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Älteste Bürgerin des Landkreises ist tot

Katharina Maurer aus Haibühl wurde 106 Jahre alt. Nun wurde das Frauenbund-Mitglied zu Grabe getragen.
Von Regina Pfeffer

Katharina Maurer, die älteste Landkreisbürgerin, verstarb im Alter von 106 Jahren.
Katharina Maurer, die älteste Landkreisbürgerin, verstarb im Alter von 106 Jahren. Foto: Regina Pfeffer

Arrach.„Wen der Herrgott besonders liebt, den lässt er recht alt werden.“ – So die Lebensmaxime von Katharina Maurer aus Haibühl, zuletzt wohnhaft im Pflegestift Pro Curand in Lam. Ein Patenrezept fürs Altwerden hatte die hochbetagte Seniorin zwar nicht, aber ein Motto: „Man muss das Leben nehmen, wie es kommt“ – und das Leben hat einiges für sie bereitgehalten.

Sieben Wochen nach ihrem 106. Geburtstag verstarb die älteste Landkreisbürgerin. Den Trauergottesdienst in der Pfarrkirche St. Wolfgang zelebrierte Pfarrer Johann Wutz. Für die musikalische Umrahmung zeichnete Sopranistin Waltraud Franz zusammen mit Ewald Pirtzl, der auch die Orgel spielte, verantwortlich. Im Anschluss an das Requiem wurde Katharina Maurer im Familienkreis auf dem Haibühler Friedhof beigesetzt.

Menschen

Katharina Maurer feierte 106. Geburtstag

Die älteste Bürgerin im Landkreis Cham bewahrte sich ihr fröhliches Wesen und fand nette Worte für ihre Gäste in Lam.

Geboren im Jahr 1914

Geboren wurde sie am 24. Februar 1914, „also am Vorabend des 1. Weltkrieges, am Festtag des Hl. Apostels Matthias“ in Ottenzell, erinnerte Pfarrer Wutz.

Dort wuchs sie (eine geborene Fischer) mit zwei Schwestern und zwei Brüdern auf. Vater Karl fiel 1916 im Krieg und so musste sie schon früh ihrer Mutter zur Hand gehen. Am 31. August 1932 („während der Weltwirtschaftskrise und in der Endphase der Weimarer Republik“) trat sie mit Xaver Maurer aus Haibühl vor den Traualtar.

Das junge Paar bewirtschaftete eine kleine Landwirtschaft am Ortseingang von Haibühl. Katharina wusste zuzupacken, kümmerte sich um die drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter, um die Landwirtschaft, den Haushalt und sorgte auch für den Lebensunterhalt der Familie, als ihr Mann krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte.

Zwischen Arbeit und Kirchgang

„Durch Kriegs- und Nachkriegszeit brachte sie ihre Familie wohlbehalten. Dennoch sollte ihr auch nicht erspart bleiben, ihrer Tochter Erna, ihrem Sohn Josef und 1977 auch ihrem Mann Xaver am Grab stehen zu müssen“, so Pfarrer Wutz.

An schwerer körperlicher Arbeit in Haus und Hof fehlte es nicht. Genauso hatten aber Sonn- und Feiertage, das Gebet und der regelmäßige Kirch- und Friedhofsgang einen festen Platz in ihrem Leben.

Bis zu ihrem Ruhestand arbeitete sie in den örtlichen Fabriken Mühlbauer, Gaschler und Eichinger. Gerne und viel ging sie „in d’Hoiba“, um mit deren Verkauf den Lebensunterhalt zu unterstützen. Ihre Leidenschaft galt dem Singen und vor allem hat sie überaus gerne gute Küchl gebacken. Noch viele Jahre konnte sie ein selbstständiges Leben führen.


Zahlreiche Enkel und Urenkel

1999 trat sie dem KDFB Haibühl-Ottenzell bei. Erst seit einem Oberschenkelhalsbruch vor neun Jahren war die Heimgegangene an den Rollstuhl gefesselt. Damals nahm sie ihre Tochter Maria zu sich. 2015 zog Katharina Maurer von Mais um in das Pflegestift St. Ulrich in Lam.

Die fröhliche Seniorin mochte es, wenn etwas los war. „Ihren klaren Verstand und ihre positive Lebenseinstellung behielt sie bis zuletzt“, so Wutz. KDFB-Vorsitzende Maria Reiner erinnerte sichtlich ergriffen an die „Stoffe Kathl“. Ihre lustigen Lieder und Schnodahüpfl sind noch vielen in Erinnerung. Es trauern um sie zehn Enkelkinder, 18 Urenkel und 20 Ur-Urenkel. (krp)

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