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Neujahrsempfang

„Wichtiger Teil der Gemeinde“

Kümmersbrucker sind laut Bürgermeister stolz auf ihre Soldaten. Oberstleutnant Erbe geht auf die vielen Aufgaben ein.
Von Klaus Högl

  • Begrüßung am Eingang: Oberstleutnant Sebastian Erbe (links) und Bürgermeister Roland Strehl (2. von links) hießen die Gäste willkommen. Foto: Klaus Högl
  • Landrat Richard Reisinger (links) hörte auch interessiert zu. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Die Gemeinde Kümmersbruck und das Logistikbataillon 472 laden alljährlich zum Neujahrsempfang. „sicherheitspolitische Informationsveranstaltung“ heißt das im Jargon der Bundeswehr. Zum 15. Mal war dies heuer in der Schweppermannkaserne der Fall, und dabei gaben die Verantwortlichen einen Rückblick auf das Jahr 2019 sowie einen Ausblick auf 2020 über die Aufgaben und Projekte der Standortgemeinde und des Verbandes ab.

Das ist mittlerweile gute Tradition, auch diesmal wieder erlebte die Schweppermannkaserne einen großen Auftritt von Personen des öffentlichen Lebens aus nahezu allen Bereichen, natürlich auch mit Soldatinnen und Soldaten des Bataillons, an der Spitze Standortältester und Kommandeur, Oberstleutnant Sebastian Erbe, sowie der 1. Bürgermeister der Garnisonsgemeinde, Roland Strehl.

Verbundenheit demonstriert

Die Bundeswehr nimmt bei der Veranstaltung Bezug auf die sicherheitspolitische Lage, der Garnisonsbürgermeister stellt seine jetzige und künftige Gemeinde aus kommunalpolitischer Sicht dar. Und der Empfang danach im Casino hat dann auch wieder einen informativen Abend beendet, bei dem die Gäste ihre Verbundenheit mit dem Standort Kümmersbruck und die tiefe Verbindung zwischen öffentlichen und militärischem Leben trefflich demonstrieren konnten.

Die Veranstaltung wurde in bewährter Weise vom Musikverein Haselmühl-Kümmersbruck unter der Leitung von Marcus Hofmann musikalisch-schwungvoll umrahmt.

Bürgermeister Strehl ließ bei der „schlaglichtartigen“ Darstellung seiner politischen Gemeinde keine Nische aus und erneuerte die Verbundenheit zu den Soldatinnen und Soldaten in der Schweppermannkaserne. Viele wichtige Maßnahmen seien in Kümmersbruck abgeschlossen worden, „viele wegweisende Entwicklungen wurden auf den Weg gebracht“. Explizit für weitreichende Entscheidungen in Richtung Zukunft nannte Strehl das Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das es abzuarbeiten gelte.

Zweites Schlaglicht war für Strehl der gesellschaftliche Wandel, deutlich abzulesen in den Familien. Durch die Regelmäßigkeit, dass beide Elternteile berufstätig seien und die deshalb einhergehende Entwicklung stelle sich für Strehl „gar nicht mehr die Frage, ob wir dafür überhaupt zuständig sind, sondern nur noch darüber, wie wir die damit verbundenen Probleme lösen können, um das berühmte Rad am Laufen zu halten“.

Strehl weiter: „Haben wir uns vor acht Jahren noch darüber gestritten, ob Kümmersbruck eine sechste Kinderkrippengruppe benötigt, müssen wir mittlerweile der Tatsache Rechnung tragen, dass 31 Prozent der 365 Kümmersbrucker Kinder bis zum Alter von drei Jahren in Kinderkrippen betreut werden. Der Betreuungsgrad von Kindergartenkindern ist in unserer Gemeinde sogar 100 Prozent.“

Der Umgang der Bürger mit den gewählten Volksvertretern sei ein anderer geworden, jede auch noch so kleine Veränderung vor der Haustüre werde reflexartig kritisch hinterfragt und „teilweise grenzwertig öffentlich diskutiert“. Positive Rahmenbedingungen seien auch für Kümmersbruck vorhanden. Dabei wies er auf den „Seniorenwohnpark am Rathaus“ hin, insgesamt sprach Strehl im abgelaufenen Jahr von einer „Erfolgsgeschichte für Kümmersbruck.“ Zu den Soldaten gewandt betonte er: „Die Kaserne ist seit ihrer Gründung Ende der 50er Jahre kein lästiges Anhängsel der Infrastruktur, sondern ein wichtiger Teil unserer Gemeinde, auf den wir nicht nur zu bestimmten, hochrangigen Anlässen furchtbar stolz sind.“

Auf die vielschichtigen militärischen Aufgaben und Belastungen des Bataillons ging Oberstleutnant Sebastian Erbe ein. Der sah im reichlichen Besuch auch eine Wertschätzung zur Bundeswehr und der zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erbe blickte dann zurück auf 2019, auf das Einsatzjahr seines Bataillons in Afghanistan, Mali, im Irak und im Kosovo.

Das verlange „regelmäßige und fortwährende Ausbildung“, und das Bataillon habe seine Aufgabenstellung bestens absolviert. Beim Ausblick auf 2020 verhehlte der Kommandeur nicht, dass die Welt „nicht sicherer geworden ist“. Zwar sei 2020 für die überwiegende Mehrheit des Bataillons wohl kein Einsatzjahr, doch sei er fest davon überzeugt, dass wir „alle richtungsweisenden Impulse und Entwicklungen in Bezug auf die weltweiten Krisengebiete beobachten werden, die dann direkte Auswirkungen für unser Bataillon haben können“.

Dienst in Masar-e-Sharif

„Unsere Planung sieht vor, dass ich nächstes Jahr mit circa 100 Soldaten in Masar-e-Sharif Dienst leisten werden“, kündigte Erbe an. Derzeit könne er nicht abschätzen, ob künftig Kräfte seines Bataillons für den Irak zu entsenden seien. Grundsätzlich verfüge das Logistikbataillon 472 aber über diese Fähigkeiten und sei darauf eingestellt, Spezialisten für logistische Führungsaufgaben während der Einsatzphase im nächste Jahr abzustellen, machte der Kommandeur deutlich.

Prall gefüllt sei der Ausbildungs- und Übungskalender des Bataillons, meinte Erbe. Schon Ende Januar geht es für zwei Wochen ins Gefechtsübungszentrum des Heeres nahe Magdeburg, im Juli ist das Bataillon an der Logistikschule bei Bremen, schließlich der zweiwöchige Aufenthalt auf dem Bataillonsübungsplatz in Wildflecken im Oktober.

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