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Historie

Alles andere als beschaulich

Die Prinzregenten und das Ende der Monarchie in Bayern: Professor Dr. Hans-Michael Körner beendet in Furth die Vortragsreihe „Das Königreich Bayern“.

Der gebürtige Further Professor Dr. Hans-Michael Körner

Furth im Wald. Heute endet die Vortragsreihe des Historischen Vereins „Das Königreich Bayern“ mit einem Höhepunkt: Professor Dr. Hans-Michael Körner von der Universität München referiert über die Prinzregentenzeit und das Ende der Monarchie in Bayern. Die „gute alte Zeit“, die sich mit dem Namen Prinzregent Luitpold verbindet, war alles andere als beschaulich: Das neugegründete Deutsche Reich unter der preußischen Vorherrschaft, die beginnenden europäischen Verwerfungen, die sozialen Spannungen im Reich und in Bayern, eine schier überbordende Fülle technischer Innovation und Industrialisierung, die Wissenschaften entwickeln sich fulminant und auf kulturellem Gebiet entfaltet sich die Kunst in unterschiedlichster Weise: Und dennoch stehen am Ende der 26-jährigen Regentschaft 1912 Bayern, das Deutsche Reich und Europa unmittelbar vor der Katastrophe des 1. Weltkriegs. Dem Nachfolger, Ludwig III., bleiben nur fünf Jahre, die geprägt sind vom Blutbad des Weltkriegs, bevor 1918 das Königreich Bayern im Strudel revolutionärer Ereignisse untergeht und an seine Stelle der Freistaat Bayern tritt.

Von Ruhestand keine Spur

Der Referent des Abends, Hans-Michael Körner, emeritierter Professor für Didaktik und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist in Furth im Wald aufgewachsen. Nach dem Abitur in Cham absolvierte er seine Assistententätigkeit in München und Regensburg, 1989 habilitierte er. Von 1991 bis 1995 lehrte er als Professor für Bayerische Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Uni Würzburg. Von 1995 bis 2012 war er Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Geschichte an der Universität München. Seine akademische Laufbahn hat er mit der beeindruckenden Abschiedsvorlesung „Die Grenzstadt Furth im Wald“ im Audimax der Münchener Uni beendet.

Rhetorische Brillanz

Von Ruhestand kann bei ihm jedoch keine Rede sein. Als Mitglied diverser geschichtlicher Vereinigungen, zum Beispiel der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und der Kommission für Zeitgeschichte, ist er als Referent und Berater gefragt; etwa für die zehnteilige Fernsehserie „Das Bayerische Jahrtausend“. Nicht zuletzt seine Gabe, auch komplizierte Sachverhalte verständlich zu erläutern – und dies mit rhetorischer Brillanz –, verspricht den Zuhörern ein besonderes Ereignis.

Der Vortrag findet wieder im großen Sitzungssaal des Alten Rathauses in Furth im Wald statt. Termin ist an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zur Aussprache gegeben. Im Anschluss ergibt sich, wie es in einer Mitteilung heißt, die Möglichkeit, die zwanglosen Gespräche bei einem Umtrunk fortzusetzen.

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