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Vortrag

Am Zaun erst reden, dann pflanzen

Streit unter Nachbarn wegen Bepflanzung und Co. lässt sich oft vermeiden.

Die Vorsitzende Edeltraud Gigl und der Amtsrichter a.D., Wolfgang Kerscher Foto: Viktor Kerschbaumer
Die Vorsitzende Edeltraud Gigl und der Amtsrichter a.D., Wolfgang Kerscher Foto: Viktor Kerschbaumer

Eschlkam.Am Mittwochabend hatte der OGV Eschlkam Mitglieder und Gäste zu einem interessanten Vortrag von Wolfgang Kerscher, Amtsrichter a.D., in den Gasthof „Zum Wirt“ nach Stachesried eingeladen. Thema des Abends war das Recht rund um den Gartenzaun. „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ – unter dieses Motto stellte der Bad Kötztinger Wolfgang Kerscher seine kurzweilige Powerpoint-Präsentation „Das Recht am Gartenzaun: Informationen zum Nachbarrecht“.

Als Amtsrichter hat Wolfgang Kerscher auch zu diesem Thema in seinem Berufsleben viele Erfahrungen gesammelt. Die wesentlichen Punkte vermittelte er auf anschauliche Weise seinen Zuhörern. Außer den grundsätzlichen Dingen wie beispielsweise Instandhaltungspflichten an Zäunen, Lärm und Lärm-Grenzwerte sowie Betretungsrechte erläuterte er, was man rechtlich rund um die Bepflanzung wissen sollte. So ist beim Pflanzen von Bäumen und Hecken ein Mindestabstand von 50 Zentimetern von der Grenze einzuhalten. Bei Pflanzen, die höher als zwei Meter werden, muss der Abstand mindestens zwei Meter betragen. Allerdings gibt es hier auch eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Wurden innerhalb dieser Frist keine Einwände gegen eine zu dichte Bepflanzung erhoben, muss der Baum auch nicht mehr beseitigt werden.

Was passiert mit überhängenden Ästen? Wem gehören Früchte, die auf das Nachbargrundstück fallen oder hinüberragen? Wie ist mit dem Bewuchs an Straßen und Gehwegen umzugehen? Dürfen Komposthaufen auch neben Nachbars Terrasse stehen? Zu all diesen und vielen anderen Fragen gab Wolfgang Kerscher wichtige Tipps und Hinweise für die richtige Handhabung, ergänzt durch Beispiele aus seinem Berufsleben. Es stellte sich heraus, dass viele Nachbarstreitigkeiten vermeidbar wären, wenn man mehr miteinander reden würde – und zwar, bevor irgendwelche Maßnahmen ausgeführt werden. So ist auch in der Rechtssprechung zunächst ein Schlichtungsverfahren zwingend. Erst wenn dieses gescheitert ist, wird ein Zivilprozess möglich. Die Vorsitzende des OGVs, Edeltraud Gigl, bedankte sich bei Wolfgang Kerscher für den praxisnahen Vortrag, der bei den Zuhörern viel Anklang fand.

Wer Informationen zum Thema nachlesen möchte, findet auf der Homepage www.justiz.bayern.de eine Informationsbroschüre „Rund um die Gartengrenze“, die man als pdf-Datei downloaden kann. (ker)

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