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Abschied

Adieu zum indisch-bayerischen Pfarrer

Er ist humorvoll und liebt Schweinebraten: Pater Sijo ist in Traubenbach beliebt. Nun geht er in den Landkreis Schwandorf.
Hans Schmelber

  • Josef Irrgang und Walter Dendorfer verabschiedeten Pater Sijo (Mitte). Foto: Hans Schmelber

Cham.„A Mo alloa im Pfarrhof, da muss man immer nach dem Rechten sehen“, sagte Pfarrvikar Pater Sijo in Anspielung auf die zuvorkommende Betreuung der KDFB- Frauen im Pfarrhof bei seiner sehr emotional geführten Abschiedsrede, die tiefer Dankbarkeit Ausdruck gab. „Hier bin und war i dahoam“, sagte er in bestem Bayerisch und versicherte, dass er im Herzen ein Dorfmensch geworden ist. „Ich liebe es, durch das Dorf zu spazieren und zum Ratschen stehenzubleiben – du lernst die Menschen hier noch mal ganz anders kennen“, sagte Sijo.

Beim letzten Gottesdienst, den er am Sonntagvormittag in der Kirche St. Martin zelebrierte, waren auch etliche indische Studenten vom Technologie Campus Cham gekommen. Kirchenpfleger Walter Dendorfer hielt am Ende der Messe eine umfangreiche und treffende Laudatio auf den scheidenden Pfarrvikar Pater Sijo. „In unserer heutigen Zeit ist es normal, dass Menschen polarisieren oder auch spalten. Jeder hat Freunde, aber auch nicht so wohl Gesinnte. Bei Pater Sijo ist es anders. Ich kenne niemanden, der jemals schlecht über ihn gesprochen hat und ich kann mit Sicherheit sagen, dass sich hier niemand befindet, der unseren Pater Sijo nicht mag“, versicherte der Kirchenpfleger. „Im fünften Jahr haben wir nun Deine Menschlichkeit erfahren dürfen und seit 2016 bist Du sogar ein Traubenbacher geworden, als Du in den Pfarrhof eingezogen bist, der zuvor 13 Jahre nicht bewohnt war.“

Dendorfer sprach die bayerischen Gepflogenheiten an – unter anderem auch Bier und Spanferkelbraten – die dem Pfarrvikar sehr zusagten. Nicht unerwähnt ließ der Redner auch eine unvergessliche Predigt in Streicherröhren. „Deine Predigt war so gut, dass im darauffolgenden Jahr der Bischof kommen musste, um das Niveau zu halten“, versicherte Dendorfer unter dem Beifall und Lachen der Kirchenbesucher.

Er wünschte im Namen der Kirchenverwaltung St. Martin alles Gute für die weitere Tätigkeit als Pfarrer in Katzdorf (bei Schwandorf). Walter Dendorfer und Pfarrgemeinderatssprecher Josef Irrgang überreichten an Pater Sijo ein Kuvert und eine Schiefertafel mit einem Kreuz und einem Weihwasserkessel. Mit einem Dankeschön beendete der Kirchenpfleger die Laudatio und der Geehrte wurde mit stehenden Ovationen und viel Beifall bedacht. Kinder kamen dann einzeln nach vorne und jedes überreichte eine Sonnenblume.

In seiner Abschiedsrede betonte Pater Sijo, wie gut aufgenommen er sich gefühlt hat. „Ich war sehr überrascht, dass Ihr scheinbar kein Problem damit hattet, dass plötzlich ein Schwarzer da vorn auf der Kanzel steht. Einer aus einem ganz fremden Land, der no ned perfekt Deutsch und no viel weniger Bayerisch versteht und spricht“, begann er. „Mir wurden Termine nicht als selbstverständlich mitgeteilt, sondern waren immer mit freundlichen Einladungsworten verbunden.“

Er ging auf die zahlreichen Feste und Veranstaltungen ein, an denen er teilnehmen durfte. „Das alles werde ich sehr vermissen“, sagte Sijo. Er bedankte sich bei der Pfarrgemeinde und sagte, dass er sich sehr auf ein Wiedersehen freue. Nach dem Gottesdienst klang die Abschiedsfeier bei Gesprächen im Pfarrheim aus. (fsh)

Abschied vom Pater

  • Fest:

    Für seinen Abschiedsgottesdienst und die Feier im Pfarrheim kreierte der Frauenbund einen Blumenteppich.

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