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Initiative

Die Heimat der Hufis entdecken

Das LIFE-Projekt zum Schutz der Großen Hufeisennase war ein Erfolg. Ab Hohenburg gibt es nun auch einen Fledermauswanderweg.

Die Kunstwanderstation in Hohenburg an der Uferpromenade der Lauterach ist auch der Ausgangspunkt für mehrere Fledermauswanderwege mit unterschiedlichen Strecken rund um Hohenburg. In den vergangenen Tagen wurden sie freigegeben. Foto: abp
Die Kunstwanderstation in Hohenburg an der Uferpromenade der Lauterach ist auch der Ausgangspunkt für mehrere Fledermauswanderwege mit unterschiedlichen Strecken rund um Hohenburg. In den vergangenen Tagen wurden sie freigegeben. Foto: abp

Hohenburg.Auch wenn jetzt nach sechs Jahren das LIFE-Projekt ausläuft, will sich Rudolf Leitl nicht zurücklehnen und zuschauen, was seine Schützlinge, die selten gewordene Fledermausart der Großen Hufeisennase, künftig machen werden. „Alleinlassen will ich meine Zöglinge nicht.“ Wichtig war ihm, eine Nachfolgemaßnahme zu bekommen.

Auch Hohenburgs Bürgermeister Florian Junkes machte sich für ein Nachfolgeprojekt stark. „Wir in Hohenburg freuen uns, dass mit dem Auslaufen des LIFE-Projektes nicht der Endpunkt gesetzt ist, sondern dass die Maßnahme mit eigenständigen Strukturen weitergehen wird.“

Eine dauerhafte Nachfolgelösung zu finden und die Zugänglichkeit des Fledermaushauses zu erhalten, sei das Ziel umfangreicher Planungen gewesen. Jetzt ist es amtlich: Mit einem Nachfolgeprojekt ist die Zukunft der Hohenburger Hufis gesichert.

Bürgermeister Florian Junkes betonte: „Danke, lieber Rudi, dass Du in den vergangenen Jahren nicht nur mit einer Vollzeitstelle bei uns in Hohenburg warst, sondern mit mindestens 1,5 Vollzeitstellen das Projekt betreut hast.“ Und Rudolf Leitl meinte: „Das Fledermaushaus als Zentrum ist zu einem schönen Refugium für unsere Hufeisennasen und für die Menschen zugleich geworden.“

Mehr als eine Million Euro investiert

Wie der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Christian Barth, im Hohenburger Rathaus informierte, wurden im Projektgebiet „Fledermausquartiere um Hohenburg“ im Lauterachtal und im Truppenübungsplatz Hohenfels mehr als eine Million Euro eingesetzt, um das Überleben der Großen Hufeisennase nachhaltig zu sichern. Die Hälfte der Kosten hat die EU getragen, knapp 37 Prozent der Bayerische Naturschutzfonds, 3,3 Prozent der Naturpark Hirschwald. Den Rest bringen die beteiligten Projektträger, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit 103 000 Euro und die BIMA für das Gebiet des Truppenübungsplatzes mit 75 000 Euro in die Finanzierung ein.

Mit der offiziellen Eröffnung des Fledermauswanderweges hat man jetzt auch die Gelegenheit geschaffen, dass die Menschen die für die Fledermauskolonie lebenswichtige Landschaft kennenlernen können. Der neue Hufi-Weg beginnt in Hohenburg bei der Kunstwanderstation an der Uferpromenade und bietet Varianten mit zwei, vier und acht Kilometern Länge. An elf Informationstafeln wird über Flugrouten, die Bedeutung von Brachen, Weiden und Streuobstwiesen sowie über den Wert der Karsthöhlen als Winterquartier informiert.

Fledermaushaus

  • Beginn

    Bis zur Rettung der letzten Wochenstube der Großen Hufeisennase war es ein steiniger Weg. Zum Erhalt der Kolonie wurde das ehemalige Ackerbürgerhaus zunächst gepachtet. Im Jahr 2007 ging das Anwesen mit Förderung des Naturschutzfonds in den Besitz des Marktes Hohenburg über.

  • Entwicklung

    Die endgültige Rettung gelang mit dem „Konjunkturpaket 2“ der Bundesregierung im Jahr 2009. Mit rund einer Million Euro wurde das Gebäude saniert und das Fledermausquartier optimiert. (abp)

„2012 startete der LBV das LIFE-Projekt Große Hufeisennase“, erinnerte Barth. Die bestehende Population sollte nachhaltig gestärkt und die Neugründung weiterer Wochenstuben gefördert werden. Ziel war es, die öffentliche Wahrnehmung für Fledermäuse zu verbessern. „Heute weiß man, dass dies der richtige Weg war“ – davon ist auch Dr. Andreas von Lindeiner vom LBV überzeugt.

Nach sechs erfolgreichen Jahren LIFE-Projekt können der LBV und seine Partner eine sehr positive Bilanz ziehen. Bedeutsam waren dabei auch die Wiederbelebung des ehemaligen Hohenburger Hutangers samt einer projekteigenen Rotviehherde und die Einbindung von Wanderschäfern.

Lebensräume für Insekten

Auch die pestizidfreien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels haben eine wichtige Funktion. „Die Weiden im Truppenübungsplatz stellen mit ihrem Insektenreichtum einen idealen Jagdlebensraum und damit einen Schlüsselfaktor zum Überleben der letzten deutschen Kolonie der großen Hufeisennase dar“, so der LBV-Artenschutzreferent Dr. Lindeiner. Auch die 150 neu gepflanzten Obstbäume sind ein wichtiger Baustein: Sie schaffen eine zusätzliche Landschaftsstruktur, vor allem aber sind sie wichtig als Lebensraum für die Beuteinsekten der gefährdeten Fledermausart. (abp)

In Kastl wurde kürzlich ein Fledermausturm vorgestellt.

Mehr über Projekte und Initiativen im Naturpark Hirschwald finden Sie hier in unserem MZ-Spezial!

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