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Szene

1000 Metaler feiern beim Void-Fest

Am Wochenende stieg das Alternativ-Festival bei Waldmünchen. Die Besucher kommen von weit und suchen „familiäre Atmosphäre“.
Von Felix Bruckner

So geht’s ab beim Void-Fest auf der Waldlichtung bei Sinzendorf, hier mit der Band „Ruby the Hatchet“. Fotos: Felix Bruckner
So geht’s ab beim Void-Fest auf der Waldlichtung bei Sinzendorf, hier mit der Band „Ruby the Hatchet“. Fotos: Felix Bruckner

Waldmünchen.Zum dritten Mal verwandelte sich dieses Jahr eine Sinzendorfer Waldlichtung zum Festivalgelände, und statt Kuckuck-Rufen ertönten zwei Tage lang schrille Gitarrentöne und wummernde Bässe. Kurz nach Festivalbeginn zogen sich die letzten Dunstschwaden des Regens in den Wald zurück und wurden bald vom Kunstnebel auf der „Main Stage“ abgelöst.

Das Musikspektrum auf dem Void-Fest ist breit: Von Punk und Post Rock, Metal bis hin zu Doom Metal sind verschiedenste Bands vertreten, darunter die Punk-Band Dirty Fences oder die Doom Metal-Band Pallbearer. Dementsprechend sind auch die Gäste bunt gemischt: Auf der Wiese zwischen zwei Waldstücken feiern Hippies neben Metalfans.

Der Reiz „am Arsch der Welt“

Antonia und Alex aus Regensburg sind schon zum dritten beziehungsweise sechsten Mal auf dem Void Fest. Für die beiden ist es von allen Festivals das Beste: „Es ist familiärer, weniger kommerziell, günstiger und die Bandauswahl ist undergroundiger.“ Fotos: Felix Bruckner
Antonia und Alex aus Regensburg sind schon zum dritten beziehungsweise sechsten Mal auf dem Void Fest. Für die beiden ist es von allen Festivals das Beste: „Es ist familiärer, weniger kommerziell, günstiger und die Bandauswahl ist undergroundiger.“ Fotos: Felix Bruckner

Auf dem Void-Fest entdeckt man auch als leidenschaftlicher Festivaltourist noch Neues und Ungewöhnliches. „Die möglichen Stars von morgen spielen dieses Wochenende auf dem Void“, so ein Besucher aus Oberösterreich. Die Voidians, wie sich die Besucher des Festivals nennen, kommen teils von weit her in den Bayerischen Wald. „Es ist am Arsch der Welt und das gefällt uns.“, sagt eine Besucherin, als hätte sie sich die neue Imagekampagne des Landkreises mitausgedacht.

„Die möglichen Stars von morgen spielen dieses Wochenende auf dem Void“

Laut den Veranstaltern war heuer der Auftritt der US-Metalband „High on Fire“ eines der Highlights. Doch wie läuft eigentlich die Bandauswahl ab? „Wir versuchen immer ein möglichst buntes Line-Up zu finden. Bei verschiedenen Vereinssitzungen kann jeder Bands vorstellen, über die dann abgestimmt wird.“, erklärt Daniel Baumer, Kassenwart und Mitglied im Void-Vorstand. „Wir wollen eine attraktive Bühne für regionale Bands wie Black Voodoo Train sein und gleichzeitig mit dem Festival eine kulturelle Bereicherung für unsere Region schaffen, indem wir international bekannte Bands wie Slowmatics aus Irland in den Landkreis einfliegen.“

Heine und Gerald sind aus Oberösterreich angereist, Andrea kommt aus Ingolstadt. Die drei schätzen, dass das Void Fest „back to the roots“ geht: „Die Musik steht im Vordergrund und nicht wie bei vielen anderen Festivals die Partylaune.“ Fotos: Felix Bruckner
Heine und Gerald sind aus Oberösterreich angereist, Andrea kommt aus Ingolstadt. Die drei schätzen, dass das Void Fest „back to the roots“ geht: „Die Musik steht im Vordergrund und nicht wie bei vielen anderen Festivals die Partylaune.“ Fotos: Felix Bruckner

Auch die Gäste kommen aus der ganzen Welt: Aus den USA, aus Südamerika und ganz Europa reisen sie in den Landkreis Cham, um hier ein Wochenende lang zu feiern und mit Gleichgesinnten spannende Livemusik zu hören. Auf den Wiesen rund um die zwei Bühnen stellen sie ihre Wohnwägen ab und schlagen für die Festivalzeit ihre Zelte auf. Das Void-Team versorgt sie auf dem Gelände mit veganem, regionalem Essen, bietet einen Tattoostand und verkauft Fanartikel wie T-Shirts und Beutel mit dem Void-Logo.

