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Handwerk

Alois Linsmeier ist nun Ehrenvorsitzender

Bei der Gesellenversammlung der Bauinnung Cham referierte Bauingenieur Jürgen Sieber über Anforderungen an Kanalnetze.
Von Hans Schmelber

  • Josef Dobmeier, Jürgen Sieber, Petra Weinberger, Anton Schießl, Anton Aumer Foto: Hans Schmelber
  • Ehrenvorsitzender Alois Linsmeier wurde geehrt. Foto: Hans Schmelber

Cham.Zur Frage nach der Anzahl der Mitglieder antwortete Obermeister Anton Aumer: „Der Bauinnung Cham gehören rund 70 Betriebe an und die haben round about 2 500 Mitarbeiter und de facto sind das alles Mitglieder des Gesellenvereins.“ Das bestätigte auch Josef Dobmeier, frischgewählter Vorsitzender des Vereins auf der, wie er sich ausdrückte, „ersten Versammlung in seiner Amtszeit. Dobmeier freute sich, dass trotz des schlechten Wetters so viele Mitglieder den Weg nach Schlammering in das Gasthaus Bucher gefunden hatten und hielt einen kurzen Rückblick auf die Aktivitäten.

Der besondere Gruß des Vereinsvorsitzenden an diesem Nachmittag galt Anton Schießl und Jürgen Sieber, beide von der Firma Rehau, die als Premiummarke für polymerbasierte Lösungen in den Bereichen Bau, Automotive und Industrie international führend ist. Bauingenieur Jürgen Sieber stellte sich kurz vor und präsentierte dann einen hochinteressanten Vortrag über „Einbau, Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen“.

Überlastung der Kanalisation

Immer extremere Wetterverhältnisse führen unter anderem zu steigendem Grundwasser und strapazieren unsere Kanalisationssysteme in ungekanntem Ausmaß. Die Folge: bereits heute sei jeder vierte Liter Abwasser „Fremdwasser“. Kläranlagen seien somit regelmäßig überlastet, Betriebskosten steigen und führen zu einem sprunghaften Anstieg der Abwassergebühren – ganz zum Ärger der Bürger.

Die Erhaltung öffentlicher Infrastruktureinrichtungen sei eine generationenübergreifende und teure Zukunftsaufgabe. Bei den Kommunen steht das Kanalnetz als größter Vermögenswert im Fokus. Diese Werte auch in Zeiten knapper Kassen zu erhalten, sei eine große Herausforderung.

Das Geamtkanalnetz in Deutschland sei ziemlich marode. Über 100 000 Kilometer seien sofort bis mittelfristig sanierungsbedürftig. Bei durchschnittlichen Sanierungskosten von 750 €/m, ergebe das über 75 Milliarden Euro Investitionsbedarf. Eine gigantische Summe, die von Kommunen geschultert werden müsse.

Zudem stellen Starkregenereignisse, die in jüngster Zeit immer häufiger werden, die kommunale Infrastruktur vor neue Herausforderungen, denn die Kanalnetze seien mit diesen Wassermengen überfordert und das zwinge dazu, den Umgang mit Regenwasser grundsätzlich zu überdenken.

Das Oberflächenwasser bereite heute schon Kommunen bei der Erschließung von Baugebieten Kopfzerbrechen und beim Bau von neuen Kanalanlagen werden bereits neben den orangen Kunststoffrohren schon blaue für Regenwasser mit verlegt. Grundlage für die Verlegung liefere dabei die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) mit einem eigenen Regelwerk.

Die DWA biete ein umfangreiches Spektrum an Publikationen an, die aus der Praxis entwickelt werden. Im DWA-Regelwerk mit seinen Arbeitsblättern und Merkblättern werden insbesondere die Vorgaben des Gesetzgebers in die wasserwirtschaftliche Praxis umgesetzt. Hinzu kommen etliche DIN EN Normen.

Mit dem Wissen um die hohen Kosten, die für die Sanierung von korrodierten oder undichten Betonschächten anfallen, stellt sich somit für den Planer die Frage, mit welchem Material eine Lebensdauer und Gebrauchstauglichkeit von 50 bis 100 Jahren sichergestellt werden kann.

Zudem stehe der Planer in der Verantwortung, ein Kanalnetz zu planen, das während der Lebensdauer und darüber hinaus möglichst geringe Betriebskosten infolge Kamerabefahrung und Hochdruckspülung verursacht. Kunststoffbauteile haben diesbezüglich aufgrund ihrer glatten Oberfläche einen Vorteil, weil sich Feststoffe nicht so leicht festsetzen können und eine dichte Bauteilverbindung dauerhaft dicht bleibt.

Sorgfältige Einbettung wichtig

Jürgen Sieber referierte über die vielen Normen, den Einbau von Kunststoff-Rohren und deren Dichtigkeitsprüfungen. Falls beim Einbau nicht exakt gearbeitet wird geben Deformationsmessungen Aufschluss über Abweichungen. Deshalb ist es wichtig, bei der Bettung und der Baugrubenverfüllung sorgfältig zu arbeiten. Sieber gab dazu viele Tipps und zeigte auch dementsprechende Bilder. Abschließend stellte Jürgen Sieber noch moderne Rohrsysteme vor.

Dobmeier informierte noch, dass der Verein von der Fa. Rehau eingeladen ist zu einer Führung durch den Betrieb in Viechtach. Abschließend überreichte Dobmeier noch einen Blumenstrauß an Petra Weinberger, der Nachfolgerin von Anna Gierstner als Geschäftsführerin der Bauinnung Cham.

Dank und Ehrung

  • Dankesworte:

    Josef Dobmeier bedankte sich beim Referenten für den interessanten Vortrag mit einem kleinen Präsent. Auch Obermeister Anton Aumer dankte und lobte den Gesellenverein. „Ihr helft und unterstützt viele Firmen und seid damit wichtiger Bestandteil der Innung“.

  • Ehrung:

    Zusammen mit Josef Dobmeier ehrte er dann Alois Linsmeier, der 28 Jahre lang an der Spitze des rührigen Vereins war. Der langjährige Vorsitzende Linsmeier erhielt ein Präsent und eine Urkunde, mit der er zum Ehrenvorsitzenden der Bauinnung Cham ernannte wurde. (fsh)

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