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Erinnerung wird im Kalender lebendig

Der Schmidmühlener Heimatkalender 2019 ist fertig. Historische Aufnahmen zeigen eine Zeit, die noch nicht ganz vergessen ist.

Beim Blick auf dieses Bild vom Kirchvorplatz Ende der 1960er Jahre werden Erinnerungen wach. Gerade vor und nach den Gottesdiensten war dies ein echter Treffpunkt für Jung und Alt. Foto: Archiv Markt Schmidmühlen
Beim Blick auf dieses Bild vom Kirchvorplatz Ende der 1960er Jahre werden Erinnerungen wach. Gerade vor und nach den Gottesdiensten war dies ein echter Treffpunkt für Jung und Alt. Foto: Archiv Markt Schmidmühlen

SCHMIDMÜHLEN.Die Nachfragen und die Vormerkungen ließen es schon ahnen: Die Nachfrage nach dem Heimatkalender 2019 wird groß sein. Nun ist es endlich soweit – der neue Heimatkalender ist da. Auch die sechste „historische“ Auflage kann sich sehen lassen. Bei einem Vorstellungstermin im Rathaus präsentierten die beiden Ortsheimatpfleger Michael Koller und Josef Popp den neuen Kalender. Bürgermeister Peter Braun war begeistert – stellt dieser Kalender doch ein Stück Heimatgeschichte dar und macht diese historischen Bilder vielen zugänglich.

Die zwölf Monatsblätter sind gespickt mit Raritäten, wie man sie teilweise noch nicht gesehen hat. Der Heimatkalender 2019 ist mittlerweile schon die achte Ausgabe und die sechste als historischer Kalender. Michael Koller und Josef Popp werden die einzelnen Bilder auch als Grundlage für historische Forschungen nehmen.

Fotos bisher unveröffentlicht

Die beiden Ortsheimatpfleger Michael Koller (Mitte) und Josef Popp (links) stellten Bürgermeister Peter Braun den neuen Heimatkalender vor. Foto: ajp
Die beiden Ortsheimatpfleger Michael Koller (Mitte) und Josef Popp (links) stellten Bürgermeister Peter Braun den neuen Heimatkalender vor. Foto: ajp

Diesem Kalender liegt nicht der „große Reingewinn“ zugrunde, sondern die Intention – wie in den letzten Jahren –, die Geschichte Schmidmühlens in Bildern Revue passieren zu lassen. Diesmal hat Ortsheimatpfleger Josef Popp wieder in die Schatzkiste – in das Archiv des heimatkundlichen Arbeitskreises und des Marktes – gegriffen und besondere historische Fotos ausgesucht, unterstützt mit einem Foto von Heinrich Schäfer aus Kümmersbruck. „Schmidmühlen – Erinnerungen an eine noch nicht ganz vergessene Zeit“, unter diesem Motto steht auch 2019 der Schwarz-weiß-Kalender. Er ist in gewisser Art eine bebilderte Chronik, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit.

Viele Bilder aus den vergangenen Jahrzehnten spiegeln das vielfältige Leben des Marktes wider. Die ältesten Aufnahmen stammen aus der Zeit um 1900, sie wurden bisher nirgends veröffentlicht. Viele „Uraltbilder“ aus den Nachkriegsjahren lassen Schmidmühlen so wieder in der Erinnerung aufleben. Ein Foto aus dem Jahr 1940 zeigt zudem Emhof. Einige dieser Aufnahmen zeigen Häuser, die über Jahrzehnte zum Ortsbild gehörten und so nicht mehr existieren. Erinnert wird auch an zwei Geschäfte aus der Hauptstraße: die Bäckerei Hummel (Foto von 1913) oder auch an das Eisenwarengeschäft von Ludwig Espach (Foto von 1949).

MZ-Spezial: Die Mittelbayerische Zeitung wird über das Jahr verteilt zu jedem historischen Foto eine kleine „Kalendergeschichte“ veröffentlichen. Spannende Geschichten und neue Entdeckungen lesen auch schon hier

Mit wirklich vielen Erinnerungen ist das Augustfoto verbunden: Es zeigt den Vorplatz zur Kirche mit dem alten Birnbaum und dem ehemaligen Gasthaus Schmid (Regensburger Hof). Gerade dieser Platz war einst an den Sonntag ein echter Treffpunkt für Jung und Alt – vor und nach dem Gottesdienst. Neuigkeiten wurden ausgetauscht und schließlich wurde auch ausgemacht, wohin es zum Frühschoppen geht.

