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Initiative

Projekt eint Lebensräume und Menschen

Das Gemeinschaftsprojekt „Trittsteine um den Hirschwald“ hat die Wildlebensräume im Amberg-Sulzbacher Land Blick.

Attraktive Wildlebensräume bieten auch Schmetterlingen und Bienen Nahrung. Foto: AELF Amberg
Attraktive Wildlebensräume bieten auch Schmetterlingen und Bienen Nahrung. Foto: AELF Amberg

Ursensollen.Blühflächen, Feldrandstreifen, Hecken und Streuobstflächen – sie alle bieten vielen Tieren im Wald, aber auch Bienen und Schmetterlingen Deckung und Nahrung. Wildlebensräume in der Kulturlandschaft zu schaffen, aufzuwerten und zu vernetzen ist das Ziel des Projekts „Trittsteine um den Hirschwald“, bei dem Bauernverband, Jagdverband und Landwirtschaftsverwaltung eng zusammenarbeiten wollen. Zur Auftaktveranstaltung im Gasthof Erlhof in Erlheim begrüßte der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfhard-Rüdiger Wicht, aber nicht nur Landwirte, Jäger und Naturschützer, sondern auch eine Reihe von Bürgermeistern und Behördenvertretern.

„Ohne Blütenpflanzen keine Insekten und damit auch keine Vögel.“

Dr. Christoph Janko

Der Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, Dr. Günther Baumer, und der Vizepräsident des Bauernverbandes Oberpfalz Ely Eibisch, machten deutlich, dass es vor allem die Landwirte und Jäger sein werden, die in gegenseitiger Abstimmung Biotope anlegen und dadurch Wildlebensräume aufwerten.

Große Palette an Maßnahmen

Wie wichtig vernetzte Biotope für einen intakten Wildlebensraum sind, erläuterte Balduin Schönberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Foto: AELF Amberg
Wie wichtig vernetzte Biotope für einen intakten Wildlebensraum sind, erläuterte Balduin Schönberger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Foto: AELF Amberg

Auf die große Bedeutung der Insekten wies Dr. Christoph Janko von der Landesanstalt für Landwirtschaft hin. „Ohne Blütenpflanzen keine Insekten und damit auch keine Vögel“, machte er deutlich. Den fachlichen Einstieg in das Projekt bildeten schließlich Impulsreferate, in denen auch auf die Möglichkeiten staatlicher Bezuschussung von wildlebensraumverbessernden Maßnahmen eingegangen wurde.

„Das Entscheidende ist, dass Sie in der Natur Strukturen schaffen, auch wenn’s g’schlampert ausschaut“: Mit diesem Appell startete der Wildlebensraumberater für die Oberpfalz, Balduin Schönberger, seinen Vortrag. Mit einer Reihe von Bildern über Blühflächen, Ackerrandstreifen und Lesesteinhaufen zeigte Schönberger die große Palette von Maßnahmen auf, die über das Kulturlandschaftsprogramm und über das Greening gefördert werden. Phillip Roidl von der Unteren Naturschutzbehörde ging auf die diversen Fördermöglichkeiten nach dem Vertragsnaturschutzprogramm ein.

Aussichtsplattformen sind geplant

Weitere Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung seien über den Landschaftspflegeverband und den Naturpark denkbar, wie die Geschäftsführerin des Naturparks Hirschwald, Isabell Lautenschlager, deutlich machte. Auch eine LEADER-Förderung kommt grundsätzlich infrage, so LEADER-Manager Hans-Michael Pilz, speziell für die von Schönberger schon fest ins Auge gefassten Aussichtsplattformen.

Was alles im Wald möglich ist, zeigte Thomas Verron von den Bayerischen Staatsforsten auf. So belasse der für den Staatswald im Hirschwald zuständige Forstbetrieb Burglengenfeld schon seit Jahren gezielt Totholz und Höhlenbäume oder lege Feuchtbiotope an.

Der Naturpark Hirschwald

  • Ausdehnung

    Seit 2006 besteht der Naturpark Hirschwald als einer von 18 in Bayern. Er erstreckt sich über etwa 280 Quadratkilometer von der Stadt Amberg im Norden bis Schmidmühlen im Süden und Kastl und Ursensollen im Westen.

  • Landschaft

    Charakteristisch sind für ihn das große, relativ unzerschnittene Waldgebiet des eigentlichen Hirschwalds, die Flusstäler von Vils und Lauterach und die kleinteilige, noch land- und forstwirtschaftlich geprägte Landschaft der Jurahöhen und -täler.

  • Aufgaben

    Die Arbeit der Naturparke in Bayern beruht laut Naturschutzgesetz auf vier Säulen: Naturschutz und Landschaftspflege, Erholungsfunktion (sanfter Tourismus), Umweltbildung und Regionalentwicklung.

Pflege von Hecken steht nun im Fokus

„Wir wollen uns als erstes Einzelprojekt um die Heckenpflege kümmern, nachdem dafür die Förderung 2108 ausläuft“, umriss Schönberger das weitere Vorgehen. Und auch die Aussichtsplattformen sollen noch dieses Jahr in Angriff genommen werden.

Zum Abschluss der gut besuchten Veranstaltung brachte Leitender Forstdirektor Wicht das Kernziel des Projekts „Trittsteine um den Hirschwald“ noch einmal auf den Punkt: „Wir wollen Lebensräume verbinden und auch die Menschen, die dahinter stehen.“

Vielfältig ist das Engagement im Naturpark Hirschwald. Mehr dazu lesen Sie hier in unserem MZ-Spezial!

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