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Gedenken

Pogromnacht jährt sich zum 80. Mal

Mit Dokumenten aus dem Synagogenprozess wird am 8. November im Amberger Rathaus an die Ereignisse von 1938 erinnert.

Die Amberger Synagoge: Auch sie wurde in der Nacht zum 10. November 1938 geschändet. Foto: ajp/Archiv
Die Amberger Synagoge: Auch sie wurde in der Nacht zum 10. November 1938 geschändet. Foto: ajp/Archiv

Amberg.In der Nacht vom 9. auf 10. November 2018 jährt sich das Geschehen der Pogromnacht zum 80. Mal. Wie alle Synagogen in Deutschland, wurde auch die in Amberg geschändet. Im 1947 stattgefundenen „Synagogenprozess“ wurden die damaligen Ereignisse aufgerollt, die Haupttäter, soweit diese noch greifbar waren, verurteilt. Am 8. November 2018, 19 Uhr, wird im Großen Rathaussaal der Stadt Amberg anhand der zum Synagogenprozess vorhandenen Archivalien an die Vorgänge der Pogromnacht erinnert.

Die Nationalsozialisten wollten mit permanenten Demütigungen die deutschen Juden zur Einsicht bringen, dass es für sie das Beste sei, Deutschland zu verlassen. Doch die Juden waren oft die besseren Deutschen und sie glaubten an das deutsche Kulturvolk. Nur etwa die Hälfte der Juden hatte bis 1938 Deutschland verlassen. Es galt, mit größerer Härte gegen die „jüdische Weltverschwörung“ vorzugehen. Nur wie?

So kam den Nationalsozialisten, die einen Grund herbei sehnten, um gegen die Juden vorzugehen, der Anschlag auf den Botschaftsangestellten Ernst von Rath gerade recht. Dieter Dörner, der Leiter der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg, beschreibt am Donnerstag die Ereignisse, die zur Pogromnacht führten.

Nach dem Tod des Ernst von Rath sollte der „Zorn des Volkes“ gegen die Juden zum Ausdruck gebracht werden. In Amberg marschierten in der Nacht auf den 10. November 1938 gegen 3 Uhr morgens auf Befehl von Kreisleiter Dr. Artur Kolb 30 SA-Männer in Uniform mit Pickeln und Spitzhacken zur Synagoge. Die von Dr. Kolb geforderte „Sprengung, Inbrandsetzung oder das Einreißen der Synagoge“ ließ sich, wie ein Angeklagter im Prozess deutlich machte, „wegen der technischen Schwierigkeiten“ sowie „der nichtgewollten Gefährdung der Umgebung der Synagoge“ nicht realisieren. So „beschränkte“ man sich auf deren Schändung und Zerstörung, das Rauben von Verwertbarem sowie das Verbrennen von liturgischen Gegenständen, Gebetbüchern und -mänteln vor der Synagoge. Archivdirektor Dr. Johannes Laschinger referiert über den Synagogenprozess und die mit den Mitteln der Justiz gewonnenen Erkenntnisse über das Geschehen in der Pogromnacht.

Schließlich wird Rabbiner Elias Dray der Opfer der Schoa gedenken und mit einem Gebet den Abend beschließen.

Für die musikalische Umrahmung sorgen Schülerinnen und Schüler des Max-Reger-Gymnasiums unter der Leitung von Ulrike Straub.

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