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Benefizkonzert

Alphorn und Orgel fanden zusammen

In der Matthäuskirche zeigten Ruth Spitzenberger und Manfred Giosele Vielseitigkeit und perfekte Harmonie.

Manfred Giosele blies auch das Alphorn.  Foto: Nagel
Manfred Giosele blies auch das Alphorn. Foto: Nagel

Bad Kötzting.Eine perfekte Harmonie zwischen Horn und Orgel ist leicht vorstellbar. Ob das für das Alphorn auch zutrifft, konnte am Sonntagabend in der Matthäuskirche erlebt werden. Für eine neue Orgel gaben Ruth Spitzenberger an der Orgel und Manfred Giosele mit Horn und Alphorn ein Benefizkonzert. Sie stimmten die Besucher ein mit drei Stücken aus der Heldenmusik-Suite von G.P. Telemann. Ziemlich schnell merkte man, dass die beiden Musiker hervorragend aufeinander abgestimmt sind und ihre Instrumente sowohl festlich als auch verhalten und forsch erklingen lassen können.

Mit Präludium und Fuge in A-Dur von J.S. Bach bewies Ruth Spitzenberger mit strahlendem Spiel einmal mehr ihre technische Brillanz. Daraufhin stimmte das Horn wieder mit ein in „La Hieronima“ von Giovanni Martino Cesare. Die getragene Melodie wurde einfühlsam von der Orgel begleitet, während der Hornist seine Fertigkeit in zarten Tönen bewies.

Wieder ertönte die Orgel allein mit Variationen über „Unter den Linden grüne“ v on J.P. Sweelink. Verschiedene Register suggerierten unterschiedliche Stimmungen, unterbrochen von verschmitzten Läufen. Dabei kam der Hörer ins Träumen, wie sich dieses Stück wohl auf einer reicher ausgestatteten Orgel anhören würde.

In der Sonata in G von Henry Eccles korrespondierten Horn und Orgel, wobei dem Horn Gelegenheit gegeben wurde, sich in allen Tonlagen auszudrücken. Die Sonate endete gar in einem lebhaften Wettstreit zwischen Orgel und Horn. Nicht nur die künstlerische Parität der Interpreten, auch das Stück endete dabei mit einem klassischen Unentschieden.

Melodien, die ineinander verschlungen waren, erklangen dann im Präludium in d-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy von der Orgel. Der Zuhörer konnte sich kaum vorstellen, dass auf der Empore wirklich „nur“ zwei Hände und zwei Füße spielten, so vielfältig war der Klang.

Bereits mit Mendelssohn war man in der Romantik angekommen. Auch Max Reger hat für Orgel und Horn komponiert. In seiner Romance in Ges-Dur verschmolzen Horn- und Orgelklang perfekt ineinander, ein weiterer Beweis für die gelungene Zusammenstellung der Instrumente.

Dann kam der vielseitige Bläser Manfred Giosele in den Kirchenraum, wo bereits das Alphorn parat lag. Mit dem „Echo vom Moos“ von Hans-Jürg Sommer entführte er die Zuhörer akustisch auf eine Schweizer Alm und die Orgel antwortete auf das Echo. Auch hier zeigten beide Künstler wieder, wie perfekt sie aufeinander eingestimmt waren.

Dann nahm sich Manfred Giosele Zeit, etwas zu dem für eine Kirche eher ungewöhnlichen Instrument Alphorn zu sagen. Leider gibt es wenig Stücke für diesen Rahmen, die meisten solcher Kompositionen kommen aus der Schweiz. Die Töne werden beim Alphorn allein durch Lippenspannung erzeugt, die die 16 Naturtöne zum Klingen bringen, wie der Künstler dann auch demonstrierte. Im Anschluss intonierte er gemeinsam mit Ruth Spitzenberger an der Orgel die „Alphorn Ballad“, wobei das Alphorn die Melodie übernahm und die Orgel fast tänzerisch begleitete.

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