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Landtagswahl

Schwartz ist erneut im Landtag

Der CSU-Abgeordnete setzt sich in Amberg wieder als Direktkandidat durch, allerdings mit großen Stimmenverlusten.
Von Gerd Spies

  • Große Enttäuschung bei der CSU, als die ersten Hochrechnungen auf dem Bildschirm erschienen.
  • Wieder für den Stimmkreis Amberg-Sulzbach in den Landtag gewählt, wenn auch mit deutlich weniger Stimmen: MdL Dr. Harald Schwartz (CSU).

Amberg.Allen Parteimitgliedern stand schon um 18 Uhr beim CSU-Wahlabend im ACC die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als die erste Wahlprognose das befürchtete Ergebnis bestätigte. So auch beim Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz.

Mit rund sieben Prozent Stimmmen weniger als noch vor fünf Jahren, 40 Prozent aller Stimmen, knapp ein Prozent weniger als seine Partei bei den Erststimmen in seinem Wahlkreis 301 Amberg-Sulzbach sind aber die CSU und ihr Direktkandidat noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Die zweitmeisten Erststimmen erhielt laut Hochrechnung um 22 Uhr nicht wie in der Vergangenheit der SPD-Kandidat, sondern Alexandra Sitter, die Kandidatin der Freien Wähler. Nur knapp zwölf Prozent erhielt der neue Mann der SPD, Uwe Bergmann, gerade mal die Hälfte der Stimmen, die noch vor fünf Jahren Reinhold Strobl holte. Die Wahlbeteiligung lag mit gut 62 Prozent etwas unter der von 2013 (64 Prozent), aber deutlich unter der der Bundestagswahl, die im vergangenen Jahr bei mehr als 70 Prozent lag.

Das ist das Ergebnis der Landtagswahl im Stimmkreis Amberg-Sulzbach:

„Ab in die Schmoll-Ecke geht nicht! Jetzt ist der Wähler daran interessiert, dass in den nächsten Wochen eine funktionsfähige Regierung auf die Beine gestellt wird!“ Der alte und neue Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Amberg-Sulzbach richtet trotz dieses Wahldebakels den Blick nach vorne. „Wir haben jetzt fünf Jahre Zeit, uns die absolute Mehrheit im Landtag wieder zu erarbeiten“, gab Schwartz die Marschroute für seine Partei in der nächsten Zukunft aus. Eine eindeutige Schuldzuweisung für die Wahlniederlage wollte aber der Abgeordnete direkt nach Schließung der Wahllokale nicht vornehmen. „Vielleicht sind wir auch untereinander nicht richtig miteinander umgegangen“, deutete Schwartz eine mögliche Ursache an. „Eine Aufarbeitung des Wahlergebnisses wird sicher einige Wochen in Anspruch nehmen. Wichtig ist, daraus die richtigen Schritte einzuleiten“, erklärte Schwartz.

„Ab in die Schmoll-Ecke geht nicht! Jetzt ist der Wähler daran interessiert, dass in den nächsten Wochen eine funktionsfähige Regierung auf die Beine gestellt wird!“

Harald Schwartz

Da wurde Thomas Bärthlein, Listenkandidat Nr. 103 der CSU, schon deutlicher. „Immer wieder ist uns im Gespräch mit den Wählern der Name Seehofer um die Ohren gehauen worden“, beklagt Bärthlein. Der Verlust bei der Wählergunst habe aus seiner Sicht aber schon 2015 angefangen, mit Angela Merkels Satz „Wir schaffen das!“ zu Beginn der Flüchtlingswelle. Er selbst fordert daher von seiner Partei eine klare Zäsur. „Ich habe bereits an die Parteiführung die Botschaft mitgeteilt, einen vorgezogenen Parteitag mit Neuwahlen anzusetzen!“ Die Radikalisierung in der Wortwahl bei den Abgeordneten der AfD mache dem Amberger Stadtrat Angst, erinnere ihn an die Weimarer Zeit. Die Hoffnung, eventuell als Nachrücker im Laufe der Legislaturperiode doch noch in den Landtag hineinzurutschen, gebe Bärthlein nicht auf.

CSUler suchen Schuld nicht bei Seehofer

Alt-Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer sieht die Schuld für die Wahlniederlage nicht alleine bei Bundesinnenminister Horst Seehofer. „Das herbe Ergebnis für die CSU hat sehr unterschiedliche Ursachen“, ist sich Dandorfer sicher. Als besonders dramatisch sieht das ehemalige Amberger Stadtoberhaupt das Wahlergebnis der bisher zweitgrößten Partei SPD an. „Es ist erschütternd, dass die SPD als Volkspartei praktisch verschwunden ist!“. Auch wenn aus seiner Sicht die CSU in Amberg einen guten Wahlkampf gemacht habe, für Oberbürgermeister Michael Cerny wäre es ein Traumergebnis, wenn die CSU die 40 Prozent erreicht hätte. Für den Stimmkreis Amberg-Sulzbach sollte er recht behalten.

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