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Motorsport

75 Rallye-Asse und ihr Idol Walter Röhrl

Anfang August treffen sich die Motorsportfreunde in Bad Kötzting zur Bayerwald Rallye – 75 Teilnehmer in Auto-Klassikern.
Von Roman Hiendlmaier

Zeitloser Klassiker: Ein Audi Quattro steht auch auf der Starterliste der Bayerwald Classic wie 74 weitere Auto-Schönheiten. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye
Zeitloser Klassiker: Ein Audi Quattro steht auch auf der Starterliste der Bayerwald Classic wie 74 weitere Auto-Schönheiten. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye

Bad Kötzting.Porsche 911 SC, BMW 3.0 CSI, Audi Ur-Quattro, Karmann Ghia oder Jaguar E-Type V 12 – Freunde zeitlos schöner Fahrzeuge kommen wieder auf ihre Kosten, wenn ab Freitag, 2. August, um 15 Uhr vom St. Veitsplatz in Bad Kötzting aus wieder die Teilnehmer der 14. ADAC Bayerwald-Rallye Classic auf Zeitenjagd gehen. Die Verantwortlichen des Automobilsportclubs Bad Kötzting um ihren Vorsitzenden Albert Nazet haben für die diesjährige Rallye bisher 75 Anmeldungen erhalten. „Das sind wesentlich mehr als in den Jahren zuvor,“ freut sich t Nazet.

Wer sich etwas in der Szene auskennt, wird bemerken, dass die komplette Timing-Elite Deutschlands am Start ist. Echte Oldtimer gibt es bei der Bayerwald nicht. Diese finden sich auf den Ausfahrten (in der Regel auch als Rallye bezeichnet). Dort tritt der sportliche Wert in den Hintergrund. Es geht eher um Sehen und Gesehen werden.

Die besten Zuschauer-Punkte

An Prominenz soll es dennoch nicht mangeln, wenn die Teams auf die anspruchsvolle Route gehen. Am Freitagnachmittag hat Rallye-Legende Walter Röhrl als Schirmherr der Bayerwald-den Organisatoren sein Kommen zugesagt. Aber trotz aller Prominenz: Die Rallye ist keine Oldtimerausfahrt, erklärt Albert Nazet. Die Veranstaltung zählt neben den Nord- und Südbayerischen Meisterschaften zur Deutschen Classic Serie und zum ADAC Classic Revival Pokal für Automobile. „Neben der Metz Rallye in Nürnberg sind wir mit der Bayerwald- Rallye bei den historischen Rallyes federführend in Deutschland,“ so Nazet.

Keine Zeit zum Suchen: 170 Lichtschranken müssen durchfahren werden.Foto: Nazet/Bayerwald Rallye
Keine Zeit zum Suchen: 170 Lichtschranken müssen durchfahren werden.Foto: Nazet/Bayerwald Rallye

Die Teilnehmer werden dabei gefordert: Rund 170 Lichtschranken sind zu durchfahren, möglichst auf die Hundertstelsekunde genau: „Das gelingt selten,“ sagt Albert Nazet. „Aber um ganz vorne zu landen, muss man eine Abweichung von rund fünf Hundertstel pro Lichtschranke schaffen.“ Außer dem Rundkurs in Bad Kötzting ist keine Straße gesperrt. Die Teilnehmer haben sich, wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch, an die geltenden Regeln zu halten. Gut beobachten kann man die Bayerwald-Rallye am Samstag ab 17 Uhr auf dem finalen Stadtrundkurs in Bad Kötzting. Hier wird an der „Rathaus-Kurve“ von Michael Hagemann moderiert. Ein Display zeigt, für alle ersichtlich, die an der Lichtschranke gemessene Zeit.

Der Kampf um diese Hundertstel findet überwiegend in den Wäldern und Fluren rund um Bad Kötzting statt. Verfahren darf man sich nicht und das Auto muss auch durchhalten, auf der Strecke, die Albert Nazet im Raum Bad Kötzting, Viechtach, St.Englmar angesetzt hat.Haben die Teilnehmer die rund 520 Kilometer am Freitag und Samstag erfolgreich absolviert, erfolgt die Siegerehrung bei einem „Rallye-Abend“ in der Jahnhalle. Die Veranstaltung klingt am Sonntag bei einem Weißwurstfrühstück ebenfalls in der Jahnhalle aus.

Solche Einblicke gibt‘s selten, aber oft bei der Bayerwald Rallye. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye
Solche Einblicke gibt‘s selten, aber oft bei der Bayerwald Rallye. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye

Heuer sind laut Nazet bei der Rallye vier heiße Kandidaten für den Gesamtsieg unterwegs: Willy Eisinger, Patrick Weber, Roland Wittmann und Klaus Leinfelder. Dahinter folgen gut 15 Teams, die für eine Überraschung gut sind – Norbert Henglein zum Beispiel, der die Rallye bereits sechs Mal gewonnen hat. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Sie sind sorgfältig vorbereitet und technisch absolut in Ordnung. Ein Blick auf die Teilnehmerliste (www.bayerwald-rallye.de) zeigt, dass auch in diesem Jahr viele Replicas (originalgetreue Kopien ehemaliger Werksautos) an den Start gehen.

Warum echte Oldtimer fehlen

Viele Ehrenamtliche helfen am Gelingen mit. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye
Viele Ehrenamtliche helfen am Gelingen mit. Foto: Nazet/Bayerwald Rallye

Andererseits fehlen echte Oldtimer. Dies liegt laut Nazet daran, dass auf über 500 Kilometern Schnitte von 50 km/h auf kurvenreichen Nebenstraßen gefahren werden müssen. „Dies ist mit Oldtimern schlecht möglich,“ sagt Nazet. „Das ist schade für die Zuschauer, aber würde man den Schnitt herab- setzen, hätte man vielleicht den einen oder anderen Starter aus dieser Kategorie. Der Preis dafür wäre der Verlust an Sportlichkeit. Dies ist aber das Markenzeichen der Bayerwald und begründet auch deren Stellenwert über die Grenzen Deutschlands hinaus“.

Schließlich hat der Orga-Chef noch eine Bitte an alle Verkehrsteilnehmer: „Sollten Sie an eine Lichtschranke kommen, fahren Sie einfach durch. Falls sich gerade ein Teilnehmer dort befindet, warten Sie bitte dessen Durchfahrt ab. Er will die Lichtschranke schließlich exakt treffen.“ Die Besten auf die Hundertstel genau.

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