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Region Cham
Mittwoch, 18. Juli 2018 27° 3

Geschichte

45 Jahre Chamer Freunde der Maristen

Der Förderverein der Chamer Realschule sieht sich als „Fels in der Brandung“ für die Ideale des Marzellin Champagnat.
Von Dr. Georg Turba

  • April 1973: zweites Vorbereitungstreffen zur Vereinsgründung der Maristenfreunde Fotos: Turba
  • 2010: Europäischer Kongress der Fraternitäten
  • 2018: Vorsitzender Frank Aumeier (re.) mit Stellvertreter Sebastian Piendl ) und Schulleiter Josef Maier
  • 1995: Frank Aumeier (li.) wird Vereinsvorsitzender, hier mit Schulleiter Frater Dietmar Wagner.

Cham.Der Verein „Freunde der Maristen-Realschule Cham e.V.“ kann am 24. Juni 2018 auf sein 45-jähriges Bestehen zurückblicken. Seine Entwicklung ist eng verbunden mit der 95-jährigen Geschichte der Niederlassung der Maristen in dieser Stadt mit heute 17 000 Einwohnern. 1923 gründeten die deutschen Maristen das Studienheim St. Josef. Die von den Brüdern betreuten Schüler kamen vor allem aus ländlichen Gegenden und hatten nur hier die Möglichkeit zum Besuch einer weiterführenden Schule. 1937 wurden die Brüder durch das Nazi-Regime vertrieben. 1942 wurde im Studienheim ein Lazarett eingerichtet.

Der Neubeginn im Jahre 1946 war sowohl für die Brüder als auch für die Jugendlichen sehr hart und entbehrungsreich. Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung eröffneten die Brüder im Internatsgebäude eine vierstufige Knabenmittelschule, die 1966 als „Maristen-Realschule Cham“ staatlich anerkannt wurde und im gleichen Jahr ein eigenes Schulgebäude beziehen konnte. Für die Mädchen aus Stadt und Land gab es die „Gerhardinger Realschule“ der Armen Schulschwestern.

Das Internat macht 1993 zu

Inzwischen ist die Maristen-Realschule sechsstufig geworden und das Gebäude immer wieder erweitert worden: Fachklassen, große Pausenhalle, Turnhalle und Sportplatz. Zurzeit laufen die Planungen für einen großen Neubau auf dem Gelände an der Katzberger Straße und damit verbunden die Zusammenlegung der beiden Realschulen. Das Internat wurde 1993 geschlossen und war bis vor kurzem an Institutionen vermietet, die hier Jugend- und Erwachsenenbildung durchführen. Das Internatsgebäude soll aufgrund des Denkmalschutzes erhalten bleiben und in den geplanten Neubau integriert werden. Doch schon bald täglich finden sich neue „Überraschungen“ in dem in nur zehn Monaten Bauzeit errichteten Gebäude.

Als 1973 das 50-jährige Bestehen des Studienheimes St. Josef und des staatlichen Gymnasiums großartig gefeiert wurde, bestand die Maristen-Realschule schon zwölf Jahre und hatte bereits acht Abschlussjahrgänge ins Berufsleben entlassen. Das war der richtige Zeitpunkt, um einen Verein ehemaliger Schüler ins Leben zu rufen, die „Freunde der Maristen-Realschule Cham“. Der Verein entwickelte von Anfang an Dynamik nach außen und innen. Dies bezeugen die Teilnahme an den Weltkongressen ehemaliger Schüler in Lyon 1974, in Melbourne 1978 und in Santiago de Chile 1982. Abordnungen des Vereins beteiligten sich an den europäischen Kongressen und Treffen in Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien und Schottland. Viel Mut und Kraft bewies der Verein, indem er in Cham selbst in den Jahren 1980 und 1985 zwei Kongresse auf europäischer Ebene durchführte und dadurch maristischen Geist und viele Freundschaften über die Grenzen hinweg förderte, vor allem mit dem Pius X-Institut im flandrischen Zele in Belgien.

Diese partnerschaftliche Freundschaft wird ebenfalls seit 45 Jahren durch regelmäßige Besuche von beiden Seiten ständig gepflegt. Mittlerweile krönt seit 2010 eine offizielle Städtepartnerschaft diese Verbindung. Das erste Ziel des Chamer Vereins ist jedoch die Pflege des Kontaktes zwischen den ehemaligen und jetzigen Schülern. Durch regelmäßige Rundbriefe und durch den Versand des Jahresberichtes werden die derzeit über 1100 Mitglieder des Vereins laufend über das Geschehen in ihrer Schule informiert. Alle fünf Jahre wird jeder Abschlussjahrgang zu einem Treffen in der Schule eingeladen. Die Mitglieder des Vorstandes und Beirates haben auch ein gutes Geschick dafür, die jungen Ehemaligen anzusprechen und für die Mitarbeit im Verein zu gewinnen. Das geschieht vor allem bei den monatlichen Treffen, die im Untergeschoss der Schule stattfinden können. Hier kann mit Brüdern und Lehrern gesprochen werden, hier entstehen vielfach neue Ideen.

Jedes Mitglied des Vereins entrichtet einen jährlichen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro. Mit diesem Geld werden bedürftige Schüler unterstützt und Anschaffungen für die Schule, zum Beispiel Bücher, Medien und Geräte. Ehemalige Schüler mit Berufserfahrung beraten die jetzigen Schüler, wenn diese vor der Berufswahl stehen. So entsteht ein guter Kontakt zwischen den Schülergenerationen, und so bleibt der Verein mit der Jugend verbunden.

Die Maristen-Brüder sind weg

Der soziale und apostolische Einsatz für Menschen in Not geschieht durch finanzielle Unterstützung der Missionsstationen der Maristen weltweit. Viele Ehemalige engagieren sich aber auch auf kirchlicher und kommunaler Ebene und übernehmen aus ihrem christlichen Glauben heraus Verantwortung. Wenn die „Freunde der Maristen-Realschule Cham“ auf ihr 45-jähriges Bestehen zurückschauen, dürfen sie nicht nur stolz sein auf das, was in diesen Jahren geschehen ist, sie müssen sich auch bewusst sein, dass sie vor großen Herausforderungen stehen. Die Schule ist größer und bedeutender geworden. Die Trägerschaft der Schule ging an die Schulstiftung der Diözese Regensburg über. Dadurch ist gewährleistet, dass die Schule weiterhin als kirchliche Schule Bestand hat.

Es rücken aber keine jungen Brüder nach. Die Chamer Brüderkommunität wurde am 6. Juni dieses Jahres offiziell aufgelöst. Wie kann die Schule als Maristenschule weiter bestehen? Schritte zur Vertiefung des maristischen Geistes werden daher unternommen. Der Vereinsvorsitzende Frank Aumeier hat in den Jahren 2003 bis 2010 als Delegierter der Maristenprovinz Europa-Zentral-West und als Koordinator der Partnerschaftskommission zusätzliche Verantwortung im Auftrag des Ordens übernommen.

2004: Frank Aumeier (li.) mit Erbprinz Alois von Liechtenstein, ehemaliger Schüler des Collegium Marianum

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