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Aktionstag

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Angehörige von Demenzkranken erhalten Tipps und Hilfe.

Einfache Tätigkeiten können die Feinmotorik von demenziell Erkrankten stärken.  Foto: Dietl
Einfache Tätigkeiten können die Feinmotorik von demenziell Erkrankten stärken. Foto: Dietl

Amberg.Erkrankt ein Mensch an Demenz, verändert sich durch die Diagnose nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Angehörigen. Gerade für Letztere ist der Umgang oft nicht leicht. Wut, Hilflosigkeit, Mitleid, Verzweiflung sind nur ein paar der Gefühle, die mit einer demenziellen Erkrankung eines Angehörigen einhergehen, wie das Klinikum St. Marien Amberg mitteilt.

Unterstützung und Tipps geben, ist auch das Anliegen des Klinikums St. Marien Amberg. Auf jeder Station gibt es deshalb einen speziellen Demenzbeauftragten, um Angehörigen konkrete Hilfen und Verhaltenstipps für den Alltag an die Hand zu geben.

„Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung sind die drei Schlüsselworte. Das ist es, was Betroffene und Angehörige in solch einer Situation brauchen“, betont Ulrike Dropco, stellvertretende Pflegedirektorin des Klinikums. Bei einem Aktionstag zum Thema Demenz, der noch vor dem Versammlungsverbot stattfand, konnten die Besucher an verschiedenen Stationen selbst aktiv werden. Im Fokus standen die Themen Beratung, Kinaesthetics, basale Stimulation und Erinnerungspflege.

Gerade positive Erinnerungen können das Wohlbefinden demenzerkrankter Menschen steigern und dazu beitragen, das Gedächtnis zu bewahren. „Bestimmte Gerüche wie Zitrusdüfte oder Lavendel können belebend oder auch beruhigend auf Demenzpatienten wirken. Oft erleben wir auch, dass Betroffene mit einem bestimmten Geruch wie Kaffee ein früheres, schönes Erlebnis verknüpfen“, erklärt Ingrid Eheim von der Demenz AG des Klinikums. Durch das Lösen von Rätseln, das Vervollständigen von Sprichwörtern oder auch durch das Ausschneiden von Papierfiguren gelingt es außerdem die Feinmotorik zu stärken. Demenziell Erkrankten verschafft man damit auch ein Erfolgserlebnis, eine Aufgabe. „Wir wollen zeigen, wie man mit einfachen Dingen die Betroffenen dort abholen kann, wo sie gerade stehen und man ihnen damit zeigt, dass sie gebraucht werden.“

Miteinbeziehen, teilhaben lassen – zwei wichtige Punkte im Umgang mit Demenzpatienten. Das gilt auch, um die Angehörigen bei der Pflege zu unterstützen. Hier setzt Kinaesthetics an, die Lehre von Bewegung. Ein Konzept, das dazu dient die Betroffenen und die Pflegenden mit oft kleinen Hilfsmitteln zu entlasten.

„Eine beschichtete Antirutschmatte kann mir zum Beispiel beim Umbetten helfen“, so Margarete Hirsch, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Klinikum. „Bei Kinaesthetics geht es um eine ressourcenschonende und den Patienten einbeziehende Form der Bewegungsgestaltung.“

Und Eheim ergänzt: „Unser Ziel ist es, Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zu schaffen, um Demenzerkrankten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“

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