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Theater

Am Samstag ist Weiberstreik-Premiere

Für den „Lysistrata – der Weiberstreik“ am Samstag stehen am Ludwigsberg alle Lampen auf grün. Auch Karten gibt es noch.
Von Anita Schmid und Roman Hiendlmaier

Mit der resoluten Lysistrata gleich zehn Mal in die Schlacht der Geschlechter ziehen die Festspieler am Ludwigsberg ab Samstag. Foto: Schmid
Mit der resoluten Lysistrata gleich zehn Mal in die Schlacht der Geschlechter ziehen die Festspieler am Ludwigsberg ab Samstag. Foto: Schmid

Bad Kötzting.Es war relativ ruhig am Ludwigsberg Anfang der Woche. Gut, an der einen oder anderen Deko wurde noch gebastelt, hier musste etwas angeschlossen, da noch etwas befestigt werden, aber das große Ganze steht und ist bereit für die heiße Phase der Waldfestspiele, die am heutigen Mittwoch mit der ersten Hauptprobe beginnt und am Samstagabend mit der Premiere ihren Höhepunkt erreicht. „Am 7. April haben wir mit den Arbeiten angefangen, nun sind wir eigentlich bereit“, meldet Vereinschefin Beate Bauer den letzten Stand vor den zehn Aufführungen bis 12. August. Die Proben verliefen harmonisch und unfallfrei – damit könnte nur noch ein Gewitter die resoluten Frauen aus dem alten Athen stoppen.

Wandel und Konstante

Termine: (Beginn jeweils 20.30 Uhr) Samstag 28. Juli, Sonntag 29. Juli; Dienstag, 31. Juli; Freitag 3. August; Samstag, 4. August; Sonntag, 5. August; Dienstag, 7. August; Freitag, 10. August; Samstag 11. August; Sonntag 12. August  Foto: kbd
Termine: (Beginn jeweils 20.30 Uhr) Samstag 28. Juli, Sonntag 29. Juli; Dienstag, 31. Juli; Freitag 3. August; Samstag, 4. August; Sonntag, 5. August; Dienstag, 7. August; Freitag, 10. August; Samstag 11. August; Sonntag 12. August Foto: kbd

Im 29. Jahr des Vereins-Bestehens und kurz vor dem Start der 30. Festspielsaison sind die Festspieler nach wie vor ein großer Familienbetrieb. Allen voran die Vorsitzende Beate Bauer mit Kindern und Enkelkindern und etlichen anderen Familiengewächsen, die bereits in der dritten Generation tätig sind. Sie, wie auch eine Reihe weiterer Darsteller, bringt den „Weiberstreik“ nun zum zweiten mal auf der Bühne. Beim ersten Mal vor 18 Jahren waren die Aufführungen der Komödie aus der Feder von Thomas Stammberger und Johannes Reitmeier ein großer Publikumserfolg. Regisseur Reitmeier hat sich nun bewusst für die Wiederaufnahme des Stückes entschieden. Zum einen trifft die Geschichte von latent streitsüchtigen Männern, denen die Frauen einen dicken Strich durch ihre Rechnung machen, auch rund 2500 Jahre nach seiner Premiere ziemlich genau den Zahn der Zeit. In einer scheinbar aus den Fugen strebenden Welt braucht es auch heute besondere Denkanstöße, um etwas zu bewegen.

Lesen Sie hier: Das Kötztinger Festspiel auf dem Ludwigsberg tritt mit den Einzel- und Kostümproben in die heiße Phase der Vorbereitungen.

Tickets: Für sämtliche Aufführungen gibt es noch Restkarten im Kur- und Gästeservice im Sinocur, sowie online unter www.okticket.de. Die Tribühnenkarten kosten 17 Euro, Schüler und Studenten 15,50 Euro, Kinder acht Euro. An der Abendkasse erfolgt ein Zuschlag von drei Euro pro Karte. Foto: Wutz
Tickets: Für sämtliche Aufführungen gibt es noch Restkarten im Kur- und Gästeservice im Sinocur, sowie online unter www.okticket.de. Die Tribühnenkarten kosten 17 Euro, Schüler und Studenten 15,50 Euro, Kinder acht Euro. An der Abendkasse erfolgt ein Zuschlag von drei Euro pro Karte. Foto: Wutz

