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Hilfe

Aderlass nur noch mit Ausweis

Die Zahl der Blutspender in Furth stieg stark an, aber es kamen 29 weniger Erstspender. Eine Spende rettet drei Leben.
Von Wolfgang Baumgartner

Bereitschaftsleiter Fritz Korherr, Sachgebietsleiter Stefan Raab, QM-Beauftragter Walter Menacher, Jan Cerveny, ein Ausbildungskollege aus Tschechien, Wacheleiter Florian Neppl, Lisa Wild und Annemarie Aumeier (v.l.) bei der Übergabe des QU-Zertifikats. Foto: wb
Bereitschaftsleiter Fritz Korherr, Sachgebietsleiter Stefan Raab, QM-Beauftragter Walter Menacher, Jan Cerveny, ein Ausbildungskollege aus Tschechien, Wacheleiter Florian Neppl, Lisa Wild und Annemarie Aumeier (v.l.) bei der Übergabe des QU-Zertifikats. Foto: wb

Furth m Wald. Frisches Blut im wahrsten Sinne des Wortes erhofft sich der BRK-Bereich Furth im Wald von der neuen Rettungswache an der Eschlkamer Straße. „Das Gebäude verschafft uns nicht nur optimale Arbeitsbedingungen, sondern stößt auch auf sehr großes Interesse bei der Bevölkerung“, berichten der Further Rettungswacheleiter Florian Neppl und der Bereitschaftsleiter Fritz Korherr.

Stefan Raab stellte die Lehrunterlage „Fit in Erster Hilfe“ vor.Fotos: wb
Stefan Raab stellte die Lehrunterlage „Fit in Erster Hilfe“ vor.Fotos: wb

Mit ihnen zusammen präsentierte am Mittwoch Stefan Raab, der Leiter des Sachgebiets II und V beim BRK-Kreisverband, eindrucksvolle Zahlen der Hilfe.

Rund 800 Liter Blut gespendet

Qualitätsmanager Walter Menacher überreichte die Urkunde für die erfolgreiche Rezertifizierung und bedankte sich für das enorme Engagement bei der Qualitätssicherung.

Vor dem Hintergrund des enormen Bedarfs an Spenderblut – täglich werden im Freistaat rund 2000 Konserven benötigt – galt am Mittwoch der besondere Dank der BRK-Mannschaft den 1556 Spendern im Bereich der Bereitschaft Furth im Wald, einschließlich Arnschwang und Weiding.

Die Rotkreuz-Familie freute sich im Juli vergangenen Jahres über das neue Rettungszentrum in Furth und feierte die Eröffnung gebührend. Fotos: wb
Die Rotkreuz-Familie freute sich im Juli vergangenen Jahres über das neue Rettungszentrum in Furth und feierte die Eröffnung gebührend. Fotos: wb

Mit ihrer Spende haben sie rund 5000 Menschen wenigstens geholfen, wenn nicht sogar das Leben gerettet. Denn laut Stefan Raab könnten mit einer Blutspende bis zu drei Leben gerettet werden. Die Blutspenden werden nämlich in ihre drei Hauptbestandteile, die roten Blutkörperchen, die Blutplättchen und das Blutplasma aufgetrennt. „Wir hoffen, dass mit der neuen Rettungswache noch mehr Menschen sich als Blutspender motivieren lassen“, fügt Stefan Raab hinzu. Denn mit 1556 Blutspendern im vergangenen Jahr wurden zwar 39 Spender mehr registriert als 2016, aber die Zahl der Erstspender ging um 29 zurück: von 82 auf 53! Unter anderem könnte die im Herbst vergangenen Jahres neu in Kraft getretene Regelung, dass Blutspender künftig neben ihrem Spenderausweis auch den Personalausweis vorlegen müssen, zu dem Rückgang geführt haben. Allerdings zeigten sich die BRK-Sprecher zuversichtlich, dass sich heuer eventuell wieder mehr Erstspender bereiterklären, den so wichtigen Lebenssaft für kranke oder verunfallte Mitmenschen zur Verfügung zu stellen. In der neuen Rettungswache an der Eschlkamer Straße jedenfalls ist das Rote Kreuz bestens gerüstet.

„Bei Bedarf führen wir die Spender auch gerne durch die neuen Räume und stellen unsere Einrichtung vor“, fügt Wacheleiter Florian Neppl hinzu. Mit 1556 Blutspendern hat die BRK-Bereitschaft Furth im Wald einen Anteil an den Gesamtspendern im Landkreis von 15,3 Prozent. Insgesamt wurden laut Stefan Raab im Landkreis im vergangenen Jahr 10 125 Personen zur Ader gelassen. Mit Stand Oktober 2017 bedeutet dies 4792 registrierte Blutspender im Landkreis. Besonder freuten sich die BRK-Vertreter, dass 191 Personen im vergangenen Jahr als treue Blutspender geehrt werden konnten. „Hier gilt unser besonderer Dank neben den treuen Spendern vor allem den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die den Ehrungen in den Rathäusern einen besonderen Stellenwert einräumen und somit die Verdienste der Spender anerkennen“, fügt Stefan Raab hinzu.

Kostenlose Hotline eingerichtet

Für alle, die Blut spenden möchten und ausführliche Informationen brauchen wurde eine Hotline eingerichtet. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800  11 94 911 können sich alle Interessenten informieren. „Natürlich stehen dafür auch die Rettungswachen zur Verfügung“, fügt Bereitschaftsleiter Fritz Korherr hinzu.

Einen spürbaren Rückgang musste das BRK im vergangenen Jahr bei der Breitenausbildung registrieren. An den insgesamt 35 Kursen (in Klammern die Vorjahreszahlen - 45) bei der Further Bereitschaft nahmen 416 Personen (715) teil. Stefan Raab führt das unter anderem auf sehr starke Kurse mit Asylbewerbern im Jahr 2016 zurück.

Erfreulich sei, dass die Erste-Hilfe-Kurse zeitlich und inhaltlich deutlich abgespeckt und von zwei Tagen mit 16 Unterrichtseinheiten auf einen eintägigen Kurs mit neun Unterrichtseinheiten reduziert wurden. „Nun steht eindeutig die Praxis im Vordergrund“, betonte Stefan Raab, der auf das einzig entscheidende Kriterium bei der Ersten Hilfe hinwies: „Ersthelfer können nur einen Fehler machen, nämlich nichts tun!“

In die gleicher Kerbe schlug auch der BRK-Qualitätsmanagement-Beauftragte Walter Menacher. Seit 2001 stellt sich der BRK-Kreisverband mit seinen Einrichtungen der Qualitätsüberwachung. Auch die 4. Zertifizierung bestätige den hohen Qualitätstandart. Menacher überreichte am Mittwoch das entsprechende Zertifikat an den Leiter der Further Rettungswache, Florian Neppl..

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