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Jubiläum

Happy Birthday: Die Fans feiern BMW

Sie haben eine Passion: alles, was mit der weiß-blauen Automarke zu tun hat. Einer der größten Clubs sitzt in der Oberpfalz.
Von Christine Hochreiter, MZ

  • 100 Jahre BMW: Für den Termin mit unserem Medienhaus haben Clubmitglieder sogar eine Jubiläumstorte gebacken. Foto: Schönberger
  • Helmut Schmid, Vorstandsmitglied des Eichstätter Clubs, kam auf einen Blitzbesuch bei den Oberpfälzer Freunden vorbei. Foto: Schönberger
  • Clubmitglieder präsentieren die Jubiläumstorte auf einem ihrer heiß geliebten Autos. Foto: dpa
  • Nur ein paar wenige von insgesamt 2500 Modellautos. Foto: Schönberger
  • In dieser Garage in Sulzbach-Rosenberg wird unter einer Hebebühne gefeiert. Foto: Schönberger

Sulzbach-Rosenberg.Man muss schon Hardcore-Fan sein, um sich bei diesen frostigen Temperaturen zum Feiern in eine kalte Garage zu begeben. Die Mitglieder des BMW Clubs Oberpfalz sind offensichtlich alles andere als zimperlich. Für die MZ-Redakteurin und die Fotografin haben sie ein Kuchenbuffet aufgebaut und lassen die Automarke mit dem weiß-blauen Emblem schon mal vor den offiziellen Festivitäten hochleben. Der Clou ist eine selbstgebackene Torte mit dem BMW-Logo auf Schokolade.

20 Jahre wird der BMW Club Oberpfalz in diesem Jahr. Er wird von Sulzbach-Rosenberg (Kreis Amberg-Sulzbach) aus gesteuert. Gut 130 Mitglieder zwischen Tirschenreuth, Waldmünchen, Schwandorf, Neumarkt und Regensburg gehören offiziell dazu.

Bei uns ist jeder willkommen, der Teamgeist und Begeisterung für die Marke BMW oder MINI mitbringt.

Auszug aus dem Text auf der Homepage des Clubs

Vorstand Thomas Ullmann ist Gründungsmitglied und sagt stolz, dass ganze Familien vom BMW-Fieber infiziert seien. Inzwischen wachse schon die zweite Generation nach. Die Mitglieder seien zwischen drei und 75Jahre alt. Der Club ist nach eigenen Angaben einer der größten im Dachverband organisierten BMW-Automobil-Clubs Deutschlands. „Bei uns ist jeder willkommen, der Teamgeist und Begeisterung für die Marke BMW oder MINI mitbringt. Zudem sollte man einen gepflegten BMW oder MINI besitzen, wobei das Alter und die Baureihe egal sind“, heißt es auf der Homepage.

Passionierter Freizeit-Schrauber

Die BMW-Fans aus der Oberpfalz haben für unser Foto ihre Autos aus Garagen, Hallen und Scheunen geholt. Foto: Schönberger
Die BMW-Fans aus der Oberpfalz haben für unser Foto ihre Autos aus Garagen, Hallen und Scheunen geholt. Foto: Schönberger

Hier in dieser Garage in der Lobenhofstraße verbringt Thomas Ullmann einen großen Teil seiner Freizeit und schraubt an seinen geliebten Autos herum. Die Ehefrau trägt es mit Fassung. Sie wurde selbst ein Fan. Im Leben außerhalb seiner privaten Leidenschaft ist er „Angestellter im öffentlichen Dienst“, wie er sagt, ohne konkreter zu werden. Der Biertisch, an dem die Clubmitglieder heute sitzen, steht unter einem weißen BMW, den der Vorstand gerade für seine Tochter „herrichtet“. Den E30 318i hat er für 400 Euro zurückgekauft, nachdem er ihn vor Jahren schon verkauft hatte.

Schreiben Sie bitte ja nicht, wo das genau ist.

Helmut Schmid, Vorstandsmitglied des BMW Club Eichstätt zu den „Schätzen“, die die Mitglieder in einer Tiefgarage geparkt haben.

