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Stadtentwicklung

Ärger um Kosten für Straßenausbau

Anlieger empfangen den Waldmünchner Bauausschuss in der Schächtlstraße mit Kritik – und bezweifeln den Sinn des Projekts.
Von Petra Schoplocher

Ein Großprojekt, das weitreichende Folgen auch für die Anwohner der Schächtlstraße nach sich ziehen könne. Mit der Realisierung des Seniorenparks auf dem Grundstück links soll nach den Vorstellungen der Verwaltung der Ausbau der Straße in nördlicher Richtung zu Burgweg und Waffenschleife hin erfolgen. Weil dies rechtlich eine Ersterschließung ist, müssen die Anlieger mitzahlen.  Foto: Schoplocher
Ein Großprojekt, das weitreichende Folgen auch für die Anwohner der Schächtlstraße nach sich ziehen könne. Mit der Realisierung des Seniorenparks auf dem Grundstück links soll nach den Vorstellungen der Verwaltung der Ausbau der Straße in nördlicher Richtung zu Burgweg und Waffenschleife hin erfolgen. Weil dies rechtlich eine Ersterschließung ist, müssen die Anlieger mitzahlen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Besser hätte man es nicht inszenieren können: Als die Mitglieder des Bauausschusses auf ihrer Rundreise in der Schächtlstraße angekommen waren, machten die aufgezogenen Gewitterwolken ernst. Passend zu dieser Symbolik traten dem Gremium einige Anlieger aufgebracht entgegen. Sie hatte gehört, dass sie für den Ausbau „ihrer“ Straße zur Kasse gebeten werden sollen.

In den Fokus gerät die Schächtlstraße überhaupt erst (wieder), weil nach jahrelangem Stillstand Bewegung in das unter dem Namen „September City“ bekanntgewordene Seniorenprojekt gekommen ist. Der Erschließungsvertrag für das aktuell brach liegende Grundstück sei soweit ausgearbeitet, das Konzept für elf grundschnittsgleiche Häuser sowie ein Gemeinschaftsgebäude stehe, informierte Bürgermeister Markus Ackermann.

Auch ohne den Verkehr durch die neue Siedlung sei „die Situation unbefriedigend“, meinte das Stadtoberhaupt zu der in diesem Bereich derzeit als Sackgasse konzipierten Schächtlstraße. Diese dient während den Festspielaufführungen als Umleitung und da zeigten sich in einer Engstelle bereits Probleme.

Engstelle wird beseitigt

Laut Plan soll die Engstelle beseitigt und die Straße selbst bis zum Waffenschleifweg weitergeführtwerden, um einen Ringschluss zu erreichen. Da dieser Ausbau nicht als Wiederherstellung gilt, fällt er nicht unter die Straßenausbaubeitragssatzung mit der Folge, dass die Anlieger mit zur Kasse gebeten werden. „Der Fairness halber“ wollte Ackermann das mitansprechen.

„Warum sollen wenige Anlieger für etwas zahlen müssen, das der halben Stadt zugutekommt?“, wollte einer der Betroffenen wissen. Unverständnis herrschte bezüglich der grundsätzlichen Notwendigkeit, die Straße überhaupt auszubauen. „Wir bekommen mehr Lärm, mehr Abgase und dürfen dafür auch noch zahlen“, regte sich einer auf.

Bis zur E-Bike-Sternfahrt mit Ziel Althütte am 25. Mai, wird das Gerüst verschwunden sein, teilte Architekt Heiko Bauernfeind den erfreuten Bauausschuss-Mitgliedern mit. Diese zeigten sich von der Ausstattung im Inneren angetan. Foto: ps
Bis zur E-Bike-Sternfahrt mit Ziel Althütte am 25. Mai, wird das Gerüst verschwunden sein, teilte Architekt Heiko Bauernfeind den erfreuten Bauausschuss-Mitgliedern mit. Diese zeigten sich von der Ausstattung im Inneren angetan. Foto: ps

„Auf Stand bringen“ – das Ziel der Rundfahrt mit fünf Stationen – ließen sich die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstagabend auch am Ganzjahresaktivzentrum. In Althütte (ent)steht das aufwendigere von zwei Funktionsgebäuden. Die Ausschussmitglieder warfen Blicke in WCs, Wartungs-,und Skiraum. Der sei – mit Sitzgelegenheiten und Kleiderhaken – ein Serviceangebot an die Gäste, biete aber durch Lager und Teeküche dem Skiclub die Möglichkeit, eine Grundversorgung herzustellen; etwa bei Veranstaltungen, betonte der Bürgermeister. Architekt Heiko Bauernfeind wies darauf hin, dass das Gebäude vor allem auf Funktionalität ausgerichtet sei.

