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5 G für drei Orte im Landkreis Cham

Die Standorte Roding, Rimbach und Cham haben jetzt den neuesten Mobilfunkstandard in Deutschland bekommen.
Von Martin Hladik

Der Funkmast auf dem Lamberg ist bereits mit 5G bestückt. Das Foto stammt aus einem Video der Deutschen Telekom, in dem die technische Umrüstung erklärt wird.
Der Funkmast auf dem Lamberg ist bereits mit 5G bestückt. Das Foto stammt aus einem Video der Deutschen Telekom, in dem die technische Umrüstung erklärt wird. Foto: Deutsche Telekom AG

Cham.„Die Telekom hat ihre 5G-Initiative in Deutschland gestartet. Der Landkreis Cham ist mit dabei. In Cham, Rimbach und Roding funken jetzt Mobilfunkstandorte im neuesten Mobilfunkstandard“, heißt es in einer Pressemitteilung des Mobilfunkanbieters.

„Für den Landkreis Cham ist geplant, noch in diesem Jahr zirka 20 5G-Standorte in Betrieb zu nehmen“, teilt der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier aus Informationen der Telekom mit. „Das kommt zügig. Wir machen aber auch Druck“, sagt der Abgeordnete. Erst kürzlich hatte Holmeier berichtet, dass auch entlang der B 20 und der B 85 die Mobilfunkangebote der drei Anbieter Telekom, Vodafone und Telefonica verbessert würden.

Verbessert habe sich auch das Mobilfunkangebot in Grenznähe, sagte Holmeier. Weil hier die Anbieter aus Tschechien auch über die Grenze erreichbar seien, hätten auch deutsche Anbieter ihre Leistung erhöht, so dass sie auch in Tschechien erreichbar wären, aber auch der Empfang in Grenznähe auf deutscher Seite verbessert sei.

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Große Pläne bis zum Jahresende

Zurück zum Netz der Telekom. Dr. Markus Jodl, Pressesprecher bei der Telekom in München, teilt mit, dass sein Unternehmen in Bayern bisher 303 Standorte in 60 Landkreisen aufgebaut habe. Jodl: „Noch in diesem Monat werden mehrere Tausend Standorte in Betrieb gehen. Wir wollen Ende Juli 50 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgen. Bis Ende des Jahres sollen es sogar 75 Prozent sein.“

Wer Genaueres über die technische Umrüstung eines Funkmastes auf die 5. Generation des Mobilfunks wissen will, kann sich auf Youtube ein Telekom-Video anschauen, das auf dem Lamberg bei Cham aufgenommen wurde. Obiges Foto zeigt ein Standbild aus dem Video.

Im Landkreis Cham betreibt die Deutsche Telekom derzeit 45 Standorte, davon sind bereits heute 36 mit LTE ausgestattet. Heute versorge die Telekom im Landkreis knapp 86 Prozent der Bevölkerung mit LTE. Zusätzlich ist geplant, 32 weitere Mobilfunkstationen im Landkreis Cham in den nächsten Jahren bis 2022 aufzubauen, gibt Holmeier Informationen der Telekom weiter. Zusammen mit dem Unternehmen will er noch im Juli eine Informationsveranstaltung zum 5G-Ausbau im Landkreis Cham machen. Der genaue Termin und der Ort stehen noch nicht fest.

Auch die Nutzer eines LTE-Smartphones (4G) profitieren, denn die Mobilfunkstation erkennt ab sofort, ob sich ein LTE- oder 5G-Handy in ihrer Funkzelle aufhält und versorgen das Handy je nach Bedarf, heißt es in der Pressemitteilung der Telekom. Auch ältere Mobilfunkstandards wie GSM und UMTS werden weiterhin bedient. Der Landkreis Cham nehme von Beginn an Teil an der Entwicklung und habe damit einen digitalen Standortvorteil.

Ausbau trotz der Corona-Krise

„Das ist die größte 5G-Initiative Deutschlands. Wir bringen 5G für die Hälfte der deutschen Bevölkerung in die Stadt und auf das Land. Und dieses Etappenziel erreichen wir jetzt schon früher als geplant“, betont Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner. „Trotz der Corona-Krise haben wir 5G ohne Umwege ausgebaut. Unsere Netze haben zuverlässig gearbeitet. Zusätzlich zur Krisensituation haben unsere Techniker über 12.000 Antennen für 5G fit gemacht. Bis Ende des Jahres werden es sogar 40.000 Antennen sein. Das ist eine Riesenleistung. Auch bei 5G wird die Deutsche Telekom das beste Netz haben.“ Den Kunden biete man nicht nur das beste Netz, sondern auch die passenden Tarife und entsprechende Smartphones, so Wössner.

Die Telekom nutzt dafür 15 Megahertz (MHz) im 2,1 Gigahertz-Band für LTE und 5G. Davon stammen 5 MHz aus dem bisherigen 3G-Spektrum und werden umgewidmet. Zusätzlich hat die Telekom ein 10 MHz Spektrum von einem Mitbewerber erworben. Auch dieses Spektrum setzt sie für LTE und 5G ein. Ersteigert hatte die Telekom dieses Spektrum ursprünglich für die Nutzung ab dem Jahr 2021. Durch den Zukauf verdreifacht der Konzern das bisher in diesem Frequenzbereich genutzte Spektrum.

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5G-Ausbau wird beschleunigt

5G funkt in Großstädten in der Regel auf einer sehr hohen Frequenz: Bei der Telekom auf 3,6 GHz. Hohe Frequenzen bieten höhere Geschwindigkeiten. Gleichzeitig reichen diese Frequenzen nicht besonders weit. Auf der niedrigeren 2,1 GHz-Frequenz sind die Reichweiten der 5G-Antennen deutlich höher. Das Prinzip ist bereits vom LTE-Ausbau bekannt: Hier werden Frequenzen mit großer Reichweite vor allem für die Flächenversorgung genutzt. Mit dieser Kombination beschleunige die Telekom den 5G-Ausbau – gerade im ländlichen Raum – erheblich.

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