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Projekt

Die Kinder sollen unsere Natur erleben

Isabel Lautenschlager möchte die Umweltbildung verstärken. Sie denkt an Kooperationen des Naturparks Hirschwald mit Schulen.
Von Michaela Fichtner

Wie weit springt denn nun welches Tier? Der Tierweitsprung ist eine der lehrreichen Disziplinen bei der Hirschwald-Olympiade. Foto: Archiv Corinna Fried
Wie weit springt denn nun welches Tier? Der Tierweitsprung ist eine der lehrreichen Disziplinen bei der Hirschwald-Olympiade. Foto: Archiv Corinna Fried

Ensdorf.Welche Bäume wachsen denn im Hirschwald? Und welche Tiere leben hier? Nur Hirsche? Oder: Wie ist der Hirschwald überhaupt entstanden? Fragen rund um den Hirschwald, der dem 2006 gegründeten Naturpark im Amberg-Sulzbacher Land den Namen gibt und zu den größten zusammenhängenden Wäldern Deutschlands gehört, sind gar nicht so einfach zu beantworten, wenn es um die Details geht. Sicher: Wie der Name schon sagt, leben Hirsche hier, auch Rehe, Wildschweine, Eichkätzchen, Hasen, viele Vögel und Insekten. In einem Gebiet mit reichlich Nadelbäumen, aber auch immer mehr Laubbäumen, bedingt durch den Klimawandel.

Umweltbildung ist Herzensanliegen

Isabel Lautenschlager möchte Kindern den Naturpark Hirschwald mit all seinen Facetten näherbringen. Foto: Babl
Isabel Lautenschlager möchte Kindern den Naturpark Hirschwald mit all seinen Facetten näherbringen. Foto: Babl

Wie man solches Wissen Kindern spielerisch vermitteln kann, zeigt seit inzwischen drei Jahren in besonderer Weise die Hirschwald-Olympiade, bei deren Disziplinen sich alles um den Wald und seine Tiere dreht. Beim Baumstamm-Puzzle geht es beispielsweise darum, die verschiedenen Baumarten auch zu erkennen. Und mit dem Tierweitsprung entdecken Mädchen und Buben schnell, was die Tiere so alles können.

So werden Spiel und Spaß draußen in der Natur, mitten im Naturpark, gleichzeitig zur Bildung. Und das liegt Isabel Lautenschlager, der Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald, ganz besonders am Herzen, wie sie sagt. Daher möchte sie ein großes Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung starten.

„Im neuen Naturschutzgesetz steht es explizit, dass Naturparke auch der Bildung dienen sollen“, erklärt sie den Hintergrund. „Das ist ein Auftrag“, macht Isabel Lautenschlager deutlich – und für sie ist das Projekt ein großer Wunsch, der nun umgesetzt werden soll.

Themen von der Natur bis zur Geschichte

Ein Baustein: „Der Naturpark und Schulen sollten Kooperationen eingehen“, so Isabel Lautenschlager. Vorstellen könnte sie sich einen Tag, an dem ein Thema des Naturparks beleuchtet wird. Das kann die Natur sein, aber ebenso ein heimatkundlicher Aspekt. Oder Geologie oder Geschichte.

„Die Mittelschule Ensdorf hat schon Interesse bekundet, sie ist ja auch eine Umweltschule“, erzählt die Geschäftsführerin. Bereits seit vielen Jahren werden dort die vielfältigsten Umweltthemen nicht nur im Unterricht beleuchtet, sondern praktisch gelebt. Das reicht von der Schulgarten AG über die Schülergenossenschaft „Grüner Daumen“ bis hin zur Beschäftigung mit Umweltschutz und Erneuerbaren Energien.

„Die zentrale Frage ist: Wie können Kinder Zugang bekommen zur Natur, zur Geschichte, zur Kultur?“, sagt Lautenschlager. Also zu all dem, was den Naturpark Hirschwald ausmacht. Zuerst müssten die Schulträger, also die Gemeinden, mit ins Boot geholt werden, denn es müssen auch Kosten getragen werden. Beispiel: Eine Klasse unternimmt eine Exkursion und braucht dafür einen Bus.

