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Geschichte

Das Dorf Emhof hält zusammen

Der älteste Ort im Markt Schmidmühlen ist das mehr als tausend Jahre alte Emhof. Die Kirche ist Mittelpunkt für die Menschen.

Blick auf das „alte“ Emhof an der Vils südlich von Schmidmühlen, ältester Ortsteil des Markts. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis
Blick auf das „alte“ Emhof an der Vils südlich von Schmidmühlen, ältester Ortsteil des Markts. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis

Schmidmühlen.Fährt man im Vilstal von Amberg nach Regensburg, kommt man südlich von Schmidmühlen nach Emhof. Etwas unauffällig liegt das kleine Dorf an den Ufern der ruhig fließenden Vils. Einst eine eigenständige Gemeinde, ist Emhof nachweislich der älteste Ort im Markt Schmidmühlen: Schmidmühlen wird urkundlich 1010 und Winbuch 1147 genannt. Emhof wird bereits 997 erstmals erwähnt.

Doch: Die Besiedelung Emhofs geht weit bis in die Zeit vor Christi Geburt zurück. Schmidmühlen hat als sichtbares Menschenwerk den keltischen Ringwall auf dem Kreuzberg und auch Emhof besitzt einen solchen – klein, aber noch feststellbar, auf der höchsten Erhebung zwischen Schmidmühlen und Emhof, links der Vils. Eine ansehnliche Menge von Funden stammt schon aus der Bronzezeit. Und im Archenleitener Forst zeugen Hügelgräber von der verhältnismäßig dichten Besiedelung aus dieser längst vergangenen Zeit.

Kirche gehörte zum Schloss

Die erste urkundliche Nennung Emhofs entstammt – genau wie jene über Schmidmühlen – der Tradition des Klosters Emmeram. Dort wird 997 beurkundet, dass der Abt dieses Klosters den Zins einer Hube für die Lichter in den Kapellen Premberg und Emmhofen (das heutige Emhof) gibt.

Die Kirche ist St. Jakobus geweiht. Sie stand immer schon innerhalb des Burgbergrings und gehörte zum Schloss in Emhof. Reste der Schlossmauer sind noch zu erkennen und lassen den Umfang des Besitzes erfahren. Zur Kirche und Schlossanlage gehörte in den früheren Jahrhunderten auch ein Begräbnisplatz.

Bekannt ist Emhof für seinen Zusammenhalt. Ein gutes Beispiel ist der Kinderspielplatz. Fotos: Popp
Bekannt ist Emhof für seinen Zusammenhalt. Ein gutes Beispiel ist der Kinderspielplatz. Fotos: Popp

Der kleine romanische Bau verrät trotz vieler Restaurierungen sein hohes Alter. Die Turmanlage stammt aus ältester Zeit; Oberbau und Kuppel wurden im 18. Jahrhundert aufgesetzt. Das romanische Portal ist unverändert. Die Turmuhr wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von der Familie des damaligen Schlossbesitzers Freiherrn von Rummel gestiftet. Sie stammte vom ehemaligen Kapuzinerkloster in Burglengenfeld, das 1803 der Säkularisation zum Opfer fiel. Der Hauptaltar ist Spätbarock, der Nebenaltar wird der Renaissance zugeordnet, er stammt aus der ehemaligen Schlosskirche von Kirchenödenhart.

Die Kirche wurde immer wieder renoviert, nicht nur mit finanziellen Mitteln der Dorfbevölkerung, sondern man legte auch selbst Hand an. Über 1000 Arbeitsstunden erbrachten die Dorfbewohner bei der letzten Außenrenovierung 1989, die letzte Innenrenovierung erfolgte 1993; beide prägen das heutige Aussehen der Kirche. Im Turm sind drei Glocken: Die größere stiftete Johann Schelchshorn von Regensburg (1671), die zweite, etwas kleinere Glocke, Johann Ulrich in Neuburg (1702), und schließlich stammt eine Glocke von Josef Sperl (+2003) aus Emhof.

„Wenn Emhof feiert, feiern alle mit, und was noch wichtiger ist, es helfen auch (fast) alle mit.“

Martin Bauer, Emhofer und 3. Bürgermeister

1816/17 entstand im Burgbergring an Stelle der abgerissenen Burg das neue Schloss mit Stallungen und einem Jägerhaus. Aus dem Schloss wurde später eine Brauerei, dann ein Gasthaus, jetzt wird es als Wohnhaus genutzt. Die Kirche selbst bietet etwa 65 Plätze. Zwei Gedenktafeln erinnern an die aus Emhof gefallenen und vermissten Soldaten aus zwei Weltkriegen.

