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Leben

2017 wurden 453 Wohnungen neu gebaut

Bauherren investierten im Landkreis Cham 222,1 Millionen Euro. „Tatsächlich müsste es mehr sein“, meint das Bündnis Wohnen.

Ein guter Plan fürs Haus ist immer auch ein guter Plan, um die Mieten in Schach zu halten. Foto: William Diller
Ein guter Plan fürs Haus ist immer auch ein guter Plan, um die Mieten in Schach zu halten. Foto: William Diller

Cham.Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: Im Landkreis Cham sind vergangenes Jahr 453 Neubauwohnungen entstanden, 276 davon in Ein- und Zweifamilienhäusern. 2017 wurden damit 22 Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als im Vorjahr. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich Baugewerkschaft IG BAU und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren im Landkreis demnach im vergangenen Jahr 222,1 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Cham seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Bayern betroffen ist“, sagt Karl Bauer (IG BAU) vom Verbändebündnis Wohnen. Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich nicht einmal 285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die große Koalition von CDU/CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375.000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Bayern noch bundesweit aus“, so der Regionalleiter der IG BAU in Bayern, Karl Bauer.

Bündnis wohnen

  • Ziel

    Im Verbändebündnis Wohnen setzen sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen beim Wohnungsbau ein.

  • Appell

    An die heimischen Bundestagsabgeordneten appelliert das Bündnis, dem Wohnungsbau jetzt die „politische Power“ zu geben, die der Bau braucht.

Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land Bayern und auch die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum. Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“: „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Bauer.

Auch das Wohneigentum im Kreis Cham müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.

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