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Bilanz

Straftaten in Amberg gingen zurück

Aus der Kriminal- und Unfallstatistik gibt es viele positive Zahlen für Amberg. Ein Ärgernis bleiben die Schmierereien.
Von Hans Babl

Erster Polizeihauptkommissar Werner Schüssel, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeidirektor Robert Hausmann, Erster Kriminalhauptkommissar Friedrich Böhm und Erster Polizeihauptkommissar Günter Grießhammer (von links) im Gespräch mit OB Michael Cerny (re.) Foto: Babl
Erster Polizeihauptkommissar Werner Schüssel, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeidirektor Robert Hausmann, Erster Kriminalhauptkommissar Friedrich Böhm und Erster Polizeihauptkommissar Günter Grießhammer (von links) im Gespräch mit OB Michael Cerny (re.) Foto: Babl

Amberg.„Wenn die Bevölkerung mithilft, sind wir sehr erfolgreich. Sicherheit ist nicht nur Thema der Polizei, sondern auch der Bevölkerung“, erklärte OB Michael Cerny beim Sicherheitsgespräch mit der Polizeiführung der Oberpfalz und Ambergs. Erster Polizeihauptkommissar Werner Schüssel, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, Polizeidirektor Robert Hausmann, Erster Kriminalhauptkommissar Friedrich Böhm und Erster Polizeihauptkommissar Günter Grießhammer präsentierten die Zahlen aus der Kriminalitäts- und Unfallstatistik.

Die Zahl der Gesamtstraftaten ist mit 2867 im Jahr 2017 und einem Rückgang um 32 (1,1 Prozent) auf den niedrigsten Stand sein zehn Jahren. Die Aufklärungsquote mit 72,1 Prozent dagegen auf dem höchsten Stand. Amberg sei damit „oberpfalzweit spitze“, sagte der Oberpfälzer Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. Laut Kriminalstatistik sank 2017 die Zahl der Gewaltkriminalitätsdelikte in Amberg um 8,5 Prozent auf 108, die der schweren Körperverletzungen um sieben Prozent auf 93. Allerdings stieg die Straßenkriminalität im Vergleich zu 2016 um 14,6 Prozent auf 525 Fälle. Die Zahl der Diebstähle dagegen sank um 13,8 Prozent auf 637 Delikte – der niedrigste Stand seit 2008.

Hausbesitzer gefordert

Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle sank 2017 im Jahresvergleich von 25 auf 15. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister bezeichnete diesen deutlichen Rückgang als sehr positiv. „Wo sie von der Bevölkerung durch Aufmerksamkeit und Hinweise unterstützt wird, ist die Polizei erfolgreich.“ Mahlmeister schränkte allerdings ein, dass es auch mit an den Hausbesitzern liege, Sicherheitsmaßnahmen bei Fenstern und Türen umzusetzen.

Sorgen bereitet der Anstieg der Rauschgiftdelikte um 33,5 Prozent auf 454. Dabei handelt es sich sogenannte Kontrolldelikte. Je mehr kontrolliert wird, desto mehr Fälle werden entdeckt. „Wir wollen aber hier weiter aktiv sein, Druck aufbauen“, erklärte Polizeidirektor Robert Hausmann von der PI Amberg. „Oft handelt es sich um Erst- oder Einstiegskonsumenten. Wir werden weiter intensiv ermitteln, da ein gewisser Markt vorhanden ist, den es einzudämmen gilt.“

Die Raserei am Ring in Blick

  • Zusammenarbeit:

    Kooperation ist laut OB Cerny das A und O bei den Anstrengungen, die Ring-Raserei einzudämmen. Hier arbeiten Polizei und Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung zusammen, der mehr Blitzgeräte aufstellt.

  • Lärm:

    Das große Know-how der Polizei in Bezug auf die Fahrzeuge habe es ermöglicht, die Autos einiger notorischer Raser sicherzustellen. „Dadurch ist das jetzt mit dem Lärm viel besser für die Anwohner am Ring“, so Cerny.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist um 12 auf 91 gestiegen. Die Zahl der Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum stieg um 13,5 Prozent auf insgesamt 395 im Jahr 2017. Ihre Aufklärungs-Erfolge bei diesen Delikten macht die Polizei auch an der Mitteilungsfreudigkeit der Bevölkerung fest. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, verkündeten OB und Polizeiführung unisono. „Wir geben auch den Mitteilern bekannt, was rausgekommen ist“, so die Polizei.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Amberg im Jahr 20017 weiter gesunken: Insgesamt waren es 1455, 171 davon mit Personenschäden, 242 Personen wurden verletzt. Die Zahl der Unfalltoten sank von vier auf einen. Die Zahl der Alkoholunfälle ist mit 17 auf dem zweitniedrigsten Stand seit 2008; dabei wurden zehn Personen verletzt, eine getötet. Seit zehn Jahren gab es nicht mehr so wenig Unfälle, die auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen waren: Es waren lediglich elf. Dabei wurden neun Personen verletzt. Schulwegunfälle gab es 2017 fünf, wobei fünf Personen verletzt wurden. Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern wurden im vergangenen Jahr 50 gezählt, 30 davon wurden durch Radfahrer verursacht. 43 Radfahrer wurden verletzt, einer getötet.

Positiv sieht der Polizeipräsident die Quote tatverdächtiger Zuwanderer. Sie stieg in Amberg von 141 auf 154 – und damit „nur“ um 9,2 Prozent. Andere Städte kämen da auf 30 bis 40 Prozent. Mahlmeisters Schlussfolgerung: „In Amberg gelingt eine gute Kooperation.“

Freude über Fahndungserfolge

„Gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bevölkerung bewirkt nicht nur gute Statistiken, sondern auch Sicherheit“, betonte OB Cerny. Er dankte Polizei und Bevölkerung. Die Bürger sollten mitteilen, wenn ihr etwas verdächtig vorkomme.

„In Amberg ist die Sicherheitslage sehr gut.“

Gerold Mahlmeister, Polizeipräsident

Für großen Ärger sorgen laut OB die Schmierereien in der Stadt. „Die Zunahme der Schmierereien ist in einer Stadt mit vielen historischen Gebäuden mehr als nervig. Das sind keine Kavaliersdelikte. Die jüngsten Fahndungserfolge freuen uns deshalb“, so der OB.

Das Resümee des Polizeipräsidenten: „In Amberg ist die Sicherheitslage sehr gut. Das sollte sich auch gefühlt erkennen lassen.“

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