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Vortrag

5G-Funk: Segen oder Fluch?

Europaabgeordneter Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) warnte Zuhörer in der RAUM-Bühne vor den Gefahren durch Funkstrahlen.

ÖDP-Europaabgeordneter Prof. Dr. Klaus Buchner sprach in der RAUM-Bühne in Cham über die Auswirkungen von Funkstrahlung.  Foto: Franz Bauer
ÖDP-Europaabgeordneter Prof. Dr. Klaus Buchner sprach in der RAUM-Bühne in Cham über die Auswirkungen von Funkstrahlung. Foto: Franz Bauer

Cham.Es ist ein Thema, das offenbar auf den Nägeln brennt. Knapp 100 Zuhörer kamen vergangenen Freitag auf Einladung des ÖDP-Kreisverbandes Cham zum Vortrag des ÖDP-Europaabgeordneten Prof. Klaus Buchner. Zu Gast war die ÖDP in der bis auf den letzten Platz gefüllten RAUM-Bühne im cha13.

Prof. Buchner sprach zunächst davon, dass ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung sensibel auf Funkstrahlung reagiere mit Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nasenbluten, Tinnitus oder Gedächtnisstörungen bzw. ADHS bei schulpflichtigen Kindern. Etwa 25 000 Betroffene seien sogar so verzweifelt, dass sie im Keller ihres Hauses leben oder in strahlungsarme Gebiete umgezogen sind.

Doch nicht nur Handys und Mobilfunkmasten seien ein Problem, auch Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth oder der Polizei-, Feuerwehr- und Rettungsdienstfunk Tetra sendeten unaufhörlich schädliche Strahlen aus und beeinträchtigten dadurch die Gesundheit der Menschen. „Studien haben die Schädlichkeit dieser Strahlen mittlerweile eindeutig belegt“, erklärte Buchner, der selbst jahrelang als gelernter Kernphysiker auch zu Fragen der Mobilfunkstrahlung geforscht hatte.

Erst vor kurzem habe man entdeckt, dass nicht – wie in vielen Studien als Richtgröße – der Wärmeeffekt der Mobilfunkstrahlung ausschlaggebend sei, sondern die Strahlung direkt auf Calciumkanäle der Zellen einwirke. Das erkläre, wieso bei Menschen, die längerfristig Funkstrahlen ausgesetzt sind, Studien die Steigerung der Krebsgefahr bewiesen haben, so der Wissenschaftler. Leider nähmen Wirtschaft und Politik auf die Darstellung der Studien so großen Einfluss, dass selbst im Septemberheft der Stiftung Warentest das Risiko der Mobilfunkstrahlung durch Vermischung unterschiedlicher Studienergebnisse heruntergespielt werde.

Auch Landwirtschaft betroffen

Auch die Landwirtschaft sei betroffen. So seien Kälberblindheit, eine verringerte Milchleistung der Kühe, Fruchtbarkeitsstörungen und Missbildungen wie beispielsweise eine offene Bauchdecke bei jenen Tieren nachgewiesen, deren Ställe sich in der Nähe von Funkmasten befinden. Die „5. Generation“ des Internets 5G sei noch problematischer als ihre Vorgänger. Meistens habe man noch höhere Strahlungsintensitäten. Für die selbstfahrenden Autos seien entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von 100 bis einigen 100 Metern geplant, die eng gebündelte Strahlen großer Intensität senden. Dadurch werde die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Außerdem sei mit 5G eine weitgehende Überwachung auch der Privatsphäre möglich. Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlten den Wohnraum und sendeten persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler.

Prof. Buchner betonte, dass er den Menschen das Handy nicht verbieten wolle. Vielmehr setze er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist. Das reicht aus für ein funktionsfähiges Mobilfunknetz“, so der Europaabgeordnete. In Luxemburg und der Toskana gelten heute schon Grenzwerte, die weit unter den deutschen liegen. Die Kosten für die Umstellung waren dort so gering, dass sie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht beeinträchtigt haben.

Mit den Schulleitern sprechen

In der Diskussion, die der ÖDP- Kreisvorsitzende Dr. Stefan Scheingraber moderierte, kam immer wieder die Frage, wie man in der Kommunalpolitik argumentieren könne, um die Aufstellung neuer Funkmasten zu verhindern. Besorgt waren viele auch über den Zusammenhang von Aufmerksamkeitsstörungen bei Schülern und dem Ausbau von WLAN an den Schulen. „Ich nehme als Hausaufgabe mit, dass wir uns dringlich diesem Thema mit einer baldigen weiteren Veranstaltung annehmen und ins Gespräch mit den Schulleitern kommen müssen“, resümierte Scheingraber unter Beifall.

Experten-Rat

  • Schnurlostelefon:

    Den Gebrauch von Schnurlostelefonen in Wohnungen und Büros sollte man möglichst ganz vermeiden.

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