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Lam

Alleiniger Maßstab ist die Enkeltauglichkeit

Wie sehen die Grundzüge einer zukünftigen ökosozialen und enkeltauglichen Wirtschaft aus?

Josef HolzbauerFoto: kli
Josef HolzbauerFoto: kli

Lam.Mit diesem Thema beschäftigte sich der KDFB Zweigverein Lam in Verbindung mit der Landfrauenvereinigung und der Katholischen Erwachsenenbildung im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends von Sepp Holzbauer am Dienstag im Pfarrsaal. Mehr Lebensqualität für alle – heute und morgen. Das ist das Ziel der Ökosozialen Marktwirtschaft. Die Idee gibt es schon seit über 25 Jahren und sie ist heute aktueller und wichtiger denn je, lautete die Grundaussage des Umweltbeauftragten der Diözese Passau am Dienstag.

Er ist Mitglied im Ökosozialen Forum Niederalteich. Wichtig war ihm deshalb auch, Bezüge zur Umweltenzyklika „Laudato si“ herzustellen. Nachdem erfolglosen Zielsetzungen in der Vergangenheit habe die Weltstaatengemeinschaft, der momentan 189 Länder angehören, die Agenda 2030 verabschiedet. „Wir wären eigentlich auf einem guten Weg, wenn es nicht eine ausbeuterische Wirtschaft gäbe, die Raubbau mit den Rohstoffen betreibt usw.“, so der Gast. Innerhalb von drei bis vier Menschengenerationen wurde die Hälfte der fossilen Energieträger der Erde verbraucht. „Das ist auf dem Gipfel unserer wirtschaftlichen Entwicklung einfach nicht tolerierbar!“, sprach Holzbauer. Außerdem explodiere die Menschheit. Momentan leben 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde. Es sei zu befürchten, dass die Klimaziele nicht einzuhalten sind.

Infolgedessen überhitze der Planet, schmelzen die Polkappen ab, tauen die Thermo-Frostböden auf, in denen unheimlich viel CO2 gespeichert ist. Dies bewirkt wiederum eine explosionsartige Vermehrung in der Atmosphäre. Außerdem bestehe noch das Problem der vergifteten Ozeane. Papst Franziskus spreche von einer ökologischen Schuld aufgrund des Konsums der Bevölkerung. „Zudem ist die Bevölkerung in Europa vergleichsweise alt im Vergleich zum jungen Afrika“, machte der Passauer bewusst. Klimawandel bewirke Völkerwanderung, so dass zu befürchten ist, dass Afrika nach Europa flüchtet.

Ökosoziale Marktwirtschaft bedeutet, ein Gleichgewicht zwischen Umwelt, sozialen Anliegen und der Wirtschaft herzustellen. „Von dieser Balance sind wir heute weit entfernt“, konstatierte Josef Holzbauer. Man lebe nämlich auf Kosten der nächsten Generationen oder anders gesagt: „Wir zahlen mit der Kreditkarte unserer Kinder und Enkel.“ Jedes Produkt hat eine ökologische und soziale Wahrheit. Hinter Lebensmitteln, Energieträgern und Alltagsgegenständen verstecken sich oft menschliche Schicksale und ökologische Katastrophen. „In Zukunft braucht es eine Kostenwahrheit für jedes Produkt“, wurde Holzbauer deutlich. Prototyp für eine zukunftsfähige Wirtschaft sei der faire Handel.

Das Resümee: Es braucht politischen Willen, diese Transformation einzuleiten und persönliches Engagement, das Konsumverhalten auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen und ressourcenschonend zu leben. (kli)

Vortrag

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