Das war das Void-Fest 2018 in Waldmünchen

Lesen Sie hier: Void-Fest 2018 im Visier der Polizei

Lena aus Marburg, Markus aus Leipzig und Marie aus Berlin genossen schon im vergangenen Jahr das Flair hier. Marie sagt: „Mein Highlight ist Lena.“ Das Void-Fest sei „wie nach Hause kommen“ und gute Freunde treffen, die sie sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Fotos: Felix Bruckner
Lena aus Marburg, Markus aus Leipzig und Marie aus Berlin genossen schon im vergangenen Jahr das Flair hier. Marie sagt: „Mein Highlight ist Lena.“ Das Void-Fest sei „wie nach Hause kommen“ und gute Freunde treffen, die sie sonst das ganze Jahr über nicht sieht. Fotos: Felix Bruckner

Den Organisatoren ist es wichtig, dass das Festival familiär und „do it yourself“, also selbstgemacht, bleibt. Das heißt, dass alles, was auf dem Festival zu tun ist, von Vereinsmitgliedern und freiwilligen Helfern gestemmt wird. Die Zulieferer werden außerdem möglichst regional ausgewählt. So kommt der Kaffee beispielsweise aus der Gscheid.Haferl-Rösterei in Bad Kötzting oder das Bier vom Rhanerbräu aus Rhan bei Schönthal. Gerade dieses Ambiente schätzen die Voidians. Um das Flair des Festivals beizubehalten, sind die Karten streng auf 1000 limitiert. Daher waren dann dieses Jahr auch alle innerhalb von nur sieben Minuten ausverkauft.

Die Helfer im Hintergrund

Sebastian aus Nördlingen ist das erste Mal auf dem Void-Fest, zusammen mit seiner Freundin aus Regensburg, die ein richtiger Void-Fan ist und schon mehrmals da war. Selbst kennt er fast keine der Bands. „Pallbearer“, sagt er, „ist für meine Freundin das Highlight.“ Fotos: Felix Bruckner
Sebastian aus Nördlingen ist das erste Mal auf dem Void-Fest, zusammen mit seiner Freundin aus Regensburg, die ein richtiger Void-Fan ist und schon mehrmals da war. Selbst kennt er fast keine der Bands. „Pallbearer“, sagt er, „ist für meine Freundin das Highlight.“ Fotos: Felix Bruckner

Hinter dem Festival stehen laut Baumer etwa 120 freiwillige Helfer, die zum Teil Vereinsmitglieder sind, zum Teil aber auch spontan mitgeholfen haben. Etwas 30 Vereinsmitglieder kümmern sich um die große Organisation im Hintergrund. Unter den Unterstützern ist auch die Wandergesellin Mareike aus Bremen. Seit einem dreiviertel Jahr ist die junge Frau auf der Walz. Über einen anderen Wandergesellen hat sie vom Void-Fest erfahren und so ist sie gezielt aus Tübingen nach Sinzendorf gekommen, um beim Aufbau mitzuhelfen. „Das ist mein erstes Festival, auf dem ich als Wandergesellin bin“, erzählt Mareike: „Die Arbeitsatmosphäre war familiär und ich war gern gesehen, auch wenn ich als Zimmerin auf der Walz natürlich keine feste Zusage im Voraus geben konnte. Ich bleibe wahrscheinlich noch bis Montag zum Abbau.“ Auch nächstes Jahr wollen die Organisatoren wieder ein Void-Fest veranstalten, vermutlich auch wieder auf der Waldlichtung in Sinzendorf.

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