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Einsatz

Polizei befreit 32 Tiere aus einem Haus

Katzen, Hunde, exotische Tiere: Sie wurden in Sulzbach-Rosenberg nicht artgerecht gehalten. Jetzt sprechen die Tierschützer.

Auch einen Gleitbeutler fanden die Beamten in dem Haus. Foto: Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Bayern
Auch einen Gleitbeutler fanden die Beamten in dem Haus. Foto: Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Bayern

Sulzbach-Rosenberg.Aufgrund eines Hinweises aus der Bevölkerung kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg am Samstagnachmittag ein Wohnanwesen im Stadtgebiet unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes, teilt die Polizei mit.

Wie der Deutsche Tierschutzbund – Landesverband Bayern in einer Pressemitteilung schreibt, hatte der Tierschutzverein Amberg bereits versucht, „gegen die aus dem Ruder gelaufene Tierhaltung vorzugehen“. Eine erneute Anzeige bei der Polizei war laut Tierschützern jetzt Anlass für eine weitere Kontrolle.

Elf Hunde, sieben Katzen, Vögel und Reptilien

Die Frau hatte neben elf Hunden und sieben Katzen auch diverse exotische Tiere bei sich daheim. Foto: Uwe Zucchi/dpa
Die Frau hatte neben elf Hunden und sieben Katzen auch diverse exotische Tiere bei sich daheim. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Die Beamten der PI Sulzbach-Rosenberg trafen laut Polizeibericht auf insgesamt 32 Tiere, die zum Teil nicht artgerecht gehalten beziehungsweise in einem schlechten Allgemeinzustand waren. Neben elf Hunden, darunter drei Welpen, sieben Katzen diverser Rassen und einer Ratte trafen die Ordnungshüter auch auf exotische Vögel und Reptilien, für die die Tierhalterin keine artenschutzrechtlichen Besitzgenehmigungen vorweisen konnte.

Die gefundenen Kakadus wiesen Verletzungen auf. Foto: Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Bayern
Die gefundenen Kakadus wiesen Verletzungen auf. Foto: Deutscher Tierschutzbund – Landesverband Bayern

Der Deutsche Tierschutzbund wird in seiner Mitteilung genauer. Er schreibt: „Fünf Papageien, darunter zwei hühnergroße Gelbbrust-Aras und drei abgemagerte und kranke Nacktaugen-Kakadus, wurden in winzigen Käfigen vorgefunden. Die Kakadus wiesen Verletzungen auf und waren zum Teil stark gerupft – eine Verhaltensstörung. In einem weiteren, sehr kleinen Käfig befand sich ein Prevost-Schönhörnchen, in einem weiteren ein Gleitbeutler. Keinem der Tiere stand auch nur im Ansatz ausreichend Platz zur Verfügung, die Tiere hatten kein Trinkwasser und waren augenscheinlich vernachlässigt.“

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Weiter schreiben die Tierschützer: „In einem winzigen ehemaligen Aquarium befanden sich eine stark abgemagerte Bartagame mit schwerem Gelenkschaden sowie ein Gecko.“ Laut Tierschutzbund war „nichts von dem, was solche Tiere zum Leben und für ihr Wohlbefinden benötigen“, vorhanden. Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass in einem stark verschmutzen Behälter vier Wasserschildkröten gefunden wurden. „Auch diese Tiere hatten annähernd keine Bewegungsmöglichkeit, geschweige denn das Notwendigste zum Leben“, schreiben die Tierschützer.

Tierheime kümmerten sich um die Tiere

Nach Rücksprache mit der Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Amberg und dem Veterinäramt des Landkreises Amberg-Sulzbach wurden die Tiere zur Vorbereitung der Einziehung beschlagnahmt, teilt die Polizei mit. Mitarbeiter des Amberger Tierheimes nahmen sie anschließend in ihre Obhut.

Wie der Tierschutzbund mitteilt, konnten alle Tiere beurteilt und am Ende gut in Tierheimen untergebracht werden. Ein Tierheim alleine wäre kaum imstande, so unterschiedliche Tiere auf einmal zu beherbergen.

Gegen die Tierhalterin, eine Endfünfzigerin aus der Herzogstadt, wurde ein Strafverfahren wegen verschiedener tier- und artenschutzrechtlicher Tatbestände eingeleitet. Auch der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern, überlegt, Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Artenschutzgesetz zu stellen.

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