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Region Cham
Donnerstag, 26. April 2018 15° 3

Konflikt

Altstadtfreunde für Brauereiabbruch

Vorstandschaft widerspricht der öffentlichen Darstellung von Mitgliedern, die sich für den Erhalt stark gemacht haben.

Die neue Vorstandschaft der AltstadtfreundeFoto. kmo

Cham.Die Altstadtfreunde haben sich am Freitag im Randsberger Hof zur Jahresversammlung und zum Zwirl-Essen getroffen. Renate Blochberger, Vorsitzende des Vereins, kam gleich zur Sache. Verschiedene Personen hätten sich via Bayerwald-Echo für den Erhalt der alten Weißbierbrauerei stark gemacht. Es sei nicht richtig, dass diese im Namen der Altstadtfreunde sprechen, sagte Blochberger. Eine solche Veröffentlichung müsse vorher mit der Vorstandschaft abgesprochen sein, was aber nicht geschehen sei.

Ihre Meinung sei es, dass die Brauerei seit circa 100 Jahren leer steht und langsam zerfällt. Sie sollte einer Nutzung zugeführt werden und das würde dem Ortsbild auch guttun, sagte Blochberger. Dass die unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeteile erhalten bleiben und zu Wohnraum umgebaut werden, befürworte sie.

Aufwand in Millionenhöhe

Man müsse berücksichtigen, dass diese Gebäude sich in Privatbesitz befänden und ein Aufwand in Millionenhöhe, ohne einen Nutzen zu haben, nicht zumutbar sei. Die Vorsitzenden hätten mit dem Hausbesitzer gesprochen, berichtete Markus Zänglein. Er habe ihm erklärt, dass nur das zerfallene Gebäude neu werden solle, der vordere Teil aber soll erhalten bleiben. In einem alten Gebäude brauche es modernen Wohnraum und es sei gut, Altes mit Neuem zu kombinieren, so die Meinung der Vorsitzenden.

Vorstandsmitglied Günter Salzberger sagte, dass man nur Besichtigungsfahrten unternehme und der Verein zum Kaffeetrinkverein werden könnte. Das vorzuwerfen, sei nicht richtig, konterte Blochberger. Der Vereinszweck sei die Erforschung der Geschichte der Stadt Cham und das Eintreten für die Erhaltung schutzwürdiger Bausubstanzen und der kulturellen Werte der Stadt. Der Satzungszweck werde besonders verwirklicht durch den Einsatz für eine menschengerechte Neugestaltung der Stadt und ihres Erscheinungsbildes. Dabei sollte das Zusammensein in fröhlicher Runde nicht zu kurz kommen, so Blochberger. Im Programm habe man einen Vortrag von Werner Perlinger, ein Treffen mit den Altstadtfreunden Straubing sei vorgesehen und im Herbst ein Gespräch über die Zukunftsentwicklung mit der Stadt.

Wo sind freie Flächen?

Prof. Dr. Markus Lemberger, Regionalmanager für den Landkreis, sprach über das Projekt Siedlungsmanagement. Die bestehenden Daten von Leerständen werden digital mit dem GIS (Geo-Informationssystem) im Landkreis erfasst. Ziel sei es, dass die Bevölkerung leichter sehe, wo des freie Flächen gebe. Im Landkreis gebe es 2500 Leerstände. Die meisten im Stadtbereich mit seinen Ortsteilen. Das werde sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Salzberger meldete sich zu Wort und gab zu bedenken, dass sich Leerstände wie ein Dominoeffekt auswirken und dorthin, wo es „todelt“, keiner hinziehen möge. Tote Städte gebe es weiter nördlich in der Tat, so Lemberger, „das sind wir nicht und werden es auch nicht“. (kmo)

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