In den 18 Jahren am Ludwigsberg hat sich nicht nur die immer bessere Ausstattung verändert, auch die Spieler sind teilweise andere. Aber natürlich gibt es auch Konstante: Unter den 55 Charakteren ist die „Lyssi“ dieselbe geblieben: Angelika „Geka“ Schingale hat es wieder mit der Hauptrolle der Lysistrata aufgenommen. Damals noch Studentin der Naturwissenschaft, ist die widerspenstige Amazone, die mit Gleichgesinnten die Burg besetzt und den Männern nicht nur die Küche kalt bleiben lässt, mittlerweile in Regensburg verheiratet und hat einen Sohn, steht also fest im Leben. Die Autofahrten von Ihrem Wohnort Regensburg, überbrückt sie, indem sie sich Ihre Texte auf Tonband spricht und unterwegs lernt.

Thema: Unter Führung der energischen Lysistrata übernehmen die Frauen die Macht in der Burg, während die Männer auswärts Kriege ausfechten. Und Die Frauen haben beschlossen, sich den Männern so lange zu verweigern, bis diese ihrer Kampfeslust abschwören.  Foto: Schmid
Thema: Unter Führung der energischen Lysistrata übernehmen die Frauen die Macht in der Burg, während die Männer auswärts Kriege ausfechten. Und Die Frauen haben beschlossen, sich den Männern so lange zu verweigern, bis diese ihrer Kampfeslust abschwören. Foto: Schmid

Patrick Eggersdorfer, hatte damals als Kind eine kleine Rolle im „Weiberstreik“, seit ein paar Jahren hatte er seinen festen Platz im Regiehaus der Festspielgemeinschaft und kümmert sich mit Tom Berzl um Licht und Ton. Bis lang in die Nacht hineingehende Beleuchtungsproben, die Prüfung des nötigen Equipments halten ihn nicht davon ab, heuer auch noch die Rolle eines jungen Kriegers zu übernehmen, mit dem seine Frau Tamara Eggersdorfer mitfiebert.

Alles für diesen Moment

Umsetzung: Johannes Reitmeier und Thomas Stammberger haben die Handlung in ein bajuwarisches Dorf verlegt. Dass es dabei manchmal derb und schlüpfrig zugeht, ist gewollt. Auch Anspielungen auf Figuren aus einer populären Comic-Serie sind ebenfalls keinesfalls zufällig.  Foto: Schmid
Umsetzung: Johannes Reitmeier und Thomas Stammberger haben die Handlung in ein bajuwarisches Dorf verlegt. Dass es dabei manchmal derb und schlüpfrig zugeht, ist gewollt. Auch Anspielungen auf Figuren aus einer populären Comic-Serie sind ebenfalls keinesfalls zufällig. Foto: Schmid

Ebenfalls ein Urgestein der Festspielgemeinschaft ist Kurt Kühlmeyer. Aufgrund privater und gesundheitlicher Ursachen wird Kurt in diesem Jahr nicht auf der Bühne zu sehen sein. Damals war das Stück „Der Weiberstreik“ für Kurt die Rückkehr in die Theaterszene, die er bis dahin als Kassier unterstützt hat. Im Jahr 2000 waren seine Kinder Korbinian und Kathi groß genug, um ebenfalls eine Rolle im Theater zu bekommen. Damals stand fast die ganze Familie Kühlmeyer auf der Bühne. Nun fungiert Gattin Renate im Festspielerhaus als Spezialistin für zerrissene Hosen, versorgt liebevoll etwaige Verletzungen und hält das Chaos der Truppe in Zaum. Kurt Kühlmeyer fehlt natürlich nicht gänzlich: Er führt wie einst die Abendkasse.

Wie in jeder Familie, geht es auch bei den Festspielern in den Wochen vor der Saison manchmal drunter und drüber. Es sind neue „Adoptivkinder“ in die Festspielerfamilie gekommen und wollen mit großem Einsatz zum Erfolg beitragen. Eines aber haben alle gemeinsam. Man findet sich im Spiel, auf der Bühne und alle arbeiten hart für den Moment, wenn am Samstag am Ludwigsberg die Bühnenscheinwerfer aufflammen.

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