Die Liste der gemeinsamen Ausfahrten, Stammtische, Grillfeste, Besuche von Motorsportveranstaltungen und sonstigen Zusammenkünften ist lang. Zweiter Vorstand Thomas Zölch zeigt die umfangreich bebilderten Jahresbücher der Club-Aktivitäten. Wenn man Mitglieder fragt, was sie konkret so an der Marke BMW fasziniert, erzählt jeder erst einmal seine persönliche Autogeschichte. Wann und wie er plötzlich auf BMW umgeschwenkt ist. Da geht es um für den interessierten Laien schwer verständliche technische Superlative, die Vorteile des Heckantriebs, die „Leistung“, den „besten Motor der Welt“, ein „Fahrgefühl wie in keinem anderen Auto“ oder aber einfach nur um „großartige Fahrzeuge“. Die Geschichte des Unternehmens und speziell nahezu jedes einzelnen Modells einschließlich der technischen Daten kennen viele Clubmitglieder aus dem Effeff.

Kommentar

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Der Präsident kommt angerauscht

Dieser M4 ist keineswegs der einzige BMW von Helmut Schmid, Präsident des BMW-Club Deutschland e.V. Foto: Schönberger
Dieser M4 ist keineswegs der einzige BMW von Helmut Schmid, Präsident des BMW-Club Deutschland e.V. Foto: Schönberger

Helmut Schmid, Präsident des BMW-Club Deutschland e.V. und zugleich Vorstandsmitglied des BMW Club Eichstätt sowie des BMW Slalom Cup Deutschland, ist mit seinem M4 kurz mal um die Ecke angerauscht gekommen. Sein „austin gelbes“ Geschoss hat 500 PS und ist bei irgendwo über 300 Stundenkilometern abgeregelt. Der M4 ist keineswegs Schmids einziger BMW. Zu seiner Sechs-Auto-Privatflotte zählt auch ein knallroter Z3 M Roadster. Die Mitglieder des BMW Clubs Eichstätt haben eine Tiefgarage angemietet, in der rund 50 Autos stehen. Schmid: „Schreiben Sie bitte ja nicht, wo das genau ist. Es geht schließlich um ganz schöne Werte.“ Ein Werkstattmeister kümmert sich um die Schätze der 32 Clubmitglieder im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. Schmid selbst ist passionierter Motorsportler. Bavarian Classic, BMW-Slalom Cup, Langstrecke – die Liste der Veranstaltungen, an der er teilnimmt, ist lang.

Auch in Sulzbach-Rosenberg beschränken sich BMW-Fans in der Regel nicht auf ein einziges Fahrzeug. „Im Schnitt hat jeder von uns mindestens drei Autos“, sagt Ullmann. Der Vorstand selbst nennt neun sein eigen. „Es kommt darauf an, was sie unter einem Auto verstehen“, sagt er mit Blick auf etwas, das die Autorin schon eher als Karosserie bezeichnen würde. Von seinen etwa 2500 Modellfahrzeugen erst gar nicht zu reden.

Botschafter für die Marke BMW

Vorstand Thomas Ullmann ist Gründungsmitglied und schon lange vom BMW-Fieber infiziert. Foto: Schönberger
Vorstand Thomas Ullmann ist Gründungsmitglied und schon lange vom BMW-Fieber infiziert. Foto: Schönberger

Laut Schmid haben die weit über 100 deutschen offiziell von BMW anerkannten Clubs mit rund 2500 Mitgliedern, die dem Dachverband angehören, jeweils eine unterschiedliche Ausrichtung. Der BMW Drivers Club La Familia aus Berlin etwa ist stark sozial engagiert und steht mit einem Kinderhospiz in einem engen Kontakt – einem Ort, der für viele kleine Menschen zur Endstation wird. Große und kleine Gäste aus dem Hospiz lädt der Club immer wieder zu seinen Veranstaltungen ein. Die Mitglieder eines anderen Clubs hätten beispielsweise Freude daran, den Motorraum ihrer Fahrzeuge zu vergolden. Allesamt seien die BMW-Fans aber Botschafter für die bayerische Automarke. Das hätten im Übrigen auch Händler erkannt. Der BMW Club Oberpfalz etwa werde von einem großen Autohaus mit Sitz in Schwandorf unterstützt.

