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Platz nach Josefine Rupprecht benennen

Zum Weltfrauentag fordert die SPD mehr Wertschätzung für Frauen. Auch die Namensgebung könne dafür Zeichen sein.

Die SPD-ler warben zum Weltfrauentag auch für ihren Vorschlag, dass es in Amberg einen Josefine-Rupprecht-Platz geben solle.  Foto: Simon Seibert
Die SPD-ler warben zum Weltfrauentag auch für ihren Vorschlag, dass es in Amberg einen Josefine-Rupprecht-Platz geben solle. Foto: Simon Seibert

Amberg.„Die Hälfte der Welt gehört uns!“ Das war der Slogan, mit dem Frauen vor über hundert Jahren ihr Wahlrecht erkämpften. Die Parlamente blieben jedoch bis zum heutigen Tag fest in Männerhand, heißt es in einer Mitteilung des SPD-Stadtverbands Amberg zum Weltfrauentag, an dem die Sozialdemokraten in Amberg informierten. Im Bundestag, in den Landtagen und in den kommunalen Gremien sei eine Parität noch lange nicht in Sicht. Im Bundestag betrage der Frauenanteil 31,2 Prozent, im Bayerischen Landtag 26,8 Prozent und im Amberger Stadtrat 27,5 Prozent.

Dagegen setze die SPD Amberg bei der Kommunalwahl 2020 ein deutliches Zeichen: Mit Birgit Fruth sei erstmals eine Frau als Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters nominiert worden. Und die Wahlliste für die Stadtratswahl sei paritätisch aufgestellt: mit 20 Frauen und 20 Männern. „Hundert Jahre, nachdem die Sozialdemokratin Marie Juchacz die erste Rede einer Frau in einem deutschen Parlament hielt, war es uns sehr wichtig, eine durchgängig quotierte Liste aufzustellen“, so Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert. Über hundert Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts müsse aber auch festgestellt werden, dass der Weg zu einer echten Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit noch sehr lange sei. In Wirtschaft und Politik würden Frauen immer noch benachteiligt. OB-Kandidatin Birgit Fruth fordere daher zurecht mehr Wertschätzung für die Leistungen der Frauen, so die Mitteilung weiter.

Die Wertschätzung durch eine Stadt spiegele sich auch bei der Namensgebung ihrer Straßen, Plätze und Wege wider. Verdiente Frauen würden sich sehr selten auf den Straßenschildern in Amberg finden.

Die SPD Amberg schlägt daher vor, dass bei künftigen Namensgebungen auch verdiente Frauen zum Zuge kommen müssen. Der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzender Dieter Weiß machte demnach den Vorschlag, den Hindenburgplatz in Josefine-Rupprecht-Platz umzubenennen. Dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg sei 1933 durch die Nationalsozialisten die Ehrenbürgerwürde der Stadt Amberg verliehen worden, der frühere Wingershofertorplatz sei nach ihm benannt worden. „Es wäre ein starkes Zeichen, wenn statt Hindenburg, der Zeit seines Lebens nie ein Demokrat war, nun die langjährige Stadträtin und aufrechte Demokratin Josefine Rupprecht die Namensgeberin dieses Platzes wäre“, so Dieter Weiß.

Josefine Rupprecht

  • Stadtrat:

    Die Sozialdemokratin Josefine Rupprecht (geboren am 23. März 1898 in München, gestorben am 4. Februar 1976) wurde erstmals 1929 in den Amberger Stadtrat gewählt (bis 22. April 1933). Von 1929 bis 1933 leitete sie auch die Frauengruppe der Amberger SPD.

  • Wiederaufbau:

    Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus war sie eine der ersten Frauen, die sich für einen demokratischen Wiederaufbau Ambergs engagiert hat. Bei der ersten Nachkriegswahl zog sie wieder in den Stadtrat ein. Mit einer kurzen Unterbrechung gehörte sie ihm bis zu ihrem Amtsverzicht aus gesundheitlichen Gründen am 31. Dezember 1971 an.

  • Auszeichnung:

    1973 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

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