MyMz
Anzeige

Am Buchberg entsteht ein Kreuzweg zum Anfassen

Der Bildhauer Joseph Michael Neustifter macht vor der ersten Station ein Erinnerungsfoto.

Wilting.Eine Email am frühen Donnerstagmorgen war der Startschuss – der Künstler Joseph Michael Neustifter wollte zum Buchberg und die Stationen des Flurkreuzweges an den Granitstelen anbringen. Das Wetter war ideal dafür, die Sonne strahlte vom Himmel und nur ein leichter Wind wehte über den Buchberg. Kirchenpfleger Alois Schmidbauer, Johann Vogel, Sepp Raab und Diakon Werner Szörenyi, die fleißigen Helfer aus der Pfarrgemeinde St. Leonhard, hatten sich eingefunden, um Neustifter und seinen beiden Mitarbeitern zur Hand zu gehen. Die einzelnen Stationen wurden zuerst neben jede Stele gestellt, damit nochmal überprüft werden konnte, damit keine Station verwechselt wurde.

Eine Freude für Generationen

Es war ein besonderer Augenblick, als die erste Station eingepasst war. Die Farbe der Bronze, der Wald im Hintergrund und die Sonne, die die Darstellung mit Lichteffekten noch lebendiger machte – alles passte wunderbar zusammen. Es hätte der Eindruck entstehen können, als hätte der Buchberg viele Jahre nur auf seine Bestimmung – der Weg für die 15 Stationen der Passionsgeschichte zu sein – gewartet. Die Befestigung der Plastiken bleibt Geheimnis der Mitarbeiter und des Bildhauers. Soviel sei verraten: Alles ist fest verankert und Alois Schmidbauer wünscht sich: „Daran sollen noch viele Generationen nach uns ihre Freude haben.“

Oft hat er sich in der vergangenen Zeit die Frage gestellt, ob der Kreuzweg nicht zu aufwendig sei, warum so ein namhafter Künstler wie Joseph Michael Neustifter damit beauftragt werden musste, ob es nicht auch Stationen in Schmiedeeisen tun würden. Berechtigte Fragen, denn der Kreuzweg wird in erster Linie mit Spenden der Pfarrgemeinde und der örtlichen Vereinen finanziert. Nachdem Neustifter seine Gedanken und Vorstellungen bezüglich der einzelnen Stationen zeigte, war klar – das muss der Flurkreuzweg am Buchberg werden. Dieser Kreuzweg ist einzigartig und wird es auch bleiben, denn jede Station ist ein Unikat. Der Bildhauer nimmt in jeder Station Bezug auf die Gegenwart. Die offenen Hände, die immer wieder zu entdecken sind, zeigen die Verbindung der heidnischen Zeit in die Klassik, in das Judentum und unsere Zeit.

Spenderplaketten auf der Rückseite

Der graue Bayerwaldgranit der Stelen macht die Darstellungen noch plastischer. Die Bilder verführen mit Absicht zum Anfassen. Die Gesichtszüge, die Traubenranken – ein „greifbares“ Sehen. Je nach Entfernung des Betrachters erschließen sich andere Perspektiven, die Neues entdecken lassen. Nichts ist dem Zufall überlassen. In jedem Detail steckt eine Aussage, die es zu finden und zu verstehen gilt. Auf der Rückseite der Stelen sind Plaketten aus Bronze befestigt. Sie zeigen das Logo des jeweiligen Vereins, der gespendet hat. Ein ebenfalls „begreifbarer“ Bezug zu diesem Kreuzweg.

Der Weg selbst ist ohne Stufen angelegt. Hier können Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Stock gehen. Passend zur Auferstehungsstation weitet sich der Blick bis zum Hohenbogen. Trotz der Nähe der B20 ist hier oben Stille zu erleben. Gedanken können fließen und Stress wird zum Fremdwort. Wer am Abend, bei Sonnenuntergang noch einmal vorbei kommt oder auf der Straße vorbei fährt, kann ein kleines Feuerwerk der Sonnenstrahlen genießen. Aber keine Sorge, keiner wird geblendet!

Die offizielle Einweihung des Kreuzweges wird Mitte oder Ende Mai sein. Begangen kann er ab sofort werden. Gönnen Sie sich eine Stunde der Ruhe und erleben Sie mit allen Sinnen den Flurkreuzweg am Buchberg, zwischen Wilting und Traitsching nach den Simandl Weihern.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht