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Als der Bärwurz-Express kam

700 Fahrgäste nutzten vor 50 Jahren die Chance auf echte Nostalgie. Der Sonderzug dampfte von Straubing aus ins Regental.

Vereinigt dampften die Loks nach Straubing zurück. Fotos: Erwin Vogl
Vereinigt dampften die Loks nach Straubing zurück. Fotos: Erwin Vogl

Miltach.Vergangenen Samstag vor 50 Jahren dampfte ein Sonderzug vom Gäuboden kommend in den Bayerischen Wald. Beim Haltepunkt Konzell-Streifenau erreichte der Zug mit 520 Metern über NN den höchsten Punkt und rollte danach ohne Anstrengung in das Regental.

Veranstalter war der „Bund der Deutschen Eisenbahnfreunde e. V.“, der in Zwiesel seinen 13. Bundesverbandstag hielt. Das Zugunternehmen trug den Namen „Bärwurz-Express“. Vom Ausgangsbahnhof bis Miltach war an der Spitze des Zuges die bewährte Lok der Reihe 86, als Schiebelok war eine 64er eingesetzt. Ab Miltach übernahmen die „Deggendorf“ und die „Bayerwald“ der Regentalbahn AG dann in Doppeltraktion den Sonderzug.

Zug teils mit Originalausstattung

Der Nostalgiezug am 9. Mai 1970 bestand aus insgesamt 10 historischen Wagen, teilweise noch ausgestattet mit Holzbänken der ehemaligen 2. Klasse. Zusätzlich war in der Mitte des Zuges ein roter Gesellschaftswagen eingereiht, der die Verköstigung der 700 Fahrgäste ermöglichte.

Die Fahrt

  • Route:

    Der „Bärwurz-Express“ fuhr eine große Runde von Zwiesel aus über Plattling nach Straubing und von dort über Miltach nach Zwiesel zurück.

  • Anlass:

    Vom 7. bis 10. Mai 1970 fand der 13. Bundesverbandstag der Eisenbahnfreunde statt.

  • Verband:

    Der Bund Deutscher Eisenbahnfreunde ist seit 60 Jahren der Dachverband aller Eisenbahn-Interessierten.

Wegen des hohen Zuggewichts waren zwei Dampfloks notwendig. An der Spitze befand sich die 086 843 und als Schiebelok die 064 446, mit dem Kohlenkasten voraus, also rückwärtsfahrend. Kurz vor Miltach, in Höhe der Eismannsberger Straße, hielt der Zug dann zu einer „Scheinanfahrt“ an. Die Fahrtteilnehmer stiegen dann größtenteils aus. Danach setzte die Garnitur einige hundert Meter zurück, um dann mit typischen Dampflokgeräuschen auf die fotografierenden Eisenbahnfreunde zuzufahren. In Miltach stand dann ein planmäßiger Lokwechsel an.

Die beiden Bundesbahnloks rangierten von Gleis drei nach Gleis sechs und fuhren dann zusammengekoppelt nach Straubing in ihr angestammtes Betriebswerk. Nun kamen die „Deggendorf“ und die „Bayerwald“ der Regentalbahn AG zu ihrem Einsatz.

Rund um Miltach war alles Grün

Die beiden Heizer warfen genügend Kohle in die Feuerbuchse, damit nach dem Bahnhof Blaibach ausreichend Kraft zur Bewältigung der fünf Kilometer langen Steigung über den Krailinger Berg zum Endbahnhof Zwiesel zur Verfügung stand. Nur von der „Mizzi“ waren später bei Sonderfahrten die lauten Kolbenschläge in den tiefen Einschnitten zu hören. Kein Wunder, dass die Eisenbahnenthusiasten hellauf begeistert waren von der Atmosphäre der urigen Dampflokfahrt.

Das Foto von der Lok vor Miltach verdeutlicht den Reiz der Dampfzugfahrt.
Das Foto von der Lok vor Miltach verdeutlicht den Reiz der Dampfzugfahrt.

Das Foto mit dem Zug vor dem Einfahrsignal in Miltach ist nicht nur eisenbahnhistorisch interessant, sondern auch wegen der Bebauung des Dorfes am Regen. Dort, wo sich jetzt die Tierklinik, Steinbauer, Bäckerei Welter und die Schule befinden, gab es nur Wiesen und Felder. Über dem steilen Felsenhang am „Bierlriegel“ waren noch landwirtschaftliche Flächen, die inzwischen mit hohen Bäumen bewachsen sind. (kvg)

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