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Landwirtschaft

Alternativ blühende Pflanzen

Fachverband Biogas will mit Blumen dem Klimawandel trotzen. „Silphie“ erfüllt auch die Greening-Vorgaben.

Vertreter des Fachverbandes Biogas trafen sich mit Betroffenen zum Pressetermin zum Thema „Nachhaltige Energiegewinnung“ mit blühenden Energiepflanzen“ und informierten MdB Karl Holmeier. Foto: rjm
Vertreter des Fachverbandes Biogas trafen sich mit Betroffenen zum Pressetermin zum Thema „Nachhaltige Energiegewinnung“ mit blühenden Energiepflanzen“ und informierten MdB Karl Holmeier. Foto: rjm

Roding.„Die deutsche Landwirtschaft ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft“, sagte der Bioenergiepionier Josef Haller aus der Schäferei bei Waldmünchen bei seinem Statement bei der Feldbegehung am Mittwoch.

Insektensterben, Verschwinden der Wildbienen und vieler Vogelarten, verunreinigte Seen und Flüsse, Wildschweinpopulation, Bodenerosion, Nitratbelastung unseres Grundwassers und vieles mehr, dafür wird die intensiv betriebene Landwirtschaft verantwortlich gemacht. Schnell kommt dann Biogas ins Gespräch und ihr Image ist mittlerweile negativ besetzt.

Fachverband reagiert

Der Fachverband Biogas reagiert jetzt darauf. Er lud zum Pressegespräch bei der Kienmühle auf einem rund zweieinhalb Hektar großen Feld ein, das die Biogas-Betreiber Franz und Andreas Ederer aus Ziehring mit der Pflanze „Durchwachsene Silphie“ bestellen ließen. Es trafen sich Vertreter landwirtschaftlicher Organisationen ebenso wie Imker und Jäger mit CSU-Bundestagsabgeordnetem Karl Holmeier.

Wer denkt schon, wenn einer sein Handy einschaltet und nachts wieder auflädt an Biogas? „Karl, wie hoch schätzt Du die Kosten des Energiebedarfs Deines Handys pro Jahr?“ Diese Frage stellte Haller, der das „Bioenergiedorf Schäferei“ bei Waldmünchen gemeinsam mit vier Landwirten gründete, dem Bundestagsabgeordneten. Wer denkt schon darüber nach, auch er nicht, gestand Holmeier. Rund vier Euro im Jahr soll das tägliche Aufladen kosten, so Haller. „Ohne Handy’s könnten wir auf ein Atomkraftwerk verzichten“, brachte es Haller auf den Punkt. Der „Energiehunger“ unserer Gesellschaft ist immens und ungebrochen – spätestens als Deutschland den Atomausstieg 2011 von heute auf morgen beschloss, ist der Bedarf nach alternativen Energien rapide angestiegen.

Danach ging man auf der Suche nach alternativen Energien. Heute liefern diese in großer Zahl Biogasanlagen. Biogas wurde unverzichtbarer Energielieferant. Doch auch Biogas hat wie vieles im Leben zwei Seiten. Es macht einerseits den Atomausstieg möglich, veränderte aber auch die deutsche Landwirtschaft kolossal, mit all den Problemen, die heute in aller Munde sind und die Landwirte in Misskredit brachten. Jetzt soll mit der Dauerpflanze „Durchwachsende Silphie“ dem Klimawandel begegnet und das Image von Biogas aufgebessert werden. Eine nachhaltige Energiegewinnung mit blühenden Energiepflanzen sei möglich und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz, so Markus Bäuml. vom Fachverband Biogas. In Biogasanlagen können neben biologischen Abfall- und Reststoffen, wie Gülle und Mist, auch Blühpflanzen in Energie umgewandelt werden.

Dauerkulturen wie die Silphie bieten Vorteile beim Natur-, Boden- und Gewässerschutz, waren sich die Experten einig. Die im Aussaatverfahren gesäte „Silphie“ bei der Kienmühle steht jetzt im zweiten Jahr. Der niedrige Wuchs der Silphie sei in diesem Jahr der hohen Trockenheit geschuldet, erklärten die Experten.

Sie nannten als Vorteile: Silphie ist eine Dauer-Energiepflanze zur Verwendung in Biogasanlagen. Sie liefert grüne Energie in Form von Biogas und Strom. Mit einem Hektar „Silphie“ sollen rund 82 000 kWh Strom erzeugt werden können, das entspricht der Energie von etwa 8600 Liter Heizöl. Pro Hektar und Jahr können bis zu acht Tonnen Humus aufgebaut und nachhaltig CO2 aus der Luft in den Boden verlagert werden. Das kompensiert einen Ausstoß von 31  000 Kilometern Autofahren. Die Silphie ist bei Bienen und anderen Insekten beliebt – unter anderem, weil die Felder meist ohne chemische Pflanzenschutzmittel auskommen.

Alternativer Klimaschutz

Fünf gute Gründe statt Mais die Dauerpflanze „Silphie“ anzubauen: Die ursprünglich aus Nordamerika stammende „Silphie“ ist eine blühende Ackerkultur für Insekten und Bienen. Bei der Biogaserzeugung wird die Sonnenenergie aus den Pflanzen herausgeholt. Durch die Dauerkultur mit der Silphie wird der Humusaufbau aktiv gefördert. Nitrat gelangt nur dann ins Grundwasser, wenn keine Pflanzen da sind, die den Nährstoff aufnehmen. Tiefwurzelnde Pflanzen, wie die Silphie, lockern den Boden und erhöhen den Humusanteil, der für ein stabiles Bodengefüge sorgt. (rjm)

Teilnehmer: Markus Bäuml , Regionalreferent Fachverband Biogas ; Franz und Andreas Ederer, Biogasanlagenbetreiber und Verpächter Josef Heuberger; Ralf Brodmann, Geschäftsführer der Donau-Silphie; Ely Eibisch, Vizepräsident des Oberpfälzer Bauernverbandes;

Franz Roider, Biogasbetreiber und Bezirkspräsident Maschinenring;

Christoph Bäumel, Jagdpächter; Max Ederer und Karl Fuchs, Imker des Imkereivereins Roding

Lösung: „Silphie“ bringt Farbe auf die Felder und erfüllt auch die Greening-Vorgaben

Energiegespräch

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