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Feuerwehr

Im starren Anzug ist alles viel schwerer

Zehn Aktive aus dem Kreis Amberg-Sulzbach, darunter eine Frau, trainierten das Arbeiten mit dem Chemikalienschutzanzug.

Schweißtreibend gestaltete sich im starren Chemikalienschutzanzug das Umpumpen per Hand, das wegen „Explosionsgefahr“ erfolgte. Foto: Graf
Schweißtreibend gestaltete sich im starren Chemikalienschutzanzug das Umpumpen per Hand, das wegen „Explosionsgefahr“ erfolgte. Foto: Graf

Vilseck.Im großen Spektrum des Feuerwehrdienstes gehören neben den Brand- und Unfallszenarien Gefahrguteinsätze zu den eher selteneren, aber wohl zu den anspruchsvollsten Einsätzen. Der Grund: Sie verlangen von den Wehrleuten körperliche Fitness, Fachwissen zur Stofferkennung sowie enorme Geschicklichkeit. Um im Ernstfall für solche Einsätze gerüstet zu sein, bot die Kreisbrandinspektion Amberg-Sulzbach den Wehren mit ausgebildeten Trägern von Chemikalienschutzanzügen (kurz: CSA) wieder einen Wiederholungslehrgang zur Auffrischung ihres Wissens an.

Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Alexander Graf fanden sich zehn CSA-Träger, darunter eine Frau, von den Feuerwehren Haselmühl, Freudenberg, Ensdorf, Traßlberg, Sigl, Weigendorf und Königstein im Schulungssaal der FF Vilseck ein. Acht Ausbilder schulten die Aktiven.

Anstrengende praktische Arbeiten

Mit Erfolg haben zehn Aktive von den Feuerwehren Haselmühl, Freudenberg, Ensdorf, Traßlberg, Sigl, Weigendorf und Königstein den Wiederholungslehrgang für CSA Träger des Landkreises abgeschlossen. Foto: Graf
Mit Erfolg haben zehn Aktive von den Feuerwehren Haselmühl, Freudenberg, Ensdorf, Traßlberg, Sigl, Weigendorf und Königstein den Wiederholungslehrgang für CSA Träger des Landkreises abgeschlossen. Foto: Graf

Dabei standen die Grundtätigkeit, das richtige Anlegen und Tragen des schweren Chemikalienschutzanzuges, die Bewegungsabläufe und die Sicherheit beim Arbeiten im Vordergrund. Die Aktiven wurden dazu an Gerätschaften sowie zu den Arbeitsabläufen im Gefahrguteinsatz geschult. Kreisbrandinspektor Christoph Strobl (Vilseck) unterstrich die Notwendigkeit dieser Ausbildung, aber auch die zusätzliche Belastung der Feuerwehrangehörigen.

Unterricht über die Eigenschaften „Brennbarer Flüssigkeiten“ startete den Lehrgang. Am Gerätewagen Gefahrgut der FF Amberg bekamen die Lehrgangsteilnehmer eine Ein- und Unterweisung an Gerätschaften, die im Ernstfall zum Einsatz kommen können. Gefahrstoffumfüllpumpen wurden aufgebaut und Edelstahl-Behältnisse errichtet.

Nach einer kurzen Mittagspause begab man sich zum Übungsparcours, der im und um das Gerätehaus Vilseck aufgebaut war. Dort galt es, verschiedene Stationen unter schwerem CSA zu bewältigen. Station eins war dem richtigem Anlegen der Schutzkleidung gewidmet. Bei Station zwei galt es, die Membranpumpe des Gerätewagen Gefahrgut in Betrieb zu nehmen. Durch die eingeschränkte Sicht im Vollschutzanzug ist es gar nicht so einfach; das Pumpen ist eine kräftezehrende Angelegenheit.

Der CSA-Lehrgang

  • Bedeutung

    KBM Gefahrgut Alexander Graf betonte, es sei wichtig, dass auf Landkreisebene alle denselben Wissens- und Ausbildungsstand haben. Besonders im Bereich Gefahrgut müssten alle Handgriffe nahezu blind sitzen. Mit dieser Ausbildung sei man dem Ziel, im Landkreis Amberg-Sulzbach flächendecken Spezialkräfte auszubilden, wieder einen Schritt näher gekommen.

  • Dank

    Großer Dank galt der FF Vilseck für die zur Verfügung gestellten Räume und die logistische Unterstützung, der FF Amberg für die Ausbildung am Gerätewagen Gefahrgut und dem Fachbereich Atemschutz für die Unterstützung. KBI Christoph Strobl dankte den Fachbereichen Gefahrgut und Atemschutz sowie den Lehrgangsteilnehmern und den Ausbilder für ihren Einsatz.

Treppensteigen im Turm kam dazu

Station drei war der Erkundung gewidmet: Ganz oben im Schlauchturm mussten verschiedene Gefahrgutkennzeichnungen gefunden und gedeutet werden. Das Treppensteigen im Turm erleichterte die Aufgabe nicht.

An Station vier mussten an einer Übungsleitung mit Hilfe von Schrauben und Muttern ein Schieber und die dazugehörige Dichtung ausgetauscht werden. Durch das fehlende Gefühl, bedingt durch starre Schutzhandschuhe, fiel es nicht leicht, Schrauben und Schraubenschlüssel anzusetzen. An der letzten Station wurde das richtige und sichere Auskleiden geübt.

Zur Abschlussbesprechung fanden sich alle noch im Lehrsaal ein. Lehrgangsleiter KBM Gefahrgut Alexander Graf und KBI Christoph Strobl in Vertretung von KBR Fredi Weiß zeigten sich zufrieden mit der abgelegten Leistung. Der Lehrgang sei ohne Probleme abgelaufen, würdigte Graf.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach wurde eine spezielle CSA-Alarmierung für Gefahrguteinsätze aufgebaut.

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