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500 Jahre Erfahrung gehen

Landrat Franz Löffler hat 30 Kreisräte verabschiedet. Alle erhielten die „Kleine Amtssiegelmedaille des Landkreises“.
Von Claudia Peinelt

  • Sechs und zwölf Jahre im Kreistag waren (von links) Marion Weber, Dr. Herbert Weidaher, Thomas Dengler, Sepp Riederer, Ludwig Klement, Josef Mühlbauer, Ludwig Vogl, Hans Kraus, Alfred Wittmann, Gerhard Hecht, Elisabeth Popp und Martina Mathes zusammen mit Landrat Löffler (7. v. l.). Foto: Claudia Peinelt
  • Bis zu 18 Jahre im Kreistag waren (von rechts) Josef Kammermeier, Josef Berlinger, Johann Müller, Hugo Bauer, Wolfgang Ludwig, Hans Ertl, Edi Hochmuth, Theo Amberger zusammen mit Landrat Löffler. Foto: Claudia Peinelt
  • Blumen und Medaille erhielt Petra Mölders. Foto: Claudia Peinelt
  • 42 Jahre Kreistag: Fritz Winklmann und Michael Dankerl (2. v. l. und 2. v. r), 30 Jahre Klaus Bergbauer (l.) und Gerhard Weiherer (r.) Foto: Claudia Peinelt

Cham.30 langjährige Kreistagsmitglieder verabschiedete Landrat Franz Löffler am Montagabend. „Hier geht ein gewaltiges Maß an Verantwortung verloren“, so der Landrat. Insgesamt 500 Jahre an Erfahrung verlassen den Kreistag. All diese Mitglieder erhielten in der Schulturnhalle des Joseph-von-Fraunhofer Gymnasiuem die „Kleine Amtssiegelmedaille des Landkreises“. Doch bevor sich die Mitglieder diese selber abholen mussten, ging der Landrat unter anderem auf die Corona-Krise im Landkreis ein.

„Ich habe mir bis vor einigen Wochen noch nicht vorstellen können, wie viele Menschen den Karneval in Venedig besuchen. Wir werden uns wohl auf eine gewisse Zeitstrecke mit Corona einstellen müssen“. Der großen Disziplin der Menschen sei es zu verdanken, dass die Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100 000 Einwohner im Landkreis Cham aktuell bei 7,82 und damit weit unter dem bayerischen Durchschnitt von 25,24 liegt. In einem Rückblick erläuterte Löffler noch einmal die Arbeit der Kreisräte und deren Erfolge. Genau 500 Jahre an Erfahrung, dies entspricht den Dienstjahren der 30 scheidenden Räte, verabschiedete Löffler schließlich mit einer kurzen Laudatio an jeden Kreisrat.

Institutionen auf oberster Ebene

Zwei Institutionen verabschiedete Landrat Franz Löffler aus dem Kreistag. „Sage und schreibe jeweils 42 Jahre lang waren Michael Dankerl und Fritz Winklmann Politgrößen unseres Landkreises. Ich verneige mich vor diesen beiden Herren“, so Löffler. Beide waren seit 1978 wichtige Ansprechpartner auf oberster Ebene, wenn es um die Belange des Landkreises ging. Michael Dankerl war als Kreisrat und langjähriger 1. Bürgermeister und stellvertretender Landrat die Nähe zu den Menschen vor Ort immer besonders wichtig. Auch Fritz Winklmann war im Kreistag und vertrat als ehemaliger Unternehmer die Anliegen des Handwerks und der mittelständischen Wirtschaft. Er war von 1996 bis 2014 als weiterer Stellvertreter des Landrats im Amt. Immer wieder gerne wird sich der Landrat an einige Sätze von Dankerl erinnern, wie etwa: „Heut haben wir der Weltkugel wieder einen kloanen Schubser geb’m“.

Das Gremium nach 30 Jahren Tätigkeit haben auch Klaus Bergbauer und Gerhard Weiherer verlassen. Maßgeblich für den Tourismus engagierte sich Bergbauer, der viele Jahre Bürgermeister des Marktes Lam war. Als Gesicht der politischen Arbeit von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis verabschiedete Löffler Gerhard Weiherer. „Ich konnte mich immer auf das Wort von Weiherer verlassen, auch wenn wir immer wieder Debatten geführt haben“, so Löffler.

Nach einer Periode im Kreistag verabschiedete der Landrat zunächst Michael Daiminger, der sich als Rettungsdienstleiter und Katastrophenschutzbeauftragter sowie als stellvertretender Kreisgeschäftsführer des BRK für die Belange der Rettungsdienste und die medizinische Versorgung im Landkreis einsetzte. Gerhard Hecht war 24 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Zell und engagierter Kommunalpolitiker mit Mut und Einsatzwillen. Für das Wohl von benachteiligten Menschen und für den Erhalt von Natur und Kultur trat Petra Mölders unter anderem im Kreistag ein. Eva Obermeier setzte sich besonders für die Belange des Tourismus ein. Die Beauftragte für Familien und Bildung war Elisabeth Popp als ehemalige Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Sepp Schmid brachte sich als langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Arrach vor allem im Bau- und Umweltausschuss mit ein, mit den Themen der ökologischen Gewinnung von Energie und Wärme tat das Ludwig Vogl als Betreiber eines Heizkraftwerkes. Marion Weber setzte sich als Kreis- und Gemeinderätin für die positive touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Heimat ein.

„Individuelle Einlassungen“

Zwei Perioden lang waren folgende Mitglieder im Kreistag vertreten: Thomas Dengler, als ehemaliger Bürgermeistes des Marktes Falkenstein lag die touristische und wirtschaftliche Entwicklung am Herzen. Ludwig Klement hat sich für den Tourismus und die Infrastruktur stark gemacht. Er war seit 1984 Bürgermeister von Zandt. Hans Kraus führt als ehemaliger Rektor bis jetzt die Fraktion „Freie Wähler Stadt und Land“. Martina Mathes war als Studiendirektorin stellvertretende Beauftragte für die Jugend und setzte sich für ein europäisches Zusammenwachsen der Region ein. Seinen Sachverstand als praktizierender Landwirt brachte Josef Mühlbauer in das Gremium ein.

Sepp Riederer war als Forstsachverständiger ein geschätzter Ratgeber. Dr. Herbert Weidacher war als Facharzt für seine „individuellen Einlassungen“ bei den Debatten im Kreistag bekannt. Alfred Wittmann trug mit seinen überlegten Wortbeiträgen dazu bei, Entscheidungen im Kreistag von allen Seiten zu beleuchten. Bis zu 18 Jahre im Kreistag: Josef Berlingers Wortbeiträge waren immer überlegt. Johanna Fischer trat als Kreisbäuerin energisch für die Belange der Landwirtschaft ein. Hans Ertl wollte immer die bestmögliche medizinische Versorgung in der Region. Edi Hochmuth brachte sein unschätzbares wertvolles Wissen, das er beruflich mitbrachte, mit ein. Josef Kammermeier brachte stets seinen juristischen Sachverstand als Rechtsanwalt und seine langjährigen Erfahrungen als Bürgermeister von Eschlkam in die Sacharbeit mit ein.

24 Jahre Kreistag

  • Verdienste:

    Hugo Bauer hat bei allem politischen Handeln stets die Gemeinde im Blick. Wolfgang Ludwig brachte in der Kommunalpolitik langjährige Erfahrung mit. Johann Müller hat sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Heimat verdient gemacht. (cci)

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