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Schule

Abschied von den Fraunhofer-Abiturienten

122 Abiturienten erhielten das Reifezeugnis am Chamer Fraunhofer-Gymnasium. Lisa-Maria Schmaderer heißt die beste von allen.
Von Claudia Peinelt

122 Abiturienten des Joseph-von-Fraunhofer Gymnasiums wurden am Freitag mit einer Feier verabschiedet. Fotos: Peinelt
122 Abiturienten des Joseph-von-Fraunhofer Gymnasiums wurden am Freitag mit einer Feier verabschiedet. Fotos: Peinelt

Cham.„Ihr wart ein extrem cooler Jahrgang. Und ihr habt es geschafft, den Abschluss zur Hochschulreife. Seid stolz darauf!“ So lobte Studiendirektor Uwe Mißlinger die jungen Damen und Herren des Abiturjahrgangs 2018. Besonders hob er die Abiturzeitung hervor. Jeder hatte hier sein Motto preisgegeben. Beispiel: „Warum eigentlich nachts schlafen, wenn morgen Schule ist?“

Besonders interessant fand Mißlinger es auch, als er bei den Abiprüfungen so manche Gedicht-Interpretation gelesen hat. „Das hat mir so manche neue Welten eröffnet“, meinte er und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Sie erhielten Auszeichnungen für besondere Leistungen. Fotos: Peinelt
Sie erhielten Auszeichnungen für besondere Leistungen. Fotos: Peinelt

Nach einem Gottesdienst am Freitagmorgen versammelten sich die 122 Fraunhofer-Abiturienten, zusammen mit ihren Eltern und Lehrern, in der Turnhalle der Schule. Viele Ehrengaste, unter ihnen der stellvertretende Landrat Markus Müller, waren der Einladung gefolgt. „Euer Fleiß und euer Durchhaltevermögen haben sich gelohnt. Ihr habt super Ergebnisse erzielt, und das beim G8“,sagte Müller. Das Abitur sei die beste Grundlage für den späteren Lebensweg. Jedoch sei es kein Freifahrtschein fürs Leben.

„Vielleicht kommt ihr wieder“

Die besten Abiturienten am Joseph-von-Fraunhofer Gymnasium. Fotos: Peinelt
Die besten Abiturienten am Joseph-von-Fraunhofer Gymnasium. Fotos: Peinelt

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Strohmeier-Heller gratulierte für die Stadt Cham mit der Hoffnung: „Vielleicht kommen Sie ja nach ihrem Studium wieder zurück in die ihre Heimat.“ Elternbeiratsvorsitzender Andreas Alt sagte: „Ihr habt jetzt etwas geschafft, was die Deutsche Nationalmannschaft nicht geschafft hat. Ihr seid durch die Vorrunde gekommen…“ Und weiter in der Fußballsprache: „Es war schon zum Teil ein großer Druck da. Doch ihr habt großartige Leistungen erbracht.“

Matthias Heimann wurde für sein soziales Engagement ausgezeichnet. Fotos: Peinelt
Matthias Heimann wurde für sein soziales Engagement ausgezeichnet. Fotos: Peinelt

Christian Nowotny vom Fraunhofer-Förderverein schaute weit voraus: „Ich hoffe, dass ich 2043 beim Abiturtreffen manchen sagen höre: Ich hab alles richtig gemacht und ich habe ein schönes Leben.“ Musikalisch sorgten der Kammerchor, Anna Dirscherl und Theresa Neuberger, sowie die Jazzband für Auflockerung zwischen den Ansprachen. Aus dem Nachlass seines Schwiegervaters hatte Schulleiter Dr. Hubert Balk eine Abiturzeitung der Oberrealschule Cham von 1948 gefunden. Das Papier ist von schlechter Qualität, es war ja noch die Zeit kurz vor der Währungsreform. Fotos aller Art sucht man auch vergeblich, einzelne eigene Zeichnungen waren die einzige Auflockerung der Texte. Und nur bei einem Bericht über den Chemieunterricht einer Klasse sind die Zeichnungen nachträglich koloriert worden. Angesichts dieses arbeitsintensiven Verfahrens ist es nicht verwunerlich, dass die Abirutzeitung damals nur 21 Seiten mit Text umfasste. Balk zu den heutigen Abiturienten: „Vielleicht könnt ihr in 70 Jahren noch einmal in eure Hochglanzabiturzeitung, wenn sie dann noch glänzt, sehen und vergleicht den Inhalt eurer jetzigen Beschreibung mit dem beruflichen oder privaten Weg, den ihr gegangen seid.“ Ganz sicher werde dies dann aus einem anderen Blickwinkel betrachte, ist sich Balk sicher.

Nur 45 Prozent wollen an die Uni

Den Dr. George-Wahr-Preis erhielt Christina Grundl. Fotos: Peinelt
Den Dr. George-Wahr-Preis erhielt Christina Grundl. Fotos: Peinelt

Nur 45 Prozent der Abiturienten, also weniger als die Hälfte, wollen ein Universitätsstudium aufnehmen. Ein von Jahr zu Jahr steigender Anteil setze auf ein duales Studium oder eine duale Ausbildung, zusammen mehr als ein Drittel. Aus diesem Ergebnis könne man sehr viel Bodenständigkeit, vorsichtige Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und erfreuliche Realitätsbezogenheit herauslesen, sagte Balk. „Aber ihr werdet noch sehen, dass es im Leben oft ganz anders läuft, als man zunächst denkt, und man sich oft noch umorientiert. Da viele von euch ja zunächst noch eine längere Reise geplant haben oder ein freiwilliges soziales Jahr ist sicher noch nicht alles sicher.“

Letztes Wort des Fraunhofer-Schulleiters an seine Abiturienten: „Sie erhalten mit dem Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife keinen „Abschluss für Bildungsüberflieger und auch kein Abitur hoch drei, sondern sie erhalten alle den bestmöglichen Schulabschluss in Deutschland.“ Seine Mahnung: „Lasst euch nicht von eurem Ziel abbringen!“

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