Emhof kann auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken, ein Erinnerungsstein erinnert daran, im Hintergrund der Turm von St. Jakobus.
Emhof kann auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken, ein Erinnerungsstein erinnert daran, im Hintergrund der Turm von St. Jakobus.

Ab 1438 war Emhof eine eigenständige Pfarrei, ab 1906 gehörte der Ort zur Pfarrei Dietldorf. Seit der Pensionierung des letzten Dietldorfer Pfarrers, Pater Andrzej Slowik (SDB) im Jahr 2016 aber werden Emhof und die Pfarrei Dietldorf vom Pfarrer der Pfarrei St. Josef aus Burglengenfeld mitbetreut.

Die Bürger von Emhof sind seit Generationen immer für die Anliegen ihres Ortes aufgeschlossen und engagiert. Ein gutes Beispiel ist der Kinderspielplatz, immer noch ein echter Anziehungspunkt für viele Familien.

1972 wurde an den Ortssprecher und Marktrat Baptist Fischer von der Emhofer Jugend der Wunsch nach einem Sportplatz herangetragen. Die Gemeinde Schmidmühlen erwarb von der Familie Mühlhofer 1974 das Grundstück an der Vils – vorerst für einen Fußballplatz. Die Freie Wählergruppe Emhof setzte sich mit Vorständen der Feuerwehr und des Schützenvereins für den Bau eines Spielplatzes ein. Es gab viele Bedenken und Widerstände zu überwinden, gerade die Lage an der Vils bereitete vielen Bürgern „Bauchschmerzen“, erinnerte sich der Initiator und Schmidmühlens Ehrenbürger Baptist Fischer. Doch es gelang.

Ein echtes Gemeinschaftswerk

Einige Spielgeräte mussten gekauft werden, andere und die Umzäunung aus Holz wurden in Eigenleistung mit 390 Arbeitsstunden der Bevölkerung hergestellt; die Materialkosten übernahm die Gemeinde. Der Platz wurde auch bepflanzt. Die Kosten beliefen sich am Ende auf etwa 16 000 DM. Den größeren Anteil von 10 000 DM übernahm die Gemeinde. Neben einem Zuschuss der Regierung der Oberpfalz von 1500 DM wurden die restlichen Kosten durch verschiedene Initiativen wie Filmvorführung, Johannifeuer oder durch zahlreiche Spenden erbracht.

Der Heimatkalender

  • Start:

    Erstmals ist in Schmidmühlen 2012 ein Heimatkalender erschienen. 2012 und 2013 wurde er als bebilderter Rückblick auf das vergangene Jahr gestaltet.

  • Schätze:

    2014 gab es erstmals historische Motive aus dem Archiv des Heimatkundlichen Arbeitskreises. Seither werden jedes Jahr solche Schätze aus dem Archiv wieder ins Licht geholt.

  • Motto:

    Mit dem Motto „Schmidmühlen – Erinnerungen an eine noch nicht ganz vergessene Zeit“ ist der Heimatkalender in gewisser Art eine bebilderte Chronik. (mi

Wie wichtig dieses Gemeinschaftsprojekt für den Ort ist, zeigte der große Festakt: Mit Weihbischof Karl Flügel, Pfarrer Kiener, Pfarrer Braun, dem damaligen Bürgermeister Max Michl samt Marktrat, Vertretern der Bundeswehr, dem Kommandeur Oberst Estep vom Truppenübungsplatz Hohenfels, der Blaskapelle St. Ägidius, geladenen Vereinen, der ganzen Bevölkerung und vielen Gästen wurde am 27. September 1980 der Spielplatz feierlich gesegnet.

Und er ist den Emhofern weiter wichtig: Im August 2002, machten sich viele Bürger an zwei Samstagen wieder daran, alte Spielgeräte abzubauen und neue anzufertigen. 2018 fand die bisher letzte umfassende Instandsetzung statt.

Spannende Geschichten, neue Entdeckungen und viel Interessantes über die Menschen und das Leben im Markt Schmidmühlen in früheren Jahren erzählen historische Fotos.

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