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Als Kirchenmaler weltbekannt

Der Falkensteiner Redemptoristenfrater Max Schmalzl war ein Maler des Nazarener Stils. Er hat die Chamer Klosterkirche gestaltet.

Der Kirchenmaler Frater Max Schmalzl in seinem Klosterhabit der Redemptoristen Foto: Hermann Markl
Der Kirchenmaler Frater Max Schmalzl in seinem Klosterhabit der Redemptoristen Foto: Hermann Markl

Falkenstein.Am Samstag, 7. Januar 1930, um 4 Uhr morgens starb im Re-demptoristenkloster in Gars am Inn der gebürtige Falkensteiner Kirchenmaler Frater Max Schmalzl. Kurz nach seinem Tod im Jahr 1930 schrieb Pater Leonhard Eckl das Lebensbild des Künstlers. Eckl berichtete, dass Frater Max in allen fünf Erdteilen geachtet, geschätzt und beliebt war. Seine urwüchsige Lebenskraft wurzelte in der Heimat und der Familie.

Der Vater Peter Schmalzl, geborgen am 31. Januar 1806 in Rettenbach, stammte aus einer dort ansässigen Krämersfamilie. 1832 heiratet er Franziska Dietl in Falkenstein und fing an, mit einer Schuhmacherwerkstatt den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Sie hatten auch zwei Kühe im Stall und wohnten in der heutigen Sonnenstraße. Zeitweise beschäftigte der Vater vier bis sechs Schuhmachergesellen. In der Freizeit spielte er zu den verschiedensten Anlässen Musikinstrumente.

Die Familie hatte zehn Söhne und eine Tochter. Das 10. Kind war der spätere Kirchenmaler Max Schmalzl, er wurde am 7. Juli 1850 in Falkenstein geboren. Der älteste Sohn Peter Schmalzl wurde in Regensburg zum Priester geweiht, als Max acht war. Danach war Peter als Pfarrer in Neukirchen-Balbini und in Regensburg, ehe er am 9. September 1865 in Altötting in den Redemptoristenorden eintrat.

Beim Onkel Vergolden gelernt

Max lernte nach der Schulzeit beim Privatinstitut für Bauhandwerker von J. Dorner in Regensburg Ornamente, Säulenordnungen und Baupläne zu zeichnen. Nach dieser Zeit lernte er in Falkenstein bei seinem Onkel Wolfgang Schmalzl, der in der heutigen Bahnhofstraße als Dekorationsmaler arbeitete, das Farbenreiben und -mischen, das Anstreichen und Vergolden. Nach zweijähriger Lehrzeit zog es ihn nach Burghausen, er musste aber nach acht Wochen wieder zu seinem gichtkranken Onkel zurückkehren.

1870 kam Bruder Max zur Kunstgewerbeschule nach München und wurde zeitweise nach Gars am Inn geschickt, um bei den Redemptoristen in der Kirche einzelne Kunstgegenstände zu fertigen. Da sein Bruder Pater Peter inzwischen bei den Redemptoristen eingetreten war, bat Max im Sommer 1871 um Aufnahme in den Orden als Bruder. Am 20. Mai 1872 wurde er durch seinen ältesten Bruder Pater Peter Schmalzl eingekleidet. Max führte ein strenges Klosterleben und stand immer unter der Aufsicht seines ältesten Bruders. Am 19. Juni beschloss der Deutsche Reichstag das Jesuitengesetz. Demnach wurden alle Jesuiten und die ihnen verwandten Orden aus dem deutschen Reichsgebiet ausgewiesen.

Am 13. Mai 1873 wurden auch die Redemptoristen unter das Jesuitengesetz gestellt. Am 10. Juni des gleichen Jahres erließ Kultusminister Lutz in Bayern die Ausführungsbestimmungen. Bruder Max war der erste Redemptortist, der sein Ordenskleid ablegen musste. In den 20 Jahren des Kulturkampfes hielten alle Patres und Brüder dem Orden die Treue.

