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Bienen

678 Völker gehören zum Imkerverein

Faulbrut, Gesundheitszeugnis und Jubiläum waren Hauptthemen bei der Jahresversammlung der Imker.
Von Reinhard Schreiner

Einen umfangreichen Bericht lieferte Vorsitzende Kathrin Ederer bei der Jahresversammlung ab. Foto: R. Schreiner
Einen umfangreichen Bericht lieferte Vorsitzende Kathrin Ederer bei der Jahresversammlung ab. Foto: R. Schreiner

Roding.Fast bis auf den letzten Platz war der Lehrbienenstand bei der Jahresversammlung des Imkervereins Roding am vergangenen Samstagabend gefüllt. Die Bienenseuche, das notwendige Gesundheitszeugnis und das bevorstehende Jubiläum beschäftigen die Vereinsmitglieder. Über den zahlreichen Besuch freute sich Vorsitzende Kathrin Ederer und begrüßte Dr. Reinhold Schoierer in seiner Doppelfunktion als Leiter des Veterinäramtes und Vertreter der Stadt Roding.

Dem Gedenken an die verstorbenen Imkerkameraden folgte ein Rückblick über die Vielzahl der Aktivitäten des rührigen Vereins mit 151 Mitgliedern. „Zahlreiche Vorträge wurden angeboten und die Konrad Adenauer-Realschule hat mit mehreren Klassen den Bienenlehrstand besucht“, informierte die Vorsitzende. Eine Blumenwiese seien angelegt worden und an die Stadtbibliothek zwei Bücher übergeben worden, fuhr sie fort.

Zu runden Geburtstagen wurde gratuliert und gesellige Imkerrunden veranstaltet. Die mangelnde Beteiligung bei Veranstaltungen wie Volksfesteinzug und Jubiläen anderer Vereine monierte Ederer. „Hier müssen wir wieder mehr Präsenz zeigen, wir möchten doch auch viele Gäste zu unserem Fest begrüßen“, forderte sie in die Runde. Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit erläuterte Ederer, dass mit dem OGV Roding eine Kooperation eingegangen werde. Zusammen mit der Realschule Roding werde ein Insektenhotel in Form einer Wabe umgesetzt. Im Gegenzug werde eine Honigspende an die Schule erfolgen.

Der Imkerverein

  • Verein:

    Elf neue Mitglieder haben sich dem Imkerverein angeschlossen. 29 Frauen und 122 Männer, davon 23 Mitglieder ohne Bienen, betreuen 678 Bienenvölker. Je nach Jahreszeit schwanke die Zahl der Bienen zwischen 15000 und 80000 je Volk, so Kathrin Ederer. Von den fünf eigenen Bienenvölkern des Imkervereins hätten zwei neue Zuchtköniginnen.

  • Anreiz:

    Mit besonderem Anreiz sollen Neumitglieder bzw. Jungimker gewonnen werden. Nach dem Anfängerlehrgang wird den Jungimkern ein Bienenvolk, das nicht nur einen materiellen sondern auch einen ökologischen Wert hat, übertragen. Ziel ist es, die Neumitglieder zu begeistern.

Für einen Vortrag zum Thema „Kontamination im Bienenwachs – Auswirkung auf Mensch und Tier“ soll Albrecht Friedle vom gleichnamigen Labor gewonnen werden. „Der Schleuderraum ist fertig und mit Geräten ausgestattet. Die Nutzung ist nur mit gültigem Gesundheitszeugnis möglich“, betonte Ederer. Der neue Freistand für die Vereinsbienen sei für die Tiere gesünder und ermögliche ein besseres Beobachten der Völker, auch für Besuchergruppen, hob die Vorsitzende die Vorteile hervor und dankte dem Bautrupp um Max Ederer.

Die Baumaßnahme habe zu Mehrausgaben geführt, so Schatzmeister Karl Fuchs. „Mit einigen Spenden konnte ein Teil kompensiert werden, so dass der Verein dennoch auf soliden finanziellen Beinen steht.“ Der Imkerverein leiste einen wichtigen Beitrag für die Natur, lobte Stadtrat Dr. Reinhold Schoierer im Namen der Stadt Roding das ehrenamtliche Engagement. Mit der Aktion „Imker auf Probe“ und den Kooperationen mit den Schulen habe man wieder junge Leute für die Bienenzucht gewinnen können. In seiner Funktion als Amtstierarzt bemerkte Schoierer, dass man seit 20 Jahren der Faulbrut (Bienenseuche) hinterherlaufe.

„Die Erreger sind sehr aggressiv und erst spät erkennbar“, sprach Schoierer drei Punkte zur Prophylaxe an: Entnahme von Futterkranzproben zum schnelleren Reagieren, Fortsetzung des Faulbrut-Monitorings und Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses nur mit Futterkranzprobe. Zudem erinnerte er an die Meldepflicht von Bienenvölkern und bat um Meldung von verwaisten Ständen. „Roding ist noch eine faulbrutfreie Zone“, betonte Schoierer. Auf die Frage nach einer Karte der Bienenvölker im Stadtbereich erläuterte der Veterinär, dass eine Kartographie aus datenschutzrechtlichen Gründen aber noch nicht vorliege.

Zum Jubiläum am 13. September bat Kathrin Ederer um Ideen für Verkauf und Besuchergeschenke. Honigseifen, Wachstücher und Samentüten seien noch erweiterbar. (rsr)

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