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Acht kleine Entchen lernen schwimmen

Beim Wasserrad im Park in Chamerau watschelt eine Großfamilie umher. Kürzlich gab es den ersten Ausflug ins Wasser.
Hermann Schropp

Das Entenpaar, das zur Zeit im Park ihre Jungen großzieht. Foto: Schropp
Das Entenpaar, das zur Zeit im Park ihre Jungen großzieht. Foto: Schropp Foto: Hermann Schropp/Hermann Schropp

Chamerau.So mancher Spaziergänger traute in letzter Zeit seinen Augen kaum: Zwischen dichtem Bewuchs hinter dem Wasserrad im Park hatte eine Stockente ihre acht Eier abgelegt und brütete. Nun trat die Familie, nachdem die Kleinen am Wochenende geschlüpft sind, am Montag im Regen zum ersten Badetag an. Viele Passanten blieben auf der Regenbrücke in Chamerau stehen, um die ersten Schwimmzüge zu beobachten.

Die Enten brüten normalerweise auf der Insel und ziehen dort ihre Jungen groß. In diesem Jahr sind die Kleinen aber ungewöhnlich zutraulich. Enten sind bekanntlich Vögel, die den größten Teil ihres Lebens auf dem Wasser oder zumindest in dessen Nähe verbringen. Deshalb können sie ausgezeichnet schwimmen. Manche von ihnen sind gute Taucher, fast alle exzellente Flieger. Nur auf dem Land kommen die Wasservögel ein bisschen plump daher gewatschelt. Das hängt mit ihren Füßen zusammen. Die sind mit den Schwimmhäuten zwischen den Zehen zu einer Art Flossen geworden. Damit lässt sich zwar gut schwimmen, aber schlecht laufen.

Enten werden seit langer Zeit gejagt: Die Vogeleier liefern eine leckere Mahlzeit, die feinen Daunen wärmen, und auch ein Entenbraten schmeckt. Trotzdem kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, dass eine Stockente ihr Nest an scheinbar ungeeigneten Stellen anlegt. „Verhindern kann man das nur schwer, denn meist bemerkt man das Nest erst, nachdem das Brutgeschehen schon weit fortgeschritten ist“, sagen Naturschützer. Für ein Eingreifen sei es dann aber zu spät, denn Ente, Nest und Eier seien durch das Gesetz geschützt.

Im dichten Gestrüpp könne die Entenmutter zwar ungestört brüten, die Probleme würden aber später auftreten – wenn die Küken geschlüpft sind. Dann müssen die Jungen zur Nahrungsaufnahme schleunigst das nächstgelegene Gewässer aufsuchen, und das bereitet oft Schwierigkeiten. Der Weg wird etwa durch Hindernisse wie Mauern und Brüstungen versperrt. Die Mutter ist beim ersten Ausflug ins Wasser sehr wachsam, verlässt ihre Jungen aber nur bei äußerster Gefahr.

Eine ausgewachsene Stockente wiegt circa 1,5 Kilogramm. Das Männchen fällt durch sein Hochzeitskleid besonders auf: Es hat einen grün-schillernden Kopf, einen weißen Ring um den Hals, einen grüngelben Schnabel, blaue Federn und nach oben gekrümmte Schwanzfedern. Das Weibchen dagegen ist unauffällig graubraun. Das macht das Brüten sicherer. Die Stockente sieht man am häufigsten an Seen, Flusslandschaften, Parks, Gärten und in vielen Bewässerungsgräben. Stockenten sind sehr anpassungsfähig, was die Wahl der Nahrung betrifft. Sie fressen Pflanzen, Sämereien, Würmer, Schnecken, Frösche und auch schon mal eine kleine Maus. Küken suchen sich ihre Nahrung von Anfang an selbst.

Wer die Entenfamilie im Regen beobachtet, bemerkt: Stockenten scheinen sich immer viel zu erzählen zu haben. So passt der Vergleich eines Menschen, der viel redet, mit einer schnatternden Ente ganz gut. (che)

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