Für ein Gruppenbild haben die BMW-Fans ihre Schätze, die in Garagen, Hallen und Scheunen überwintern, herausgefahren. Und obwohl die Zahl in Anbetracht eines Wochentag-Nachmittags überschaubar ist, passen bei weitem nicht alle Autos auf das Foto. Man spürt, dass die Chemie zwischen den Club-Mitgliedern stimmt, dass alle eine Leidenschaft eint. Sie brennen für alles, was mit der Marke BMW zu tun hat und es gibt so gut wie keinen Fan-Artikel, den sie nicht besitzen. Die anwesenden Club-Damen scheinen jedenfalls nicht zu frieren. Zur Feier des Tages tragen sie dünne weiße BMW-Blusen und Jacken.

Unsere Bildergalerie zeigt die Meilensteine der Unternehmensgeschichte:

Die Meilensteine der BMW-Geschichte

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Die BMW-Standorte in Ostbayern

  • Regensburg:

    Vor 30 Jahren ging das Regensburger BMW-Werk an den Start. Seither wurden mehr als sechs Millionen Fahrzeuge in der Oberpfalz gefertigt. Die Generationen der 3er Baureihe haben daran den größten Anteil. In Regensburg verlassen tagtäglich 1400 Fahrzeuge das Werk. 2015 wurden zwei neue Modelle in die Serienproduktion integriert: der BMW 2er Gran Tourer als erster Siebensitzer der Marke und die Neuauflage des BMW X1. Das Unternehmen hat zuletzt allein 300 Millionen Euro in den Karosseriebau investiert und Regensburg als kompetenten Standort für die Produktion kompakter Modelle etabliert. Neben dem 2er Gran Tourer und dem BMW X1 werden in Regensburg der BMW 1er, die 3er Limousine, die M3 Limousine, das 4er Cabrio und das M4 Cabrio sowie bis zum August der Z4 Roadster produziert.

  • Wackersdorf:

    Seit über 26 Jahren engagiert sich BMW auf dem ehemaligen WAA-Gelände in Wackersdorf (Kreis Schwandorf). Im Taxöldener Forst wurde ein Kompetenzzentrum der Zulieferer für die Inneneinrichtung verschiedener BMW-Modellreihen geschaffen. Der Automobilkonzern ist im „Innovationspark Wackersdorf“ aber auch selbst aktiv. BMW stieg 2009 mit der Gründung des Joint Ventures SGL Automotive Carbon Fibers in die Carbontechnologie ein. Seit 2010 werden in Das Wackersdorfer Karbon-Wunder Wackersdorf sogenannte Gelege aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen produziert – vor allem für den Elektroflitzer BMW i3. In Wackersdorf beschäftigt das Unternehmen heute rund 1400 Mitarbeiter. Inklusive der Arbeitnehmer bei Fremdfirmen sind dort derzeit 3000 Beschäftigte tätig. Rund 4,4 Milliarden Euro hat der weiß-blaue Autokonzern von 1986 bis Ende 2015 in seine beiden Oberpfälzer Standorte investiert.

  • Landshut:

    Am 1. Januar 1967 übernahm BMW den mittelständischen Autobauer Hans Glas GmbH mit seinen Standorten Dingolfing und Landshut (damals 140 Mitarbeiter). Seither wurde der Standort Landshut sukzessive aufgebaut und neue Technologien wurden angesiedelt. Heute produzieren dort rund 4100 Mitarbeiter unter anderem Motor- und Fahrwerkskomponenten, Kunststoff- und Karosseriekomponenten. Als Kompetenzzentrum für die Zukunftstechnologien Leichtbau und Elektromobilität ist das Werk Landshut frühzeitig in die Entwicklungsprozesse neuer Fahrzeuge eingebunden. Am weltweit größten Komponentenstandort der BMW Group entstehen auch wesentliche Komponenten für die i-Modelle.

  • Dingolfing:

    Das Werk Dingolfing ist zum größten BMW-Werk und zugleich eine der größten Fabriken weltweit herangewachsen. Rund 17 500 Mitarbeiter produzieren derzeit die mittleren und großen Baureihen von BMW. Täglich rollen etwa 1600 Fahrzeuge von den Bändern. Dazu gehören der BMW 4er Gran Coupé, BMW 5er und M5, BMW 6er und M6 sowie der edle BMW 7er. Die sechste Generation des Luxus-Flaggschiffs ging 2015 an den Start. (ti)

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