Papst lobt gelungenes Messbuch

Max kam bei verschiedenen Pfarreien unter und malte dort Kirchen aus. So war er in Vilsbiburg, Oberpiebing bei Straubing, Kraiburg am Inn und Ensdorf. Am 31. Juli 1874 starb sein ältester Bruder in Heldenstein. 1877 hatteMax ein Missale Romanum (Messbuch in lateinischer Sprache) für den Pustet-Verlag in Regensburg künstlerisch gestaltet. Pustet überreichte dieses Exemplar dem damaligen Papst Pius IX. Der Papst hatte seine außerordentliche Freude über das gelungene Werk mitteilen lassen. 1893 durfte Max nach Rom reisen, nachdem er zuvor schon in Padua geweilt hatte.

Frater Max Schmalzl

  • Leben/Ausbildung:

    Frater Max Schmalzl, geboren am 7. Juli 1850 in Falkenstein, gestorben am 7. Januar 1930 in Gars am Inn, war Redemptorist, Kirchenmaler und Illustrator im Stil der Nazarener und der Beuroner Schule. Er begann 1865 eine Lehre im Bauhandwerk in Regensburg bei Johann Dorner, von 1865 bis 1867 machte er eine Lehre als Dekorationsmaler in Falkenstein bei seinem Stiefonkel Wolfgang Schmalzl. Von 1867 oder 1868 bis 1870 arbeitete er bei der Meyerschen Hofkunstanstalt in München. 1870/71 besuchte die Kunstgewerbeschule München und war dort Schüler von Theodor Spieß (1846 - 1920). Im Kreis-Amtsblatt für Mittelfranken wurde Schmalzl als Dekorationsmaler bezeichnet und als einer der besten Schüler der Anstalt aufgeführt, so dass er aus der Maximilians II. Stipendien-Stiftung für kunstgewerbliche Ausbildung ein Stipendium von 200 Gulden erhielt.

  • Laufbahn:

    Max Schmalzl brach 1871 sein Studium ab, trat 1871 im Kloster Gars in den Orden ein und legte 1878 das ewige Gelübde ab, blieb jedoch Laienbruder. Dafür malte er leidenschaftlich und stellte seine ganze Kunst in den Dienst der Religion. Er avancierte zu einem gefragten Kirchenmaler und seine Entwürfe wurden weltweit bestellt. (Wikipedia)

1894 wurde der Redemptoristenorden in Bayern wieder zugelassen. 1899 wurde in Cham eine weitere Niederlassung des Ordens ins Auge gefasst. Bruder Max war von Anfang an dabei. Er half bei der Fertigung des Planes, der von der Landesregierung genehmigt wurde. Im April 1900 wurde mit dem Bau der Maria- Hilf-Kirche begonnen. Max hat die ganze Klosterkirche in Cham selbst ausgemalt. Wie uns sein Neffe einmal wissen ließ, habe Max für die vielen Gesichter in der Kirche Falkensteiner Frauen und Männer als Vorlagen verwendet. Max fertigte auch Kreuzwege für Kirchen und gestaltete Wandgemälde.

1924 musste er Stift und Pinsel weglegen. 50 Jahre des Kunstschaffens gingen dem Ende entgegen. Eine beginnende Arterienverkalkung behinderte ihn am Weitermalen. Die damaligen Ärzte gaben ihm noch zwei bis sechs Jahre Lebenszeit. 1929 schwanden die Kräfte immer schneller. Am 7. Januar 1930 um 4 Uhr starb er im Kloster Gars am Inn.. Am 10. Januar 1930 wurde er dort in der Klostergruft beigesetzt.

In Falkenstein kennen den zu seiner Zeit sehr bekannten Kunstmaler nur noch wenige. Die noch lebenden Nachkommen würden sich freuen, wenn diesem bekannten Falkensteiner Bürger vielleicht einmal eine Straße gewidmet werden würde. (rar)

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