metzgermeister würde sich von der Politik wünschen, dass bei der Gesetzgebung mehr auf die Belange des Handwerkes Rücksicht genommen werde –ansonsten werde es in Zukunft wohl nur noch Großschlachtereien geben.

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