Das Gebäude am Gibacht ist als Holzkonstruktion konzipiert und verfügt über keine Dämmung. Ein Kontrapunkt dazu sind die beiden künstlerischen Glaselemente im oberen Teil der Fassade zu sehen, die Ralph Wenzel angeregt hatte. Foto: ps
Das Gebäude am Gibacht ist als Holzkonstruktion konzipiert und verfügt über keine Dämmung. Ein Kontrapunkt dazu sind die beiden künstlerischen Glaselemente im oberen Teil der Fassade zu sehen, die Ralph Wenzel angeregt hatte. Foto: ps

Ein Raum steht dem Naturpark für Werbezwecke zur Verfügung, eine der zwei Garagen ist für die Bergwacht reserviert. Noch funktionaler präsentiert sich das Gebäude am Gibacht, das in erster Linie Wind- und Regenschutz bieten soll, erläuterte der Bürgermeister. Ein schlichter Serviceraum für Skifahrer und Mountainbiker, Stauraum und Garage, in der auch das Loipenspurgerät untergebracht werden kann.

Rund um die Trencktribüne machte sich der Ausschuss ein Bild von den dringendsten Maßnahmen. Die Stadt ist in ein Sonderförderprogramm des Bundes gerutscht, das eine Finanzierung möglich macht. Zur Verfügung stehen 800 000 Euro. Foto: ps
Rund um die Trencktribüne machte sich der Ausschuss ein Bild von den dringendsten Maßnahmen. Die Stadt ist in ein Sonderförderprogramm des Bundes gerutscht, das eine Finanzierung möglich macht. Zur Verfügung stehen 800 000 Euro. Foto: ps

Am Trenckplatz empfing Alex Weingärtner vom technischen Dienst den Ausschuss und wies auf die drängendsten Probleme hin. „Barrierefreiheit, Strom-, Wasser-, Kanal-Anschlüsse, Sanitäranlagen“, meinte er und wies zudem auf kaputte Stellen im Dach hin, „da rostet’s auch schon“, zeigte er Richtung Dach.

Hinter und unter der Tribüne zeigte sich, wie sehr die Zeit – errichtet würde das Bauwerk 1973 – ihre Spuren hinterlassen hat. Dringend überprüft müssen werde auch die Statik, wies Markus Ackermann hin. Derzeit laufen zahlreiche Abstimmungsgespräche, teilte er mit. Foto: ps
Hinter und unter der Tribüne zeigte sich, wie sehr die Zeit – errichtet würde das Bauwerk 1973 – ihre Spuren hinterlassen hat. Dringend überprüft müssen werde auch die Statik, wies Markus Ackermann hin. Derzeit laufen zahlreiche Abstimmungsgespräche, teilte er mit. Foto: ps

Folglich sei die Stadt sehr froh, für eine Sanierung in den Genuss von 800  000 Euro Fördermitteln zu kommen, betonte Markus Ackermann. Nähere Informationen zu den Modalitäten konnte er noch nicht geben, abzuwarten wäre ein Termin im Juli in Bonn. Für diesen würde derzeit das eingereichte Konzept verfeinert und mit dem Trenckverein abgestimmt.

Leitung muss nah an der Kirche vorbei

Den letzten Ortstermin in Höll griff das Gremium dann im Sitzungssaal wieder auf. Ein Landwirt möchte gut 500 Meter von seinem Hof entfernt eine Güllegrube mit 30 Metern Durchmesser errichten. Die Leitung dorthin muss an der denkmalgeschützten Kirche vorbeigeführt werden, wies Peter Fellner vom Bauamt auf einen heiklen Punkt hin. Grundsätzlich stimme man dem Vorhaben zu, naturschutzrechtliche oder Sicherheitsfragen würden an anderer Stelle geprüft.

Genehmigt wurden die Pläne zum Dachgeschoss-Ausbau im MGH, in dem auch das Treppenhaus saniert wird. Unter den 16 Bauanträgen und Voranfragen waren etliche, denen das Gremium mit Freude zustimmte. Weil es junge Familien sind, die eine Baulücke mit dem eigenen Zuhause schließen wollen wie in Schäferei, oder weil sie zeigen, dass Landwirte, Handwerker oder Unternehmer investieren. „Das sind positive Signale“, kommentierte Markus Ackermann.

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