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Jubiläum

65 Jahre durch Freud und Leid

Sofie und Max Becher feiern die Eiserne Hochzeit. 1952 lernte das Jubelpaar sich kennen – auf einer Hochzeitsfeier in Hohenwarth.
Von Johann Fischer

Das Jubelpaar Max und Sofie Becher (vorne sitzend) zusammen mit den offiziellen Gratulanten, den beiden Töchtern mit deren Ehemännern und der Heimangestellten  Foto: Johann Fischer
Das Jubelpaar Max und Sofie Becher (vorne sitzend) zusammen mit den offiziellen Gratulanten, den beiden Töchtern mit deren Ehemännern und der Heimangestellten Foto: Johann Fischer

Bad Kötzting.Das wirklich sehr seltene Fest der eisernen Hochzeit durften Max und Sofie Becher am Sonntag feiern. Seit dem 1. Oktober dieses Jahres verbringen sie ihren gemeinsamen Lebensabend im BRK-Seniorenwohn- und Pflegeheim in Bad Kötzting. Es erfüllt sie mit sichtlicher Freude, dass sie gemeinsam diesen langen Lebensweg gegangen sind, auch wenn sie nunmehr in einer noch nicht ganz vertrauten Umgebung leben müssen. Doch beide fühlen sich hier gut aufgehoben.

Anlässlich dieses seltenen Ehejubiläums bekam das Jubelpaar am Sonntagnachmittag auch Besuch von Bürgermeister Markus Hofmann, der sehr herzlich gratulierte und ein Geschenkpaket überreichte. Der Rathauschef übergab des Weiteren ein Präsent von Landrat Franz Löffler und einen besonderen Jahreskalender vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, jeweils verbunden mit den besten Wünschen.

Kennengelernt haben sich Max und Sofie Becher, geborene Pritzl, im Jahr 1952 bei einer Hochzeitsfeier im Gasthaus Greil in Hohenwarth. Die Beziehung hielt an und am 17. November 1954 gaben sie sich vor dem Standesbeamten in Hohenwarth das Ja-Wort. Tags darauf wurden sie kirchlich in der Pfarrkirche St. Johannes in Hohenwarth durch Pfarrer Stahl getraut.

Ins Heim umgezogen

Die Töchter Annelore, Marianne und Beate wurden ihnen geschenkt. Die Tochter Marianne kam mit 16 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Wohnte die junge Familie zunächst in Schönbuchen, so zog sie 1970 nach Bad Kötzting in die Müllerstraße 4. Im Dezember 2000 ist man in die Marktstraße 25 umgezogen. Als Sofie Becher am 14. August dieses Jahres bei einem Sturz einen Oberarm- und Oberschenkelhalsbruch erlitt und längere Zeit auf Rehabilitation war, war es unumgänglich geworden, zusammen mit dem Ehemann ins Heim zu ziehen. Inzwischen ist die Familiengemeinschaft um zwei Enkelkinder und um den Urenkel Timo Winter größer geworden.

Der Jubelbräutigam Max Becher gehörte lange Zeit, auch noch nach Vollendung seines 85. Lebensjahres, zum Stadtbild von Bad Kötzting. Fast täglich sah man ihn mit dem Fahrrad seine Tour rund um die Pfingstrittstadt drehen. Max Becher erblickte am 4. Oktober 1926 in Neukirchen beim Hl. Blut das Licht der Welt und wuchs mit sieben Geschwistern in einem wohlbehüteten Elternhaus auf. Die Schule besuchte er in seinem Geburtsort. Mit 17 Jahren wurde er zum Wehrdienst eingezogen und geriet in jugoslawische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach fünf Jahren im Dezember 1948 in die Heimat entlassen wurde. Danach war er als Pendler überwiegend im Gleisbau tätig. Als ehemaliger Kriegsteilnehmer schloss er sich auch der Krieger- und Reservistenkameradschaft Bad Kötzting an und war bis zu deren Auflösung ein treues Mitglied. Mit 63 Jahren konnte er in die Rente gehen.

Hochzeit im Jahr 1954

Die Jubelbraut Sofie Becher erblickte am 1. Februar 1931 in Hohenwarth als älteste Tochter der Landwirtseheleute Xaver und Sofie Pritzl und hatte drei Brüder und zwei Schwestern. Der älteste Bruder Xaver verunglückte tödlich. Nur noch die Schwester Zenta lebt und wohnt in Bad Kötzting. Nach dem Schulbesuch in Hohenwarth ging sie, um selbst Geld zu verdienen, für zweieinhalb Jahre als Haushaltshilfe nach Bad Tölz und danach für einige Zeit nach Mannheim. Wieder zu Hause, heiratete sie 1954 und war dann als Mutter und Hausfrau voll ausgelastet.

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