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Allergische Reaktion bei der ersten Chemo

Im neuen Teil ihrer Kolumne schreibt die an Krebs erkrankte Stefanie Deml aus Kolmberg über ihre Schmerzen und ihre Angst.
Von Stefanie Deml

Stefanie Deml (37) mit Sohn Bastian (7), Tochter Ronja (28 Monate) und Lebensgefährte Oliver Sulewski (43)
Stefanie Deml (37) mit Sohn Bastian (7), Tochter Ronja (28 Monate) und Lebensgefährte Oliver Sulewski (43) Foto: Klöckner

Kolmberg.Am 15. Juli 2014 hatte ich mein erstes Vorgespräch für meine Chemo in Cham im Medizinischen Versorgungszentrum Barmherzige Brüder. Meine Chemo wird in Cham stattfinden, weil die Ärzte sagen, dass es in Deggendorf von der Entfernung zu weit ist und zu anstrengend zum Fahren. Am 22. Juli 2014 bekam ich meine erste Chemo. Manche bekommen Tabletten-Chemo und andere Infusion-Chemo. Bei mir ist es die Infusion – einmal wöchentlich, zwölf Wochen lang.

Bei meiner ersten Chemo hatte ich eine allergische Reaktion. Ich war eigentlich sehr entspannt, dachte nicht negativ. An diesem Tag war ein Mann in dem Patientenzimmer. Der schimpfte auf die Chemo. Dass diese deinen Körper kaputt mache und es das reinste Gift sei. Er war schon gezeichnet von der Krankheit.

Ich war total geschockt. Dieser Mann schaffte es, dass ich innerhalb von ein paar Minuten totale Angst bekam. Als die Chemo dann in meine Adern lief, kam die allergische Reaktion. Es waren nur ein paar Sekunden, dass sie wirkte. Doch ich sah weiße Sterne, bekam keine Luft mehr. Ich schrie nach der Schwester, die sofort die Infusion abdrehte.

Sie gab mir eine Flüssigkeit zu trinken, wahrscheinlich gegen die Schmerzen. Mein Bauch zog sich zusammen, meine Füße schmerzten und mein Arm, wo die Nadel steckte, tat schrecklich weh. Diese Schmerzen in den ersten Minuten werde ich nie vergessen.

Der Doktor kam auch gleich, beruhigte mich. Ich geriet in Panik, weil ich keine Luft mehr bekam. Die Schwester ging nicht mehr von meiner Seite. Der Mann im Hintergrund schimpfte immer noch auf die Chemo. Eine andere Patientin sagte ihm dann, er sollte doch endlich ruhig sein!

Langsam hatte ich mich wieder beruhigt. Die Chemo-Infusion lief nun sehr langsam in meinen Körper. Bevor die Chemo losging, erhielt ich ein Schlafmittel. Dieses zeigte jetzt seine Wirkung. Ich schlief. Die erste Chemo dauert sechseinhalb Stunden.

Die Kolumne und der Dank

  • Gefühle und Erfahrungen

    In ihrer ganz persönlichen Kolumne schildert Stefanie Deml (37) ihr Jahr mit der Diagnose Brustkrebs. Immer wieder hat sie ihre Gefühle und Erfahrungen rund um die Krankheit aufgeschrieben.

  • Mut machen

    Mit der Veröffentlichung will sie Frauen Mut machen, die ähnliches haben und erleben müssen, ebenso für Menschen, die unter Krankheiten leiden.

  • Unterstützung

    Es komme auch auf Unterstützung an, sagt sie. Deshalb dankt die Mutter von zwei Kindern besonders ihrem Lebensgefährten und ihrer Familie für die Hilfe. Geholfen hat ihr auch Roland Saurer, der jetzige Bürgermeister Waffenbrunns, dazu der Kindergarten St. Martin und Pfarrer Reißer.

  • Dank an Evi

    Schließlich gibt es einen weiteren „Engel“, dem sie danken will: der Haushaltshilfe Evi vom Maschinenring, ohne die es nicht gehe. (ck)

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