Unterrichtsmodule entwickeln

Viele engagieren sich schon für Umweltbildung, auch die Umweltstation Kloster Ensdorf, wie mit Entdeckungen im und am Wasser. Foto: Archiv azd
Viele engagieren sich schon für Umweltbildung, auch die Umweltstation Kloster Ensdorf, wie mit Entdeckungen im und am Wasser. Foto: Archiv azd

Basis einer solchen Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen nach den Vorstellungen von Isabel Lautenschlager standardisierte Unterrichtsmodule sein, die verschiedene Themenkomplexe vermitteln, passend für die verschiedenen Jahrgangsstufen und im Zusammenhang mit dem jeweiligen Lehrplan. Diese Unterrichtsmodule zu entwickeln, ist eine erste wichtige Aufgabe.

„Und dann müssen auch die Lehrer fortgebildet werden“, macht Lautenschlager deutlich. Denn: „Beim Naturpark geht es nicht darum, möglichst viele Veranstaltungen zu machen. Er soll ein Netzwerk herstellen, bündeln, organisieren und koordinieren“, beschreibt es die Geschäftsführerin. Leicht nachzuvollziehen, denn sie könnte diese Bildungsaufgabe gar nicht leisten – angesichts der vielen Aufgaben, die in der Geschäftsstelle ohnehin zu bewältigen sind.

Weitere Projekte

  • Seniorenmosaik

    Seit inzwischen zwei Jahren gibt es das Seniorenmosaik im Naturpark. Im Kümmersbrucker Rathaus ist die interkommunale Koordinationsstelle mit Barbara Hernes angesiedelt. Sie versteht sich als unabhängige Informations- und Beratungsstelle für Senioren, Demenzkranke und deren Angehörige. Aufgabe ist auch, ein Netzwerk mit den Ehrenamtlichen aufzubauen. Das Seniorenmosaik will dazu beitragen, dass ältere Menschen länger zu Hause bleiben können und in den Gemeinden noch ein Miteinander zwischen den Generationen möglich ist. „Das sollte man fortsetzen“, ist der Wunsch von Isabel Lautenschlager.

  • Hörstationen

    Ausgeweitet wurde inzwischen das Projekt „Hörstationen“. Mit diesem Angebot sollen Besucher an ausgewählten und besonderen Orten im Naturpark Hirschwald neben der Infotafel per Handy zusätzliche Informationen abrufen können – Informationen, die als spannende, lebhafte Geschichten gestaltet sind. Wunsch von Isabel Lautenschlager war, dass die Informationen zweisprachig, in Deutsch und in Englisch, zur Verfügung stehen sollen. Dafür sind natürlich neue Anträge nötig. Die Geschäftsführerin hofft, dass die Angebote bis Ende des Jahres fertiggestellt sind, so dass die Hörstationen im Frühjahr errichtet werden können. (mi)

Starkes Potenzial ist vorhanden

Isabel Lautenschlager ist aber zuversichtlich, dass dieses Bildungsprojekt gelingen kann. Auch, weil es „hier eine gute Infrastruktur gibt“. Beispielsweise engagieren sich die Förster stark mit Walderlebnistagen, es gibt das vielfältige Engagement der Umweltstation im Kloster Ensdorf, oder auch die ZENioren, speziell ausgebildete Personen, die Wissen um Umweltschutz und Nachhaltigkeit vermitteln können. „Und Kräuterpädagoginnen, Erlebnisbäuerinnen, Bäuerinnen, die für Kinder Besuche auf dem Hof bieten – die hängen alle ihr Herzblut rein“, schwärmt Isabel Lautenschlager. Ein starkes Potenzial – und das will sie nutzen, für die Kinder, für den Naturpark. Und letztlich für ein besseres Verständnis von der Natur vor unserer Haustür, ein Verstehen, das so viel zum Besseren wenden kann auf dieser Erde.

Über das Projekt „Hörstationen“ im Naturpark Hirschwald können Sie hier mehr lesen!

Mehr über die verschiedensten Themen aus dem Naturpark Hirschwald finden Sie hier in unserem MZ-Spezial!

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