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2023 Baustart für Umgehung Altenkreith?

Das Bauamt konzentriert sich auf die Ortsumfahrung im Süden. Der Lückenschluss zwischen B 16 und B 85 fordert Kompromisse.
Von Bastian Schreiner

Es bleibt beim Nein zur Tieflage in Altenkreith. Der Verkehr soll künftig südlich um den Rodinger Ortsteil fließen.  Foto: Schreiner/Archiv
Es bleibt beim Nein zur Tieflage in Altenkreith. Der Verkehr soll künftig südlich um den Rodinger Ortsteil fließen. Foto: Schreiner/Archiv

Roding.Die Bagger im Stadtgebiet sollen nicht stillstehen. Das Ziel der Straßenplaner ist es deshalb, dass nach der Fertigstellung des vierspurigen Ausbaus der B 85 zwischen Piendling und Altenkreith gleich mit dem Bau der Ortsumgehung begonnen wird. Die Schritte bis zum Spatenstich, die vorläufige Trassenführung sowie die Herausforderungen hat Norbert Biller, Straßenbau-Leiter am Staatlichen Bauamt Regensburg, dem Rodinger Stadtrat am Donnerstagabend vorgestellt.

Da sich das Verkehrsministerium nach eingehender Prüfung vor allem aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine Tieflage ausgesprochen hat, hat das Staatliche Bauamt die Variante für eine Umfahrung im Süden von Altenkreith forciert. Die Vorplanung wurde laut Biller im Juni mit dem Bund abgeklärt. Nun folgen die Feinabstimmungen, um dann den Vorentwurf einreichen zu können.

Steigendes Verkehrsaufkommen

Norbert Biller informierte die Räte. Foto: Schreiner
Norbert Biller informierte die Räte. Foto: Schreiner

Das Projekt sei in drei Abschnitte gegliedert: vierspuriger Ausbau der B 85, dreispuriger Ausbau der B 16 und B 16-Anschluss an die Staatsstraße 2149. „Obwohl die Maßnahme nicht im vordringlichen Bedarfsplan steht, sind wir uns sicher, dass wir bauen können“, sagte Biller. Dass Geld für die Ortsumgehung Altenkreith bereitsteht, hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer im vergangenen Jahr versprochen. Damit soll laut Biller der Lückenschluss zwischen B 16 und B 85 geschafft werden. Nach dem Ausbau bei Wetterfeld und der Ortsumgehung Neubäu am See sowie der laufenden Baumaßnahme vor den Toren Rodings wolle man auch dieses Projekt im Stadtgebiet vorantreiben, so Biller. Die Notwendigkeit spiegle sich in der Verkehrsprognose wider, da das Aufkommen von 17 800 Fahrzeugen pro Tag in diesem Jahr auf 18 900 Fahrzeuge in 2035 steigen wird. Zudem sei der Anteil an Schwerlastverkehr relativ hoch.

„Die Bauzeit wird zwei bis maximal drei Jahre dauern.“

Norbert Biller

Bis November dieses Jahres könnte die technische Detailplanung stehen, die Baugrunderkundung soll im Frühjahr 2020 folgen. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass der Vorentwurf am Ende des zweiten Quartals 2020 eingereicht wird. Mit der Planfeststellung rechnet er 2021/2022, so dass der Baubeginn im Jahr 2023 realistisch ist. Die Bauzeit schätzt er auf zwei bis maximal drei Jahre. Da die Fertigstellung des Ausbauabschnittes Piendling-Altenkreith im Sommer 2022 terminiert ist, könne es mit dem Bau nahtlos weitergehen. Aktuell hat das Staatliche Bauamt für die Ortsumgehung im Süden 32,5 Millionen veranschlagt, die nicht für bauwürdig eingestufte Tieflage würde 47,1 Millionen Euro kosten. Wie Biller weiter mitteilte, würden mit der Umfahrung 90 Prozent des Verkehrs aus Altenkreith verschwinden.

Der vierspurige Ausbau der B 85 ist 3,3 Kilometer lang, der dreispurige Ausbau der B 16 rund 2,7 Kilometer, wobei diese Strecke in Richtung des Staatsforsts verschoben wird. Insgesamt liegt der Flächenbedarf bei 25 Hektar. Durch das Verlegung der B 16 kann der landwirtschaftliche Bereich laut Biller um fünf Hektar entlastet werden. Die Anschlussstelle Nassen mit Anbindung an die Staatsstraße 2149 in Richtung Walderbach werde übrigens gesondert behandelt.

Offen sei neben der Überführung für den Hauptforstweg der Standort für einen Parkplatz, der aber wohl in Richtung Neubäu am See angesiedelt wird. Abklären müssten die Behörden, ob ein Radweg zwischen Altenkreith und Neubäu gebaut werden kann. Da kein Vorfluter in der Nähe ist, bedarf es zur Entwässerung der Fahrbahn einer unterirdischen, leistungsfähigen Verrohrung zum Regen hin, so Biller. Bei Kirchenrohrbach wurden für den Umweltschutz bereits Kompensationsflächen erworben.

Lärmschutz im Fokus

Einen hohen Stellenwert legt das Bauamt auf dem Lärmschutz. Die geplante Trasse verschwinde dadurch beinahe komplett in der Landschaft. Biller kündigte an, bereits im Vorfeld auf die Landwirten zugehen und mit ihnen kooperieren zu wollen. Die Umfahrung laufe nicht quer durch die Felder, sondern entlang ihrer Grenzen. Trotzdem werden 20 Hektar Land verloren gehen, so Biller. Nicht vermeidbare Eingriffe in die Natur sollen mit Tauschflächen ausgeglichen werden.

Verkehr

Umgehung Altenkreith: Die Trasse steht

Es bleibt beim Nein zur Tieflage. Das Bauamt erklärt, warum der Antrag der Planfeststellung erst Ende 2020 gestellt wird.

Josef Messerer und Alexandra Riedl vermissten in der Planung einen Autohof. „Das ist eine Angelegenheit eines privaten Investors“, sagte Biller. Das Bauamt lege lediglich Parkplätze für Ruhepausen an. Andreas Bucher schlug vor, dass man sich auf die Suche nach einem Investor machen sollte. Rainer Schwarzfischer appellierte, den Wadenbach nicht zu unterschätzen, der große Wassermassen führen kann. Da Altenkreith ein Unfallschwerpunkt ist, forderte Richard Seidl, dort zügig für mehr Sicherheit zu sorgen.

Mehrfach haben die Stadträte in der Sitzung am Donnerstag eine Tieflage wie in Wetterfeld angesprochen, da sie große Nachteile für die Landwirte, die Felder im Trassenbereich haben, erwarten. Der Straßenbau-Leiter machte aber deutlich, dass eine Umfahrung aus Platz- und Kostengründen die sinnvollste Variante sei. „Wir haben für die Untertunnelung gekämpft, müssen aber jetzt die Herausforderungen dieser Trasse meistern“, meinte Bürgermeister Franz Reichold.

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