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Erinnerung

Historische Fotos erzählen Geschichten

Die alten Aufnahmen im Schmidmühlener Heimatkalender führen zurück in alte Zeiten. Der Kalender ist fast ausverkauft.
Von Josef Popp

Einmal Trachtler, immer Trachtler. Im nächsten Jahr feiert der Trachtenverein sein 90-jähriges Bestehen. Der Heimatkalender erinnert an die große Geschichte des Vereins. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis
Einmal Trachtler, immer Trachtler. Im nächsten Jahr feiert der Trachtenverein sein 90-jähriges Bestehen. Der Heimatkalender erinnert an die große Geschichte des Vereins. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis

SCHMIDMÜHLEN.Es sind nun gut und gerne fast 25 Jahre her, als der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Schmidmühlen mit seinem damaligen Vorsitzenden Hans Rubenbauer beim Marktfest eine Sammlung von historischen Aufnahmen ausstellte. Das Interesse der Menschen war damals überwältigend. Bald darauf folgte im Oberen Schloss eine erweiterte Dokumentation der Geschichte Schmidmühlens mit weiteren Aufnahmen und schließlich ein historischer Bildband. Seitdem gilt: Das Interesse in Schmidmühlen an der Heimatgeschichte ist groß – vor allem das an historischen Bildern.

Bergheim im Blick

Vor acht Jahren gab es einen ersten Heimatkalender in kleiner Auflage. Und wie es sich zeigt, stoßen die zwölf alten Fotos, allesamt aus der Zeit um 1900 bis 1970, auch nach wie vor auf großes Interesse. Der Kalender für das Jahr 2019 ist schon fast ausverkauft.

Abschied von Bergheim: Blick in die ehemalige Nachbargemeinde Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis
Abschied von Bergheim: Blick in die ehemalige Nachbargemeinde Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis

Die Fotos geben einen Einblick in das Leben des Ortes und seiner Menschen in längst vergangenen Zeiten. Und soweit es möglich ist, wird die Mittelbayerische Zeitung immer wieder „Kalendergeschichten“ zu den einzelnen Bildern veröffentlichen. Das Spektrum der Bilder im Heimatkalender ist breitgefächert. Sie beleuchten unter anderen drei wichtigen Etappen der Geschichte des Marktes.

Alle Geschichten rund um den Heimatkalender sammeln wir hier für Sie.

So startet der Kalender 2019 mit einer Erinnerung an die Zeit, als Schmidmühlen noch von Dampf- und Diesellokomotiven angefahren wurden. Der 18. Dezember 1910 war ein bedeutender Tag, nicht nur für den Markt und seine Bürger: Mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Amberg nach Schmidmühlen begann ein wichtiges Kapitel in der Ortsgeschichte. Ausschlaggebend für den Bau der Bahnlinie von Amberg nach Schmidmühlen waren natürlich in erster Linie wirtschaftliche Interessen.

Der Heimatkalender

  • Entwicklung:

    Zum allerersten Mal ist in Schmidmühlen 2012 ein Heimatkalender erschienen. 2012 und 2013 wurde er als bebilderter Rückblick auf das vergangene Jahr gestaltet. 2014 gab es erstmals historische Motive aus dem Archiv des Heimatkundlichen Arbeitskreises.

  • Verkauf:

    Den Heimatkalender 2019 – noch in kleineren Restbeständen – kann man bei Wohnambiente Philbert, bei der Apotheke Alte Post und im Rathaus Schmidmühlen für sieben Euro erwerben. Mit dem Erlös wird die Jugendarbeit von Vereinen im Markt unterstützt.

Der Blick geht auch in den Truppenübungsplatz Hohenfels, zur ehemaligen Gemeinde Bergheim mit ihrer Kirche. Die Gemeinde Bergheim umfasste die Orte Bergheim, Böhmöd, Fischereis, Madöd, Reiteröd, Schneideröd, Neuhof und Waltersheim. Auch kleine Orte haben eine interessante Geschichte, wie die von Bergheim zeigt. Die Entstehung der Ortschaft dürfte in die Zeit zwischen dem neunten und zwölften Jahrhundert einzuordnen sein. Bergheim war damals Adelssitz der Perkheimer mit einer Burg, einer Burgkapelle, vielen Wirtschaftsgebäuden und Bauernhäusern. Fragmente der Befestigungsanlage sind noch zu erkennen. Von diesem Geschlecht der „Perkheimer“ stammt auch der Name Bergheim. Im Lauf der Jahrhunderte wechselten naturgemäß die Landsassen: Es kamen die Geblstorfer, die Amringer, die Bertholdshofer, die Gleißenthaler oder wie 1532 Hans Adam Wiesbeck.

Geschichte

Burt Reynolds drehte in Schmidmühlen

Der Ort war 1960 Kulisse für den Hollywood-Film „Panzer nach vorne“. Viele spätere Stars wie Earl Holliman waren dabei.

Seit 1711 war Wilhelm Franz von Spiering Landsass in Bergheim, das schließlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Als einziges Gebäude ist die Kirche übrig geblieben. 1972 wurde die Kirche gesprengt. Die Gemeinde Bergheim wurde 1939 aufgelöst, das Gemeindegebiet in den Truppenübungsplatz Hohenfels integriert.

Die Trachtler feiern

Die Eisenbahn brachte Wohlstand in das Vilstal. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis
Die Eisenbahn brachte Wohlstand in das Vilstal. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis

Der Heimatkalender widmet sich außerdem einem Verein, der 2019 sein 90. Jubiläum feiert: dem Heimat- und Volkstrachtenverein. Dessen Geschichte dokumentiert sich auch in und mit vielen Bildern, Krügeln oder Pokalen im Archiv. Sie zeugen von der Teilnahme an Oktoberfestzügen, Trachtenjubiläen, Musikantentreffen und der Theatervergangenheit. „Einmal Trachtler, immer Trachtler“ – dies hat auch heute noch Gültigkeit.

Die erfolgreiche Entwicklung war vor 90 Jahren so wohl nicht zu erwarten, als sich am 21. Juli 1929 erstmals mehrere Freunde der Heimatkunde trafen, um den Trachtenverein zu gründen. Zu dieser Versammlung waren auch Trachtler aus Amberg gekommen, um ihre Solidarität auszudrücken. Noch am gleichen Tag traten 18 Männer und zwei Frauen dem neuen Heimat- und Volkstrachtenverein bei. Bereits im Jahr 1930 beteiligte er sich mit ersten Figurentänzen am Heimatfest. Und 1935 wurden die Trachtler erstmals zum Schützen- und Trachtenumzug nach München zum Oktoberfest eingeladen.

Drei Geschichten von vielen, die sich hinter den Fotos „verstecken“. Auch die weiteren Motive des Heimatkalenders 2019 dürften manche Erinnerungen wecken.

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