Untrennbar mit der Geschichte von Schmidmühlen ist die Bahngeschichte verbunden. Am 18. Dezember 1910 wurden die komplette Vilstallinie eröffnet. Am 1. Juli 1966 wurde der Personenverkehr auf der Vilstalstrecke, am 2. Juni 1986 der Verkehr im Teilabschnitt Vilshofen – Schmidmühlen eingestellt. Die letzte Fahrt erfolgte am 17. Mai 1986. Foto: Heinrich Schäfer
Untrennbar mit der Geschichte von Schmidmühlen ist die Bahngeschichte verbunden. Am 18. Dezember 1910 wurden die komplette Vilstallinie eröffnet. Am 1. Juli 1966 wurde der Personenverkehr auf der Vilstalstrecke, am 2. Juni 1986 der Verkehr im Teilabschnitt Vilshofen – Schmidmühlen eingestellt. Die letzte Fahrt erfolgte am 17. Mai 1986. Foto: Heinrich Schäfer

Ein Kalenderbild, das Heinrich Schäfer aus Kümmersbruck zur Verfügung gestellt hat, widmet sich einer für Schmidmühlen äußerst wichtigen Zeit: als der Markt noch von Dampf- und Diesellokomotiven angefahren wurde. Der 18. Dezember 1910 war ein wichtiger Tag. Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Amberg nach Schmidmühlen begann ein wichtiges Kapitel der Ortsgeschichte.

Auflage ist wieder limitiert

Auch wenn es auf dem Foto nicht auf den ersten Blick zu sehen ist: Hier stand quasi das erste Kriegerehrenmal. Am 23. August 1953 enthüllten Hans Bauer und Norbert Dobler eine Mahntafel zur Erinnerung an die vermissten Soldaten. Keiner der auf der Mahntafel festgehaltenen Soldaten kehrte aus dem Krieg zurück. Foto: Archiv Markt Schmidmühlen
Auch wenn es auf dem Foto nicht auf den ersten Blick zu sehen ist: Hier stand quasi das erste Kriegerehrenmal. Am 23. August 1953 enthüllten Hans Bauer und Norbert Dobler eine Mahntafel zur Erinnerung an die vermissten Soldaten. Keiner der auf der Mahntafel festgehaltenen Soldaten kehrte aus dem Krieg zurück. Foto: Archiv Markt Schmidmühlen

Ausschlaggebend für den Bau der Bahnlinie von Amberg nach Schmidmühlen waren in erster Linie wirtschaftliche Interessen. Vor allem die zunehmende Rohstoffversorgung der Betriebe war wichtig, gestaltete sich aber wegen des unzulänglichen Straßensystems als oft sehr schwierig. Am 18. Dezember 1910 wurden die Jahrzehnte langen Bemühungen belohnt und die komplette Vilstallinie eröffnet. Zunächst war der Personenverkehr nur mit der dritten Klasse möglich. Ein Fahrt kostete übrigens 90 Pfennige (zum Vergleich: Eine Maß Bier kostete 20 Pfennige und ein Handwerker verdiente pro Stunde etwa 50 Pfennige).

Alles in allem, so lobten Heimatpfleger Michael Koller und Bürgermeister Peter Braun, ist die Idee und die Umsetzung eine tolle Sache und wirklich gelungen. Josef Popp bedankte sich auch bei allen Sponsoren, die diesen Heimatkalender unterstützten. (ajp)

Infos zum Heimatkalender 2019

  • Format: DIN A 4
  • Der Kalender kann ab Donnerstag, 29. November, in Schmidmühlen bei der Gemeindeverwaltung, bei Ortsheimatpfleger Josef Popp und in der Apotheke Alte Post erworben werden.
  • Die Auflage ist limitiert.
  • Der Verkaufspreis beträgt wieder sieben Euro.

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