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Medizin

Hebammen-Studentin

Die Geburtshilfe soll spätestens ab 2021 akademisiert werden. Das Krankenhaus St. Anna arbeitet bereits jetzt mit der OTH zusammen.

Eine Hebamme untersucht eine Schwangere (gestellte Szene). Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Eine Hebamme untersucht eine Schwangere (gestellte Szene). Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Sulzbach-Rosenberg.Fast jeden Monat gibt es in Deutschland eine Meldung über die Schließung einer Geburtshilfestation. Fast jedes kleine Krankenhaus sucht verzweifelt Hebammen, die die tägliche Arbeit leisten. Hinzu kommt eine neue Herausforderung: 2021 ist die Ausbildung neuer Hebammen im Rahmen eines Bachelorstudiengangs verpflichtend. „Die bisherigen Hebammenschulen verlieren ihre Aufgabe, nicht gerade zielführend, um den großen Mangel an Hebammen in Deutschland und besonders in Bayern zu beheben“, heißt es in einer Pressemitteilung des St. Anna Krankenhauses Sulzbach-Rosenberg.

Im Gegenzug gebe es gerade zwei Standorte in Bayern, nämlich München und Regensburg an denen Universitäten Pilotstudiengänge anbieten. Die theoretische Ausbildung findet an den Universitäten statt, die praktische Ausbildung in den Krankenhäusern. Angesichts dieser drängenden Aufgabenstellungen will die Geburtshilfe am St. Anna Krankenhaus deshalb neue Wege gehen und beteiligt sich im Rahmen der praktischen Ausbildung an den Pilotstudiengängen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Wie Vorstand Klaus Emmerich berichtet, begann mit dem Semester am 1. Oktober diesen Jahres eine Studentin ihr Bachelorstudiengang Hebammenkunde an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Ab 14. Oktober ist ihre praktische Ausbildung am St. Anna Krankenhaus vorgesehen. Damit nimmt das Krankenhaus eine Vorreiterrolle ein, bevor im Jahr 2021 in Deutschland die universitäre Ausbildung aller Hebammen verpflichtend wird. „Mit dieser Entscheidung setzen wir ganz bewusst ein Zeichen für den langfristigen Erhalt der Geburtshilfe am Standort Sulzbach-Rosenberg“, betonen Chefarzt Dr. Vietoris, Vorstand Emmerich und die Hebammengemeinschaft St. Anna.

Die Einführung ist nach Aussage aller Beteiligten eine Herausforderung. Zwischen der Genehmigung des Pilotstudiengangs an der OTH Regensburg und der Umsetzung in den ausbildenden Krankenhäusern lagen nur wenige Monate der Vorbereitung. Verträge waren zu schließen, Ausbildungsleitfäden zu koordinieren und alle beteiligten Berufsgruppen in die Ausbildung einzubinden. „Wir sind stolz, dass wir es trotzdem geschafft haben“, werden die Hebammen und die Pflegekräfte, die die Hauptlast der Umsetzung tragen, zitiert. Nach der praktischen Ausbildung der Medizinstudenten der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist dies die zweite akademisierte Ausbildung im Kommunalunternehmen „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“.

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